Politik

Grünes Licht für Schwelmer Gewerbefläche

Der Grünzug in Linderhausen steht als mögliche Fläche für Gewerbe zur Diskussion. Im Hauptausschuss votierte eine klare Mehrheit für die Ausweisung

Der Grünzug in Linderhausen steht als mögliche Fläche für Gewerbe zur Diskussion. Im Hauptausschuss votierte eine klare Mehrheit für die Ausweisung

Foto: Gruber

Schwelm.   Der Schwelmer Hauptausschuss stimmt mehrheitlich für Ausweisung von 103 Hektar Grund und Boden plus eines halb so großen Erweiterungsgebietes.

Dicke Wolken ziehen auf über dem Grüngürtel in Linderhausen. Für einige mag es Anlass sein zur Sorge, bald im Regen zu stehen. Andere verbinden damit mehr die Hoffnung auf eine ertragreiche Zukunft. Die Szene von Freitagmorgen in Linderhausen steht sinnbildlich für die Diskussion am Abend zuvor, als es im Hauptausschuss der Stadt Schwelm um neue Gewerbeflächen im Dreieck A 1, Berghausen und Autobahnkreuz Wuppertal-Nord ging. Dort gab es am Donnerstag eine richtungsweisende Abstimmung: Die Mehrheit der Schwelmer Politik ist klar für die Ausweisung der Flächen.

Noch im Entwurfs-Stadium

Es geht um 103 Hektar, die der Regionalverband Ruhr in seinem Entwurf für den neuen Regionalplan eingezeichnet hat. Und es geht um eine etwa halb so große Erweiterungsfläche weiter nördlich im Bereich Gangelshausen, die die Stadt noch zusätzlich haben möchte (der größere Teil davon liegt auf Sprockhöveler Gebiet). Beide Flächen sollen als so genannte Regionale Kooperationsstandorte ausgewiesen werden - als gemeinsame Gewerbefläche für mehrere Städte. Vorteil für die Kommunen gegenüber herkömmlichen Gewerbegebieten: Kooperationsstandorte werden nicht mit den bestehenden Gewerbekontingenten einer Stadt verrechnet, sondern kommen noch oben drauf.

„Mit diesen Flächen bekommen wir Potenziale, auch mit anderen Städten was zu machen und was zu tauschen“, lag Michael Schwunk (FDP) im Ausschuss auf einer Linie mit der Stadtverwaltung.

Peter Schier (SPD) betonte, dass es sich bei den eingezeichneten Flächen erst einmal nur um Suchräume handelt. „Es wird ja nicht alles bebaut. Wir werden später auch selbst darüber entscheiden können, ob es bebaut wird. Warum nicht der zukünftigen Generation diese Möglichkeiten eröffnen“, meinte Schier.

Ähnlich äußerte sich Michael Müller (CDU): „Wir sind nicht in der Pflicht, dort etwas umzusetzen. Wir können in zehn Jahren ja immer noch entscheiden, ob wir dort Gewerbe oder beispielsweise eine Solaranlage hinhaben wollen.“

Das sieht Olaf Stutzenberger (Die Bürger) anders. „Wenn so ein Plan erstmal da ist, dann plant auch irgendjemand irgendwann mal damit.“ Und weiter: „Für uns ist klar, den Grünzug zu erhalten.“

Auch der Regionalverband vertritt die Auffassung, dass der Grund und Boden dort als besonders schutzwürdig einzustufen ist. Ergebnis seiner Umweltprüfung ist, dass eine Gewerbeansiedlung erhebliche Umweltauswirkungen erwarten lässt.

Darauf zielte auch Marcel Gießwein (Grüne) mit seiner Kritik an der Haltung der Befürworter ab: „Wenn wir jetzt schon wissen, dass die Flächen ökologisch hochwertig sind, brauchen wir sie heute auch nicht als Gewerbefläche ausweisen. Die Flächen werden in Zukunft nicht wertloser“, so Gießwein. Zur Argumentation der Gegenseite falle ihm ein Zitat aus der Geschichte ein: „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen“. Gemeint ist das Dementi des DDR-Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht im Jahr 1961, zwei Monate vor dem Berliner Mauerbau.

Die Befürworter der Flächenausweisung waren am Donnerstag im Hauptausschuss aber klar in der Mehrheit. Dagegen sprachen sich Marcel und Brigitta Gießwein (beide Grüne), Olaf Stutzenberger (Die Bürger) und Dr. Christian Bockelmann (SWG/BfS) aus, der Rest stimmte dafür.

Beschlossen ist die Sache damit noch nicht. Den endgültigen Beschluss, ob die Stadt Schwelm für oder gegen die Ausweisung der Flächen im Regionalplan ist, soll der Rat der Stadt am kommenden Donnerstag, 14. Februar, fassen. Letztlich darüber entscheiden wird die Verbandsversammlung des Regionalverbandes erst in ein paar Monaten.

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