Behindertenbeirat in Sorge

Keine Querungshilfe für Fußgänger am Busbahnhof in Ennepetal

Schon jetzt sorgen aus der Marktstraße einfahrende Fahrzeuge dafür, dass die Südstraße hin zum Busbahnhof nicht einfach zu überqueren ist. Das Problem dürfte sich mit Fuzo-Öffnung verschärfen.

Schon jetzt sorgen aus der Marktstraße einfahrende Fahrzeuge dafür, dass die Südstraße hin zum Busbahnhof nicht einfach zu überqueren ist. Das Problem dürfte sich mit Fuzo-Öffnung verschärfen.

Foto: Hartmut Breyer

Milspe  Der Behindertenbeirat sieht durch die Teilöffnung der Fußgängerzone Gefahrenpotenzial am Busbahnhof, weil es keine Querungshilfe geben wird.

. Die Teilöffnung der Fußgängerzone in Milspe macht den Mitgliedern des Behindertenbeirates der Stadt große Sorgen. Es geht um die sichere Erreichbarkeit des Busbahnhofes. Hier, so wurde in der jüngsten Sitzung des Gremiums am Dienstag bekannt und auch von Thomas Humpohl (Stadtbetriebe Ennepetal) bestätigt, werde es keine Art von Querungshilfe geben. „Es gibt keine Lösung!“ sagte er in der Diskussion. Alles Angedachte sei rechtlich nicht möglich.

Der amtierende Beiratsvorsitzende Karl-Erich Reuter, der den verhinderten Vorsitzenden Giuseppe Bianco vertrat, sieht eine Gefährdung der Fußgänger auf dem Weg zu den Bussen, wenn in Zukunft Autos aus der Marktstraße kommend in die Südstraße einbiegen. Vor allem behinderte Menschen mit Rollstuhl oder Rollator seien von dem Problem betroffen, warnte Reuter.

Die von Thomas Humpohl vorgestellten taktilen Platten, die sehbehinderten Menschen einen sicheren Weg durch die dann wieder für Autos freigegebenen Bereich der Fußgängerzone ermöglichen sollen, wurden vom Beiratsmitglied Josef Schwietering kritisch bewertet. Er regte an, nach Alternativen für das Blindenleitsystem zu suchen. Thomas Humpohl dazu: „Diese Platten liegen sogar auf Bahnsteigen!“

Parkende Lkw und Stolperfallen

Eine weitere Problematik wurde in der Sitzung behandelt. Es geht um den Bürgersteig an der Mittelstraße, der von der Kreuzung Loher Straße an der Firma Bharat Forge CDP vorbei in Richtung Hülsenbecker Tal und Platsch führt.

Dort parkten oft auch auf Bereichen des Bürgersteiges Lastwagen. Der Bürgersteig sei in einem desolaten Zustand. Die Benutzung des Bürgersteiges sei durch die Lkw beeinträchtigt, es gebe Stolperfallen und außerdem entsprächen Gitterroste nicht dem Sicherheitsstandard. Besonders gefährlich sei es für Menschen, die mit einem Blindenstock unterwegs sein müssten. Wie Karl-Erich Reuter sagte, wird das Problem zum Thema bei einer Besprechung mit den Stadtbetrieben und der Stadtverwaltung gemacht.

Ortsbesichtigungen geplant

Auch der Bürgersteig auf der Milsper Straße in Altenvoerde sei nicht in Ordnung, sagte Josef Schwietering. Er meint den Bereich der ehemaligen Firma Hoesch. „Außerdem muss der Bürgersteig mal gereinigt werden“, regte er an. Auch dieses werde mit den Stadtbetrieben besprochen, sagte Karl-Erich Reuter. Der Beirat plant auch wieder Ortsbesichtigungen, so zum Beispiel auf der Loher Straße in Voerde in Höhe der Turnhalle.

Ebenfalls in der jüngsten Sitzung sprach sich das Gremium einstimmig für eine Satzungsänderung aus: Demnach benennt sich der „Behindertenbeirat“ der Stadt um in „Beirat für Menschen mit Behinderung“. „Die alte Bezeichnung ist ja schrecklich!“, sagte der amtierende Vorsitzende Karl-Erich Reuter. Der Rat der Stadt muss dem neuen Namen noch zustimmen.

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