Prozess

Keilerei in der Kreisliga B landet vor dem Kadi

Justitia hat Recht zu sprechen – diesmal im Fall eines Fußballspiels, bei dem es zu Auseinandersetzungen gekommen sein soll.

Foto: David-Wolfgang Ebener

Justitia hat Recht zu sprechen – diesmal im Fall eines Fußballspiels, bei dem es zu Auseinandersetzungen gekommen sein soll. Foto: David-Wolfgang Ebener

Ennepetal.   Die Partie SV Büttenberg gegen FC Gevelsberg-Vogelsang im April 2017 hat ein Nachspiel – vor dem Schwelmer Amtsgericht.

Während eines Spiels zwischen dem SV Büttenberg und dem FC Gevelsberg-Vogelsang in der Kreisliga B wurden ein paar Beleidigungen laut. Als eine rassistische Äußerung gegen einen dunkelhäutigen Spieler des SV fiel, fühlte sich auch ein Kongolese am Spielfeldrand provoziert. Er soll mit einer Getränkedose zugeschlagen haben.

Am 2. April letzten Jahres fand die Begegnung zwischen SV Büttenberg und dem FC Gevelsberg-Vogelsang statt. Die Stimmung auf dem Platz war angespannt. Denn für die Gevelsberger lief es nicht gut. Sie verloren schließlich mit eins zu drei Toren.

Schon während des Spiels soll ein Spieler (28) des FC unflätige Äußerungen gegen einen dunkelhäutigen Spieler des SV Büttenberg ausgestoßen haben. Ein 24-Jähriger erinnerte sich, dass der Spieler der gegnerischen Mannschaft aus Gevelsberg sich danebenbenommen habe: „Der fing schon während des Spiels mit Sprüchen an. Er nannte ihn „Hurensohn“.

Rudelbildung nach Spielende

Nach Spielende heizte sich die Stimmung weiter auf, berichteten Zeugen. Es kam zur „Rudelbildung“, sagten sie. Der Spieler des FC soll dann völlig entgleist sein und das Wort „Neger“ beziehungsweise „Nigger“ in den Mund genommen haben.

Die rassistischen Pöbeleien gingen einem 26-jährigen Kongolesen am Spielfeldrand zu weit. Er schlug laut Anklageschrift dem 28-Jährigen daraufhin mit einer Getränkedose ins Gesicht.

Vor dem Schwelmer Amtsgericht bestritt der Mann die Tat: „Ich habe nur geschlichtet! Ich habe ihn nicht mit einer Getränkedose geschlagen, sondern bin dazwischen gegangen. Ich zerrte ihn da weg und habe die Leute voneinander getrennt.“ Und aufgebracht sagte er zur Richterin: „Was halten Sie denn von dem Wort ‚Nigger‘? Sollte ich da nichts tun? Ich war nicht der einzige Schwarze da!“

Der 21-jährige Spieler der Büttenberger Mannschaft und weitere Zeugen bestätigten vor Gericht die Pöbeleien. Und sie entlasteten den Kongolesen. Eine Attacke mit einer Getränkedose hatten sie nicht beobachtet. Ein 24-Jähriger, der behauptete, freie Sicht aufs Geschehen und den Angeklagten gehabt zu haben, sagte: „Es gab keine Dose. Das kann ich ausschließen!“

Der 28-jährige Ex-Spieler des FC Gevelsberg-Vogelsang sagte in diesem Verfahren als Zeuge und Geschädigter aus. Er stellte die Beleidigungen in Abrede. Auch er habe die brenzlige Situation glätten wollen. „Ich wollte schlichten und wurde zum Opfer!“

Ein Urteil wurde noch nicht gesprochen (siehe Infobox).

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