Bestellung per App

In Schwelm gibt es jetzt das Brötchen der Zukunft

„Wir sind dem Trend der Individualisierung gefolgt“: Borggräfe-Geschäftsführer Dr. Patric Sondermann (links) und App&Eat-Geschäftsführer Philip Rodowski.

Foto: Christian Werth

„Wir sind dem Trend der Individualisierung gefolgt“: Borggräfe-Geschäftsführer Dr. Patric Sondermann (links) und App&Eat-Geschäftsführer Philip Rodowski. Foto: Christian Werth

Schwelm.   App aufrufen und Brötchen nach Herzenswunsch belegen lassen: Die Bäckerei Borggräfe bietet online individuelle Bestellungen an

Die fortschreitende Digitalisierung macht ab sofort auch vorm Brötchenkauf nicht Halt. Ab kommenden Freitag kann man bei der Bäckerei Borggräfe online vorbestellen und seine Produkte individuell zusammenstellen. Der Service startet in Schwelm, an der Filiale im Rewe an der Prinzenstraße.

„App & Eat“ heißt die neue kostenlose Handy-Applikation und ermöglicht durch das Onlinebezahlsystem Paypal einen mobilen Sofortkauf, der auch kreativste Brötchen-Zusammenstellungen machbar werden lässt. „Der Kunde geht dann einfach in die Bäckerei und kann sich seine Bestellung über eine Fast-Lane sofort ohne zu warten mitnehmen“, erklärt Borggräfe-Geschäftsführer Dr. Patric Sondermann, der die pfiffige Geschäftsidee eines Düsseldorfer Start-Up-Unternehmens aufgegriffen hat und sie in den nächsten Monaten an allen 15 Bäckerei-Standorten der Region umsetzen will.

Schwelm bundesweit dritte Stadt

Schwelm ist mit seiner Angebotseinführung an der Prinzenstraße somit nach Düsseldorf und Wuppertal bundesweit die dritte Stadt, in der das „Brötchen der Zukunft“ angeboten wird.

Neben dem Wegfall von Wartezeiten, was vor allem Berufstätige der direkten Filialumgebung ansprechen soll, punktet die praktische Geschäftsneuheit mit Selbstbestimmung, Produktsicherheit und dem Vorteil, sämtliche Waren auf dem Bildschirm angezeigt zu bekommen. „Wir sind dem Trend der Individualisierung gefolgt. Schließlich kann man sich jetzt auch problemlos ein Brötchen ohne Butter, eines mit Senf oder mit doppelt so vielen Tomatenscheiben bestellen“, erklärt App-Entwickler Philip Rodowski.

Zwar sei die freie Zusammenstellung auch vorher schon möglich gewesen, doch habe der zeitliche Aufwand im voll besetzten Laden sowie die Tatsache, dass vielen Kunden die konkrete Auswahl gar nicht so bewusst sei, bislang dagegengesprochen, gibt Sondermann zu bedenken.

Neu sind nun auch einzelne Preisvorgaben für jedes Belegungselement. Während für jede Online-Bestellung eine Servicegebühr von 29 Cent fällig wird und die „Bäckerei-App“ so auch für den Düsseldorfer Anbieter lohnend macht, hofft man bei Borggräfe auf neue Kundenstämme und Mehrbestellungen gegenüber dem gewöhnlichen Ladenkauf. „In Düsseldorf ist das Ganze sehr gut angelaufen. Hier bestellt ein App-Kunde durchschnittlich 70 Prozent mehr als im Laden“, verrät Rodowski, dessen Kontakt zu Sondermann über berufliche Verbindungen zustande gekommen war.

Weiterhin in Kontakt mit Menschen

So hatte der Wuppertaler Jungunternehmer - übrigens der Neffe der Bäckerei-Begründer Dirk und Lutz Borggräfe - noch bis Ende letzten Jahres als Anwalt in der Landeshauptstadt seine Brötchen verdient und war zum Jahresbeginn ins Bäckerei-Geschäftswesen gewechselt.

Die auf den ersten Blick zunehmende Unpersönlichkeit des innovativen Brötchen-Kaufs entkräftet der 31-Jährige mit dem Argument, dass Kunde und Verkäufer bei der Abholung noch immer in Kontakt treten würden und dank individueller Tütenbeschriftung nun „sogar mal ein Name hinter dem Kunden“ stehe.

Auch die beiden anderen Schwelmer Borggräfe-Filialen sollen in den nächsten Monaten „app-fit“ gemacht werden und spätestens Ende des Jahres „ans Netz“ gehen. Bis dahin müssen zunächst noch die nötigen Personalschulungen, Produktanpassungen und Internetkonfigurationen umgesetzt werden. Die konkrete Freischaltung hängt hier zudem vom Verlauf der Testphase und der Frage, wie das Angebot angenommen wird, ab.

„Gerade bei den immer mehr verschwindenden Klein-Bäckereien ist es besonders wichtig, sich immer etwas Neues einfallen zu lassen“, weiß Sondermann, dessen Familienunternehmen nach der Eröffnung der landesweit ersten Drive-In-Bäckerei in Sprockhövel nun bereits zum zweiten Mal innovativer Vorreiter ist.

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