Chocolaterie

In Schwelmer Chocolaterie wird ein Lebenstraum wahr

Tessa Wallbrecher, Marie Rohleder und Maximia Walter kredenzen den Gästen der  Chocolaterie an der Kirchstraße süße Köstlichkeiten und erlesene Kaffee-Spezialitäten. Die Chefin hat sich damit ihren Lebenstraum erfüllt.

Tessa Wallbrecher, Marie Rohleder und Maximia Walter kredenzen den Gästen der Chocolaterie an der Kirchstraße süße Köstlichkeiten und erlesene Kaffee-Spezialitäten. Die Chefin hat sich damit ihren Lebenstraum erfüllt.

Foto: Stefan Scherer

Schwelm.   Marie Rohleder eröffnet nach langer Odyssee ihre Chocolaterie mit Café an der Kirchstraße. Allein die Bauzeit betrug zwei Jahren.

Die Eingangstür geht permanent auf. Im Erdgeschoss des neu errichteten Hauses Kirchstraße 12 herrscht Gewusel. Die Menschen unterhalten sich, schauen sich die Räume ganz genau an. Als Marie Rohleder sich eine kleine Auszeit aus dem Stress nimmt, die Szenerie kurz von außen beobachtet und auf sich wirken lässt, beginnen ihre Augen zu leuchten. Die viele harte Arbeit und das Lehrgeld, das die Schwelmerin bezahlen musste, haben sich gelohnt. „Damit“, so sagt sie strahlend, „ist mein Lebenstraum Wirklichkeit geworden.“ Am Freitag eröffnete sie ihre Chocolaterie mit integriertem Café – ein Projekt, von dem manche in Schwelm schon glaubten, es würde nicht mehr fertig.

Den ersten Grundstein dafür, dass Marie Rohleder den Plan nun in die Realität umsetzte, legte ihr Bruder bereits in den 80er Jahren. Er führte ein kleines Café. Ab da schmorte dieser Wunsch in Marie Rohleder recht permanent. Und schmoren war damals auch noch ein sehr passendes Wort. „Ich habe immer schon mit großer Leidenschaft gekocht.“ Das war ihre Passion, das Backen lief eher nebenher. Doch mehr und mehr wendete sich ihre Liebe der Pâtisserie zu. Bald war klar: Irgendwann will sie eine eigene Chocolaterie haben.

Theater mit Denkmalbehörde

Das sollte jedoch noch einige Jahre dauern. „Andere Dinge rückten in den Fokus, der Mut fehlte mir“, sagt sie. Dann ergab sich die Chance, an der Kirchstraße Nummer 12.

Marie Rohleder erwarb das Haus aus dem Jahre 1890. „Was für eine Odyssee mir bevorstand, habe ich da allerdings noch nicht geahnt.“ Während mit den Schwelmer Behörden alles reibungslos verlief, wollte die Denkmalbehörde aus Münster das Gebäude nachträglich unter Denkmalschutz stellen. Es folgten Gutachten über die Statik, darüber dass das Haus einsturzgefährdet sei und ein langes Hin und Her, bis der Abriss genehmigt war.

Wegen der engen Bebauung erfolgte dieser per Hand. „Wir konnten ja keine schweren Gerätschaften wie Bagger in die Kirchstraße bringen“, sagt sie. Das neue Gebäude zu errichten, ging vergleichsweise schnell. Einzige wichtige Auflage: Es muss sich in das Stadtbild einfügen. Das ist gelungen, und wer genau hinsieht, findet an einigen Stellen noch Relikte aus dem Vorgängergebäude. Markierungssteine, von denen niemand mehr weiß, wofür sie einmal gut waren, zieren die äußeren Ecken, aus alten Balken sind neue Regale entstanden.

Barista-Schulungen in Wien

Im Innern treffen Historie und Moderne aufeinander, und davon machten sich etliche Gäste gleich am Eröffnungstag ein Bild. Über einen Beamer verfolgen sie Abriss und Neubau im Zeitraffer und dabei tun sie vor allem eines: genießen.

Gemeinsam mit Konditormeisterin Julia Bottler und Solvejg Klein stellt Marie Rohleder all die kleinen, süßen Köstlichkeiten selbst her, die sich unter den Hauben und in der großzügigen Theke stapeln. Wer einen süßen Zahn hat, wähnt sich im Paradies.

Alles, was sich die Kunden für zu Hause einpacken lassen können, dürfen sie aber selbstverständlich auch gleich vor Ort vernaschen. An dieser Stelle kommt das zweite Standbein zum Tragen: der Café-Betrieb. Nach einer Barista-Schulung in einer Wiener Kaffeemanufaktur bietet Marie Rohleder mit ihrem Team nämlich auch ein exquisites Komplettprogramm rund um die braune Bohne an. Dazu kommen Tees, Biolimonaden, Frappés und vor allem Kakao. „Wir haben als Basis nur die heiße Milch, und die Kunden können selbst entscheiden, wie viel Süße und Geschmack sie sich hineinmischen wollen“, sagt Marie Rohleder.

Die Premierengäste zeigten sich begeistert. Viele, die die Baustelle über all die Jahre beobachtet haben, kamen mit Geschenken, beglückwünschten Marie Rohleder zur Eröffnung. Stefan Wiesbrock sowie Michael Kutscha sorgten mit akustischer Gitarren-Musik für Stimmung im Hintergrund. Julien Wiemann hielt den gesamten Tag mit der Kamera fest.

Zurück ins Getümmel

Und dann ist Marie Rohleder wieder raus aus der Beobachterrolle, stürzt sich in die Arbeit, kümmert sich um ihre Gäste. Ihre Augen leuchten weiter, sie lächelt bei der Arbeit, und wer sie dabei beobachtet, zweifelt nicht daran, dass hier gerade tatsächlich ihr Lebenstraum in Erfüllung geht.

INFOBOX

Laut der Recherche von Marie Rohleder muss sie keine unmittelbare Konkurrenz mit ihrer Chocolaterie befürchten.

Die nächstgelegenen Schoko-Spezialisten seien laut Business-Plan in Düsseldorf und Bochum beheimatet.

Die Handwerker arbeiteten am Eröffnungstag noch bis drei Minuten, bevor tatsächlich die ersten Gäste eintrafen.

Weitere Informationen gibt es auf der Facebookseite: www.facebook.com/MarieChocolaterieSchwelm/

Die Internetseite www.marie-chocolaterie.de wird noch fertiggestellt. Bei Fragen und für Informationen steht Marie Rohleder aber auch unter 0172/ 8579891 zur Verfügung.

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