Projekttag

Gymnasium Schwelm: Programm für nachhaltige Toleranz

| Lesedauer: 3 Minuten
Die Fotos zeigen die Lesung von Frau Eckhoff und den Workshop von Frau Albrecht, die im Artikel beschrieben werden

Die Fotos zeigen die Lesung von Frau Eckhoff und den Workshop von Frau Albrecht, die im Artikel beschrieben werden

Foto: mgs / Privat

Schwelm.  Im Märkischen Gymnasium Schwelm finden derzeit Workshops statt, die den Schülern nachhaltige Toleranz, Entwicklung und Vielfalt näher bringen.

Projekttage ganz besonderer Art finden derzeit im Märkischen Gymnasium Schwelm statt. Im Zeichen der Bildung für nachhaltige Entwicklung, Vielfalt und Toleranz hat der Erdkunde- und Chemielehrer Marius Bergmann ein abwechslungsreiches und spannendes Programm für die letzte Schulwoche auf die Beine gestellt. Drei Tage lang bieten externe Referenten, aber auch schulinterne Gruppen eine Vielzahl an Workshops unterschiedlichster Inhalte an. Die bunte Palette an Themen reicht von nachhaltigem Umgang im Klimaschutz sowie fairem Handel am Beispiel von Schokolade oder dem Verzicht auf Wegwerf-Mode bis zum Bereich der Vielfalt und deren Schutz wie z. B. Diversitätstraining, Abbau von Diskriminierung oder Alltagsrassismus. Die Auswahl an Modulen ist vielfältig. Manche Angebote werden digital in BigBlueButton-Videokonferenzen ermöglicht oder in Online-Führungen präsentiert. Bei einem Projekt handelt es sich um ein Online Escape Game.

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Altersgerechte Projekte

Gemeinsam mit ihren Lehrern konnten sich die einzelnen Klassen und Kurse im Vorfeld für die reguläre Dauer ihres Fachunterrichtes altersgerechte Projekte von insgesamt fünfundzwanzig unterschiedlichen Anbietern auswählen. Darunter finden sich Institutionen und Organisationen wie der Westfälisch-Lippische Landesverband (WLV) oder der EN-Kreis, das Archäologiezentrum Berlin, das Multikulturelle Forum gegen Islamismus Hagen, die Gewalt Akademie Villigst (GAV) oder auch das WTT Schauspiel Remscheid, um nur einige wenige zu nennen, aber die große Bandbreite aufzuzeigen. In Claudia Eckhoff, der Eine Welt-Regionalpromoterin im AllerWeltHaus Hagen, fand das MGS schnell eine kompetente und verlässliche Ansprechpartnerin zur Realisierung einiger Projektideen und Vermittlung weiterer Kontakte. Die Kultur- und Bildungsreferentin selbst bietet während der Projekttage interaktive Mitmach-Lesungen für alle Schüler der Jahrgangsstufe 5 an. Zum Vortrag kommt der spannende Umweltkrimi „Die Grünen Piraten - Jagd auf die Müllmafia“. Die Lesung endet mit einer Übung zum Müllsortieren und zur Plastikvermeidung.

In einem anderen Workshop geht es darum, den Kreislauf von „billig kaufen, wenig tragen, schnell wegschmeißen“ aufzuzeigen und zu durchbrechen. Miriam Albrecht vom Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe) der Evangelischen Kirche von Westfalen will mit ihrem Projekt „Exit Fast Fashion“ junge Menschen ansprechen: Sie sollen sich mit den ökologischen Seiten der Bekleidungsindustrie auseinandersetzen und ihr eigenes Einkaufsverhalten überdenken. Passend dazu bietet die Klima AG der Schule eine Kleidertauschbörse an.

Schüler der schulinternen Amnesty AG zeigen den Dokumentarfilm „Blue Eyed“. Der Film handelt von einem Experiment, in dem blauäugige Menschen diskriminiert werden. Der Verfremdungseffekt im Film sensibilisiert für rassistische Strukturen innerhalb der Gesellschaft und macht die Folgen von Stigmatisierungen bewusst. Eine zeitgemäße Alternative für unnötigen Verpackungsmüll bietet die ehemalige MGS-Schülerin Maike Niermann mit ihrem Unverpacktladen „naturfülle“ in der Schwelmer Innenstadt.

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Die globale Ebene beschreitet Jens Bergmann, Gründer des gemeinnützigen Vereins Chance e.V., ebenfalls ehemaliger MGS-Schüler und Kompensationspartner des Gymnasiums beim klimaneutralen Ausgleich. Auf seinen Besuch freut sich die Schulgemeinde besonders. Anfang des Jahres zeichnete Jens Bergmann das Gymnasium als Regenwaldschule aus. In dem Projekt Mein Regenwald leistet das MGS damit einen Beitrag zum Schutz des Regenwaldes vor Brandrodung und Kahlschlag und setzt sich für nachhaltige Entwicklung, Klimaschutz und Dekolonisierung im peruanischen Amazonasgebiet ein.

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