Förderung

Industriemuseum auf festere Füße stellen

Schulklasse aus Mönchengladbach in Gießerei Industriemuseum Kruse, machen Formen und gießen Aluminium, anschließend Berechnungen Foto: Volker Speckenwirth, 20.04.2012

Schulklasse aus Mönchengladbach in Gießerei Industriemuseum Kruse, machen Formen und gießen Aluminium, anschließend Berechnungen Foto: Volker Speckenwirth, 20.04.2012

Foto: Volker Speckenwirth (WR)

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Ennepetal.  Die Stiftung Industrie-Kultur Ennepetal will ihr Industriemuseum auf dauerhaft tragfähige Säulen stellen. Um die ehemaligen Gebäude der führen Eisengießerei F. W. Kruse KG an der Neustraße erhalten und weiterhin mit Leben füllen zu können, werden auch in Zukunft große finanzielle Aufwendungen nötig sein. Um künftig auch Fördermittel, beispielsweise aus EU-Programmen oder von anderen privaten Stiftungen, beantragen zu können, hat die Stiftung Industrie-Kultur eine Beteiligung der Stadt Ennepetal beantragt.

„Uns ist im Laufe der Jahre klar geworden, dass aus normalen Töpfen für Restaurierung, Brandschutz und Ähnliches keine schwarze Null zu schreiben ist“, erklärte Ehrenbürgermeister Michael Eckhardt, der dem Kuratorium der Stiftung angehört, bei einem Informationsgespräch mit Vertretern der Ennepetaler CDU. Es sei einfacher, an Fördermittel zu gelangen, wenn die Stadt beteiligt werde und Geldgebern gegenüber so deutlicher dokumentiert werde, dass die Stadt in die Stiftungsarbeit mit eingebunden sei.

CDU informierte sich vor Ort

In der letzten Ratssitzung des vergangenen Jahres hatten die Stadtvertreter aufgrund des Stiftungs-Antrags einstimmig befürwortet, dass die Stadt eine Beteiligungsmöglichkeit prüfen sollte (wir berichteten). Daran anknüpfend baten die Christdemokraten nun um ein Gespräch.

Um die Gebäude in Gänze nutzen zu können, sind insbesondere weitere Investitionen in den Brandschutz erforderlich – eine Entrauchungsanlage ist bereits installiert, ein zentraler Schaltraum und neue Leitungen ebenso. Um die erste Etage für Veranstaltungen nutzen zu können, müssten allein noch einmal rund 150 000 Euro veranschlagt werden, erklärte Reinhard Döpp. Dieser Bereich wurde in der Vergangenheit für Veranstaltungen genutzt und vermietet. „Das hat erste Priorität, wir hoffen das in diesem Jahr zu schaffen.“ Wenn die Räume wieder vermietet werden können, bringt das nennenswerte Einnahmen für die Stiftung. Auch Arbeiten an Heizung und Aufzug stehen in absehbarer Zukunft an.

Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen, der ebenfalls dem Kuratorium angehört, betonte, dass der Stadt sehr daran gelegen sei, das Industriemuseum dauerhaft für Ennepetal zu erhalten. Daher habe er auch daran mitgewirkt, dass der Antrag auf eine Beteiligung der Stadt gestellt wird. Wiggenhagen betonte, dass bisher zum einen die Immobilie „mit einem höheren sechsstelligen Betrag aus privaten Mitteln“ erhalten worden sei, zum anderen der Museumsbetrieb von rein ehrenamtlichem Engagement lebe. „Das ist klasse, was an jedem ersten Sonntag im Monat hier veranstaltet wird“, so Wiggenhagen. Darüber hinaus sollte es aber ein Museumskonzept geben, auf dessen Basis Fördergelder beantragt werden könnten. Ein solches Konzept, das schrittweise umgesetzt werden soll, werde erarbeitet, erklärten Michael Eckhardt und Kuratoriumskollege Dr. Horst Kowalke.

Beschlussvorlage noch vor Ostern

Wiggenhagen, der die Unterstützung durch den Rat begrüßte, kündigte an, dass es – wahrscheinlich im Februar – einen Termin bei der Bezirksregierung in Arnsberg geben werde, bei dem die Voraussetzungen und Modalitäten für eine städtische Beteiligung an der Stiftung geklärt werden sollen. Sein Ziel sei, noch vor den Osterferien dem Rat eine entsprechende Beschlussvorlage zu liefern.

CDU-Fraktionsvorsitzender Daniel Heymann sicherte Unterstützung zu. „Wir halten es für sinnvoll und notwendig, dass das Industriemuseum langfristig erhalten bleibt und wollen, dass es nachhaltig auf feste Füße gestellt wird.“

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