Sportplatz-Umbau

Jetzt geht es in Schwelm los mit dem Kunstrasenbau

Die Stadt Schwelm baut eine so genannte Kampfbahn Typ B mit sechs Rundlaufbahnen und acht Kurzstreckenlaufbahnen aus Tartan.

Foto: Stadt Schwelm

Die Stadt Schwelm baut eine so genannte Kampfbahn Typ B mit sechs Rundlaufbahnen und acht Kurzstreckenlaufbahnen aus Tartan. Foto: Stadt Schwelm

Schwelm.   Firma Strabag seit Mittwoch im Einsatz. Tennenplatz wird für Kampfmittelräumdienst vorbereitet.

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Anpfiff für den Kunstrasenbau: Lange haben die Fußballer in Schwelm davon geträumt, jetzt wird es endlich Wirklichkeit. Nach Jahren des Kampfs, heftiger Diskussionen und zahlreicher Auseinandersetzungen in der Politik, aber auch unter den Vereinen, wurde am Mittwoch endlich mit dem langersehnten Umbau der Sportanlage An der Rennbahn begonnen.

Mitarbeiter der Firma Strabag aus Dortmund, die mit dem Sportplatzumbau beauftragt wurde, haben auf dem Gelände ihr Quartier aufgeschlagen und legten schon am ersten Tag kräftig los. Als Erstes musste das Metall-Geländer rund um den Ascheplatz dran glauben. Polier Enrico Wagner rammte es mit dem Bagger beherzt nieder. Danach kamen die hohen Pfosten vom Fangzaun hinterm Fußballtor dran.

Die Taktik beim Sportplatz-Bau erinnert an kontrollierte Offensive: von Beginn an Gas geben, um wie geplant Mitte Oktober fertig zu sein. Spielt das Wetter mit, sollte das auch klappen. Das Strabag-Team ist eine eingespielte Truppe und macht seit Jahren einen Sportplatz-Umbau nach dem nächsten. Enrico Wagner hatte zuletzt Kunstrasen und Tartan in Thüringen, davor mehrere Male im Schwabenland und auch hier in unserer Region verlegt. Bis zum Abpfiff des Umbaus ist die Mannschaft in Containern direkt auf dem Sportplatz untergebracht.

Gelände gilt als Verdachtsfläche

Auf dem Spielplan steht als nächstes die Vorbereitung für den Kampfmittelräumdienst. Das gesamte Gelände zwischen Jesinghauser Straße und Ochsenkamp gilt als Verdachtsfläche. Eine 15 Zentimeter dicke, eisenhaltige Schlackeschicht hatte die nötige Bodenuntersuchung im Vorfeld verhindert. Dies wird nun nachgeholt.

Damit die Experten von der Bezirksregierung das Gelände mit ihren Detektoren sondieren können, wird erst die eine Hälfte des Tennenplatzes 30 Zentimeter tief ausgekoffert und der Aushub zur Seite geschoben, und dann die andere. Die erste Bodenuntersuchung ist für den 16. August geplant. Der Termin für die zweite steht noch nicht fest. Der Ascheplatz, auf dem die Fußballer bis vor kurzem auf Torejagd gingen und die Sportler ihre Rundenzeiten verbesserten, wird solange eher an eine Mondlandschaft als an einen Sportplatz erinnern.

Dass es dabei nicht bleibt und kein Arbeitsschritt ins Abseits gerät, dafür sorgen wöchentliche Teambesprechungen – immer mittwochs –, an denen neben Vertretern der Stadt als Auftraggeber und der Firma Strabag auch die des Ingenieurbüros Vennegeerts teilnehmen. Die Fachleute aus Herdecke begleiten das Projekt planerisch.

Coach der Bauabläufe

„Schön, dass es jetzt losgeht“, sagt Thomas Striebeck. Als Leiter des städtischen Immobilienmanagements ist er sowas wie der Coach der Bauabläufe. Gegen ihn, unter anderem, richtete sich die Gelbe Karte, die die Politik vor geraumer Zeit aus der Tasche zog, weil es bei der Planung zu Beginn des Jahres nicht voran ging.

Umso wichtiger das Signal nach außen, dass jetzt wahr wird, was viele in der Stadt nicht mehr für möglich hielten. Damit die Bevölkerung auch sieht, das auf dem Sportplatz hinter dem Erdwall etwas passiert, wird in Kürze ein großes Bauschild aufgestellt. Es informiert in Wort und Bild, was sich hinterm Zaun abspielt.

Apropos Zaun. Zum Anwohnerschutz wird auf beiden Längsseiten des neuen Sportplatzes eine drei Meter hohe, grüne Schallschutzwand errichtet. Es handele sich dabei um den gleichen Typ wie im Neubaugebiet Winterberger Straße und wird später bepflanzt, teilte Thomas Striebeck mit.

Gespräche mit den Vereinen

In diesem Jahr werden Sportplatz und Nebenplatz umgebaut, im nächsten Jahr dann voraussichtlich der Kabinentrakt. Die Gespräche mit den Vereinen über die künftige Ausstattung laufen schon länger. Konsens ist der Umbau im Bestand. Die Kabinenzahl soll verdoppelt, der Sanitärbereich barrierefrei werden und die Schiedsrichter sollen drei separate Umkleideräume bekommen.

Um den Umbau im Jahr 2018 zu realisieren, müsste die Politik die Haushaltsmittel dafür in den kommenden Monaten freigeben.

>>> Kommentar von Andreas Gruber

Es ist noch gar nicht solange her, da schien das Thema Kunstrasenplatz in Schwelm endgültig beerdigt zu sein. Die Politik war heillos zerstritten, die Fußballvereine kamen auf keinen gemeinsamen Nenner. Wer damals gesagt hätte, Mitte 2017 wird mit dem Kunstrasenbau begonnen, dem hätten sie nur den „Wischer“ gezeigt.


Umso erfreulicher, dass es jetzt tatsächlich was wird mit dem Vorhaben, das für die Fußballer in der Stadt, und nicht zu vergessen für die Schwelmer Leichtathleten sowie den Schul- und den Breitensport, von so großer Bedeutung ist.


Die Sportler haben endlich eine Perspektive, mit der sie in die Zukunft blicken können. Sie können endlich unter Bedingungen trainieren, spielen und ihre Wettkämpfe ausrichten, die sie wieder beziehungsweise noch mehr konkurrenzfähig machen. Davon wird die ganze Stadt profitieren.


Daumen drücken heißt es jetzt, was das Wetter betrifft. Viel Regen kann den Planern auf der Baustelle jederzeit einen Strich durch die Rechnung machen. Und eine Sportanlage im Herbst einzuweihen, ist immer noch schöner als im Winter.


Doch das ist angesichts der leidigen Vorgeschichte zum Schwelmer Kunstrasenbau ähnlich wie Jammern auf ganz hohem Niveau.


Dass man solch einen Gedanken mal beim Thema Kunstrasenbau hat, hätte vor zwei Jahren in Schwelm auch niemand gedacht.

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