Brauereibrache

Im Optimalfall startet Schwelmer Rathausbau im Jahr 2019

Zunächst steht die nicht bebaute Fläche der Brauereibrache im Fokus. Dort soll das neue Rathaus der Stadt Schwelm mit Ladenzeile entstehen. Die Verwaltungszentralisierung ist ein Konsolidierungsziel der Stadt.

Foto: Hans Blossey

Zunächst steht die nicht bebaute Fläche der Brauereibrache im Fokus. Dort soll das neue Rathaus der Stadt Schwelm mit Ladenzeile entstehen. Die Verwaltungszentralisierung ist ein Konsolidierungsziel der Stadt. Foto: Hans Blossey

Schwelm.   Die Planungen für die Zentralisierung der Schwelmer Stadtverwaltung laufen auch Hochtouren. Hier gibt es den aktuellen Stand.

Es steht außer Frage, dass sich die gesamte Entwicklung der Schwelmer Innenstadt zu bedeutenden Teilen an der Entwicklung auf der Brauereibrache ausrichten wird. Obwohl derjenige, der am Grundstück vorbei geht, bislang nur kleine Bewegungen feststellen konnte, laufen die Planungen und Gespräche im Hintergrund auf Hochtouren – sowohl zum Neubau des Rathauses auf der Freifläche als auch zur Nutzung der noch stehenden historischen Gebäude.

Maximal 30 Millionen Euro Kosten

„Bei optimalem Verlauf können wir irgendwann im Jahr 2019 mit den Bautätigkeiten beginnen“, sagt Bürgermeisterin Gabriele Grollmann. Ohne, dass das Projekt bislang detailliert geplant ist, gehen die Verantwortlichen von einer Bauzeit aus, die zwischen 18 und 24 Monaten beträgt. Heißt: Wenn aller erforderlichen formalen Schritte problemlos vollzogen werden, bei Planung und Umsetzung nichts unvorhergesehenes aufschlägt, könnten die Verwaltungsmitarbeiter im Jahr 2021 ihre neuen Büros beziehen. Damit wäre die von der Bezirksregierung Arnsberg eingeforderte Konsolidierungsmaßnahme für den Schwelmer Haushalt in drei Jahren erfolgt.

Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg und die Betrachtung verläuft zweigeteilt. Im Fokus steht – auch vor dem Hintergrund des Konsolidierungsziels – der Rathausneubau. Anfang Oktober stellten sich die Projektsteuerer der Assmann-Gruppe, die etwa 70 Prozent ihrer Arbeit mit der Planung öffentlicher Gebäude bestreitet, im Rat der Stadt Schwelm vor. Die Rahmenbedingungen hat die Politik klar gesteckt: Für maximal 30 Millionen Euro soll auf der aktuell unbebauten Fläche ein Rathaus entstehen, das im Erdgeschoss eine Ladenzeile beheimatet. „Wir haben zwar Unterlagen wie das Gutachten von Drees und Sommer, die wir Assmann zur Verfügung stellen, aber während der vergangenen zwei Jahre haben sich einige Neuerungen ergeben, so dass wir aktuell damit befasst sind, die Bedarfe zu aktualisieren“, sagt Schwelms Beigeordneter Ralf Schweinberg.

Gabriele Grollmann nennt ein Beispiel: „Seinerzeit standen 9500 Quadratmeter benötigte Fläche für das Rathaus zur Debatte. Dazu kommen nun beispielsweise 600 Quadratmeter für das Archiv.“ Wichtig ist der Verwaltungsspitze, dass die Vorplanungen so exakt wie nur eben möglich verlaufen, damit während der Bauphase keine großen Änderungen mehr eingearbeitet werden müssen, die zuvor übersehen worden sind. Dazu arbeiten innerhalb des Rathauses und der Politik diverse Gremien und Gruppen daran, das Anforderungsprofil so konkret wie möglich zu erstellen.

Historische Gebäude bleiben erhalten

Am Ende dieses Prozesses wird dann auch feststehen, ob – und wenn ja in welcher Form – die historischen Gebäude mit Verwaltungseinheiten belegt werden müssen. Fest steht nun: Weder das Patrizierhaus noch das Kesselhaus sind durch den jahrelangen Leerstand derart stark in Mitleidenschaft gezogen worden, dass sie abgerissen werden müssen. „Beide Gebäude werden erhalten“, sagt Schweinsberg.

Die Stadtverwaltung mistet schon jetzt für den Umzug aus

Wenn das neue Rathaus im Herzen der Stadt Schwelm steht, werden die Mitarbeiter von den bislang drei Standorten ihre Umzugskartons packen und erstmals von einem zentralisierten Standort aus arbeiten. Das spart dann – so die Hoffnung – Geld und Zeit. Wie viele Mitarbeiter dann in der Stadtverwaltung beschäftigt sein werden, ist natürlich noch nicht zu einhundert Prozent gesichert, daher legen alle aktuellen Planungen den Ist-Zustand von 175 Menschen zu Grunde.

Stadtarchivar sichtet Unterlagen

Und die Mitarbeiter fangen bereits jetzt an, auszumisten, obwohl sie noch einige Jahre in ihren Büros verbringen werden. Denn aktuell läuft auch mit Blick darauf, ohne überflüssigen Ballast umziehen zu wollen, die Aktion „Papier weg“. Nach und nach wird der frisch eingestellte Stadtarchivar Jens Möllenbeck nun alle Unterlagen, die sich in den Schränken der drei Verwaltungsstandorte im Laufe der Jahrzehnte angesammelt haben, gemeinsam mit den Verwaltungsmitarbeitern anschauen und entscheiden, was es wert ist zu sichern und was bedenkenlos weggeworfen werden kann. „Mit Sicherheit werden bald regelmäßig Container am Rathaus stehen“, sagt Gabriele Grollmann.

Sie spricht von einer Aufbruchstimmung im Rathaus und sagt: „Ich finde es großartig, mit welchen Engagement sich alle Mitarbeiter trotz der vielen anderen Aufgaben für die Zentralisierung engagieren.“ Denn neben dem Entrümpeln ist noch allerhand zu tun, damit der Neubau so bald wie möglich Realität wird und die Bedarfe einer modernen Verwaltung erfüllt.

B-Plan wird geändert

„Der erste Meilenstein ist die Erstellung des Raumbuchs“, sagt Schwelms Beigeordneter Ralf Schweinsberg. In diesem soll nach Möglichkeit bis Jahresfrist der exakte Platzbedarf aufgelistet sein. Das Ergebnis soll im ersten politischen Sitzungszyklus des kommenden Jahres beraten werden. Im Anschluss muss die Politik dann noch den Bebauungsplan ändern. Denn die Vorbesitzerin – die Firma Euroconcept – durfte dort nur ein Wohn- und Geschäftshaus errichten. Nun muss der B-Plan für ein Verwaltungsgebäude erneuert werden. „Im besten Fall ist das Verfahren Ende des Jahres 2018 abgeschlossen“, sagt die Bürgermeisterin.

Bereits parallel soll an den konkreten Gestaltungsplänen gearbeitet werden, müssen die Ausschreibungen auf den Weg gebracht werden.

INFOBOX

Die Stadt Schwelm hat das komplette ehemalige Brauereigelände inklusive der historischen Gebäude gekauft.

Unabhängig von der zukünftigen Bebauung und konkreten Nutzung, ist es das Bestreben der Verwaltungsspitze, Eigentümerin zu bleiben.

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