Neue Mitte Schwelm

Kesselhaus-Abriss ist in Schwelm vom Tisch

Die Maschinenhalle im denkmalgeschützten Teil der Brauerei: Dort ist dieser alte Motor zu finden, der mit einem Schwungrad gekoppelt ist.

Die Maschinenhalle im denkmalgeschützten Teil der Brauerei: Dort ist dieser alte Motor zu finden, der mit einem Schwungrad gekoppelt ist.

Foto: Bernd Richter

Schwelm.   Beim Bau des neuen Rathauses auf Brauereigelände gibt es viele offene Fragen. Beschluss für weitere Planungsaufträge in Hauptausschuss vertagt

Erst ein Gang durch ein Kapitel Schwelmer Stadtgeschichte, dann die Zukunft im Blick: Vor Beginn der Sitzung des städtischen Liegenschaftsausschusses kam das Gremium auf der Brauerei-Brache zusammen. Dort wurde das sogenannte Kesselhauses in Augenschein genommen. So wird der denkmalgeschützte Teil der ehemaligen Brauerei Schwelm genannt. Dann wechselte der Ausschuss hinüber in das alte Rathaus an der Hauptstraße 14, um dort über die Zukunft des neuen Rathauses, das einmal auf dem Areal zwischen Schulstraße und Neumarkt entstehen soll, zu beraten.

Auf der Tagesordnung standen neben der weiteren Fortführung der Planungen zum Rathaus-Neubau unter dem Punkt „Zentralisierung der Verwaltung“ auch die Anträge von SWG/BfS (Abriss des Kesselhauses und Bau eines Parkhauses) und FDP (Visualisierung des neuen Rathauses durch ein Massemodell).

FDP-Antrag zurückgezogen

Der FDP-Antrag erledigte sich fast von alleine. „Der Auftrag für ein Volumenmodell ist bereits erteilt worden. Er kostet richtig viel Geld und ist Gegenstand der Beauftragung für den Planer immer gewesen“, nahm Schwelms Beigeordneter Ralf Schweinsberg den Liberalen Antrag den Wind aus dem Segel. Bis zur Frühjahrsmesse des Stadtmarketings am 6. und 7. April im Ibach-Haus in der Wilhelmstraße 41 soll das Modell vorliegen und dort auch ausgestellt werden. Fraktionschef Michael Schwunk zog daraufhin den Antrag zurück.

SWG-Antrag zurückgezogen

Nicht anders erging es dem Antrag von SWG/BfS. Die Wählergemeinschaften hatten einen Abriss des Kesselhauses gefordert, um die Risiken des Gesamtprojekts im Rahmen zu halten und wollten dort Platz für ein Parkhaus oder einen freien Platz schaffen. Das aber macht die Einstufung der Immobilie als Denkmal fast unmöglich, signalisierte die Verwaltung. Sowohl die Außenmauern, als auch das Innere des Kesselhauses stehen unter Schutz. Für einen Abriss müsse die Stadt gegenüber der Denkmalbehörde den Beweis antreten, dass unter keinem denkmalgerechten Nutzungskonzept das Projekt wirtschaftlich tragbar sei, erklärte Bau-Fachbereichsleiter Winfried Guthier. Jürgen Kranz zog daraufhin den gemeinsamen Antrag seiner SWG/BfS-Fraktion zurück.

In Hauptausschuss vertagt

Auch beim ursprünglichen Beschlussvorschlag der Vorlage „Zentralisierung der Verwaltung/Stand der Planungen Neubau Rathaus und Kulturzentrum“ ging es keinen Punkt voran. Statt wie von der Verwaltung gewünscht, die Planungen für den Neubau des Rathauses einschließlich der Tiefgaragenebene und des Kulturzentrums auf der Grundlage der Vorplanungen weiter voranzubringen und unter Zuhilfenahme externer Kräfte prüfen zu lassen, ob die Erweiterung der Tiefgaragenebene in südlicher Richtung realisierbar ist und welche Kosten entstehen würden, wurde die Vorlage mehrheitlich in den Hauptausschuss am 28. März vertagt.

Linke-Antrag verschoben

Sorgen um die Kosten für das neue Rathaus macht sich auch Rainer Zachow von der Partei Die Linke. Gemeinsam mit seinem Freund Prof. Dr. Robert Seckelmann, einst FDP-Ratsherr, hatte er ein Schreiben erarbeitet, das er im Liegenschaftsausschuss verteilte und das eine Kostenschätzung beinhaltete. Im Mittelpunkt standen die Fragen: Was will die Stadt, was braucht die Stadt, was kann die Stadt sich leisten? Beim Beschluss Rathaus-Bau Hauptschule hätten 17,5 Mio. Euro im Raum gestanden. „Wo sind wir jetzt? Beim Zweifachen. Mit Kesselhaus und Umbau Zentrum liegen wir bei 45 bis 50 Millionen“, rechnete Zachow vor. Seine Forderung: sofortiger Stopp der Vorplanungen für Rat- und Kulturhaus, Rückkehr zum Gedanken der reinen Zentralisierung und Bau von Rat- und Kulturhaus auf dem Brauereigelände – ohne Einzelhandel, Gastronomie und Wohnungen.

„Lassen sie uns abwarten, wenn die Generalplaner ihre Planungen auf den Tisch legen. Das ist der Zeitpunkt über Preise zu reden“, schlug Heinz-Jürgen Lenz (CDU) vor. Das soll nun ebenfalls im Hauptausschuss geschehen.

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