Industriemuseum

Kinder schwingen den Hammer

Bei der Mitmachschmiede konnten Kinder auch den Hammer schwingen.

Bei der Mitmachschmiede konnten Kinder auch den Hammer schwingen.

Foto: WP

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Ennepetal. Nun kann auch Kalli Bernhard die Beine wieder fliegen lassen, von rechts nach links sausen, um Oldtimer einzuweisen. „Macht das wieder Spaß! Ich konnte es kaum erwarten, war ganz kribbelig“, lachte er. Er sei von vielen Bürgern gefragt worden: „Öffnet das Industriemuseum wirklich am 6. April?“. Das zeige dass die Veranstaltung sehr beliebt sei.

Auf dem Gelände des Industriemuseums herrschte beim ersten Tag der offenen Tür des Jahres Hochbetrieb. Rund 150 Oldtimer waren gekommen, dazu 80 Motorräder. Der Schwerpunkt lag diesmal auf „Borgward Lkw“. Doch auch Rolls Royce, der gute alte Käfer, Jaguar und die niedliche BMW Isetta, leuchtend blau wie ein Osterei, brausten heran.

150 Oldtimer und 80 Motorräder

Walter Hahn präsentierte seinen Fendt-Trecker sowie seinen Borgward Lkw 2500 von 1957, den er vor zehn Jahren einem Sammler abgekauft habe. Erich Bühren aus Haßlinghausen stellte den Express 1100 Goliath vor, aber auch den Goliath, Baujahr 1960, mit 19 PS. Auf dem „Dreirad“ nahm Glücksschwein „Goli“ Platz. Bühren selbst war mit seinem Borgward Isabella Combi (Baujahr 1960) vertreten, den er seit 1984 besitzt. Bewunderung erhielt auch der Lloyd Alexander TS von 1958, von Hans-Joachim Rothermund aus Ennepetal. Ganze 25 PS weist der Oldtimer auf. Er habe ihn 1999 komplett zerlegt und wieder aufgebaut, erzählte der Schlossermeister.

Die Mitglieder des Förderkreises Industriekultur um Vorsitzenden Prof. Dr. Reinhard Döpp waren angesichts der Besucherzahl zufrieden, wie Manfred Henning betonte. Doppelte Freude: Denn auch der Teckel fährt seit Sonntag wieder. Außerdem hatte die Stadt wieder die beliebte Stadtrundfahrt, diesmal kostenfrei, begleitet von Hans-Gerd Bangert und Karl-Heinz Gockel, angeboten.

Die, die sich in die Welt der Industriekultur einführen lassen wollten, fanden in den Mitarbeitern des Industriemuseums Menschen, die nicht müde wurden, über Gießerei und Formerei zu informieren, wie Horst Berens, der in früheren Zeiten die Kernmacherei bei Kruse geleitet hatte. Kollege Rainer Finke war krankheitsbedingt ausgefallen. Neu in den Hallen ist eine voll funktionsfähige Presse zum Kaltverformen, die die Bauschlosserei Wendelin Picht aus Silschede zur Verfügung stellte.

Büchertisch erstmals dabei

Auch die Vorführ- und Mitmachschmiede für Kinder sei neu, so Horst Berens. Gerd Schlönhardt wies den fünfjährigen Leonhard ins „Hammerschwingen“ ein. Auch wurde im Winter eine Transmissionswelle installiert, um eine Drehbank und eine Schlepphobelmaschine bedienen zu können. Die Inbetriebnahme steht allerdings noch aus, ist aber geplant. Und es gibt zahlreiche neue Modelle zum Formen in der Mitmachgießerei. Die Zwillinge Melina und Elena, die mit Opa Eberhard Schoelling gekommen waren, hatten sich für Schweinchen und Nachtwächter entschieden.

Neu war auch der Büchertisch, an dem Bernd Arnold, Verleger der „Schumacher-Bücher“, die Werke des heimischen Autors präsentierte. Er wolle nun jedes Mal teilnehmen, so Arnold.

Dampfmaschinen Modelle, historische Maschinen wie Kernstopfmaschine, Schlepphobel von 1920, Spitzendrehbank von 1850: Da gab es jede Menge Interessantes zu entdecken. Wer vom „Rundgang durch die Industrie“ müde wurde, konnte sich im und vor dem Schieferhaus niederlassen, Würstchen sowie Kuchen verzehren, den die nimmermüden „Förderkreis“-Frauen selbst gebacken hatten. Die Landbäckerei Kritzler war mit dem mobilen Backofen vor Ort. Ofenwarme Backwaren wie Bärlauch-Brot, Kartoffelbrot und Stuten konnten gekauft werden.

Die Mitorganisatoren des Tages, Horst Berens, Manfred Henning, Walter Hahn und Gerhard Preuß, die zum „harten Kern“ gehören, freuten sich über die gelungene erste Veranstaltung dieser Art im neuen Jahr. „Die ehrenamtlichen Helfer bemühen sich nach Kräften, den Besuchern ein interessantes Programm zu bieten“, betonte Horst Berens. Es werden allerdings noch dringend helfende Hände, speziell im Vorführbereich, gesucht. Einarbeitung und Begleitung werden garantiert. Interessierte, die im Industriemuseum mithelfen möchten, können sich mit Manfred Henning in Verbindung setzen: 02333/81009.

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