Industriemuseum

In der Winterpause wird fleißig gearbeitet

Bei der Mitmachgießerei probierten sich die jungen Besucher aus.

Bei der Mitmachgießerei probierten sich die jungen Besucher aus.

Foto: WP

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Ennepetal.  In der Bevölkerung heißt es zwar scherzhaft, das Industriemuseum gehe in den Winterschlaf, doch die Mitglieder des Förderkreises Industriekultur legen Wert darauf, dass jedermann weiß, dass sie nicht in den Tiefschlaf fallen, sondern dass sie nur in eine Winterpause gehen. Und in der sind die Ehrenamtlichen hellwach und fleißig, damit sie pünktlich im April kommenden Jahres die Menschen wieder mit Oldtimern, Gießereivorführungen und dem Mitmachgießen erfreuen können. Die Frauen des Förderkreises denken sich zudem schon bald wieder raffinierte Kuchenrezepte für die neue Saison aus.

Am Sonntag, dem letzten Tag der offenen Tür in diesem Jahr, kamen wieder zahlreiche Oldtimer zur Neustraße. „Ich hatte beim letzten Mal schon gesagt, dass der liebe Gott ein Herz für Oldtimerfans hat, weil es nie geregnet hatte bei unseren Treffen“, so Mitorganisator Kalli Bernhard. Am Samstag angesichts des regnerischen November-Wetters habe er allerdings nicht glauben wollen, dass es abermals einen regenfreien Sonntag gibt. „Bin ich froh“, blinzelte Kalli Bernhard gegen Mittag sogar in die Sonne. „Ich bin erfreut, dass so viele gekommen sind“ – und er wies ruckzuck die Oldtimer ein. „Darin ist Kalli ist Größte“, betonte Manfred Henning, der mit Walter Hahn zu den Organisatoren gehört.

Knusperfrisches aus dem Ofen

Man bestaunte den Gutbrod „superior“, Bj. 1952, von Joachim Henning aus Essen. „Der ist selten, höchstens zwölf sind in Deutschland noch fahrbereit.“ Seit 25 Jahren ist das Fahrzeug im Besitz des Esseners, 40.000 Kilometer hat er damit bisher zurückgelegt. „Meine Frau Birgit hat den Gutbrod im Warsteiner Museum gesehen und sich in ihn verguckt.“ Vier Jahre habe man nach ihn gesucht und ihn schließlich über eine Oldtimerzeitung in Hamburg für 6.500 DM erstanden.

Sehenswert auch „Jule“, der VW Käfer, Bj. 1965, des Ennepetalers Volker Braeske. Schlitten auf dem Gepäckträger? „Klar, witterungsbedingt. Im Sommer sind es Sonnenschirm und Koffer“, schmunzelte Braeske. Man wisse auch schon, was man „Jule“ zum runden Geburtstag im Jahr 2015 schenke: Neue Kerzen“...

Der Klutertstädter Harald Schmidt hatte im Rahmen der Ausstellung „Fahrkultur RUHR.2010“ die Stadt Ennepetal mit seinem Audi 100 Coupé S, Bj. 1970, vertreten und präsentierte ihn nun im Industriemuseum. Enkel Rafael, elfjähriger Realschüler, sagte: „Mein Erbstück. Hoffe ich.“

Kaffee, Kuchen und Grillwürstchen gab es vor dem Schieferhaus und auch die Landbäckerei Kritzler war vor Ort und zog Knusperfrisches wie Bärlauch- und Zwiebelbrot aus dem Ofen.

Gießereivorführungen zeigten Rainer Finke und Horst Berens. Die Kinder standen mit glühenden Wangen da und formten kleine Tiere und Weihnachtsfiguren. Felix Fehlert (13) erhielt den Gesellenbrief, da er die Prüfung zum „Former-Gesellen“ erfolgreich absolvierte: 20 Mal hat der 13-Jährige schon am Formen teilgenommen.

„Wann geht denn das nächste Zinngießen los?“, fragte erwartungsvoll Julian. Rainer Finke: Im ersten Halbjahr des kommenden Jahres auf jeden Fall. „Dann möchte ich Männchen gießen, bei denen man den Kopf austauschen kann“, so der Zehnjährige.

Nun, in der Winterpause, bereiten die Aktiven jede Menge vor. Neben Restaurations- und Brandschutzarbeiten steht der Kreativ-Weihnachtsmarkt im alten Fabrikgebäude am 15. Dezember auf dem Programm, zu dem sich rund 30 Aussteller angemeldet haben, freut sich Organisator Manfred Henning.

Ein weiteres Vorhaben: Im unteren Bereich werde eine Transmissionswelle zwecks Vorführung zum Betreiben der Maschinen installiert. Der Schmiedebereich werde auch ausgebaut und man sei dankbar, von der Firma CDP Bharat Forge eine Handschmiede, zum Vorführen und Mitmachen auch für Kinder, erhalten zu haben, erklärte Rainer Finke. Des weiteren steht die Barbarafeier am 7. Dezember ab 17 Uhr im Industriemuseum an.

Fazit: In der Winterpause legen die Mitglieder des Förderkreises Industriekultur die Hände nicht in den Schoß. Los geht es dann wieder am 1. Sonntag im April 2014.

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