Philharmonie Westfalen

Konzert im Zeichen von Luther begeistert in Gevelsberg

Mit 40 fantastischen Musikern und dem Bariton Kay Stiefermann ist die

Mit 40 fantastischen Musikern und dem Bariton Kay Stiefermann ist die

Gevelsberg.   Die Neue Philharmonie Westfalen spielte auf Einladung der Konzertgesellschaft im Zentrum für Kirche und Kultur und begeisterte die Zuschauer.

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Bei hervorragende klassischer Musik zu entspannen, dass konnten die Zuhörer im Zentrum für Kirche und Kultur. Die Konzertgesellschaft Gevelsberg hatte zu ihrem II. Meisterkonzert eingeladen. Gekommen waren neben den vielen Abonnenten und Gästen die Neue Philharmonie Westfalen.

Die Neue Philharmonie Westfalen ist mit insgesamt 128 Musikern das größte der drei Landesorchester in Nordrhein-Westfalen. Es ist in Recklinghausen angesiedelt. Entstanden ist es 1996 aus der Fusion von zwei Orchestern des nördlichen Ruhrgebiets (Westfälische Sinfonieorchesters Recklinghausen, Philharmonisches Orchester der Stadt Gelsenkirchen). Seit 2014 wird es von dem gebürtigen Gelsenkirchener Rasmus Baumann geleitet.

Zum vierten Mal in Gevelsberg

Wie sich der Generalmusikdirektor Baumann erinnerte, waren sie bereits zum vierten Mal in dem Konzertsaal in Gevelsberg. Mitgebracht hatte er diesmal 40 fantastische Musiker und den Bariton Kay Stiefermann. „Es klingt immer wieder gut hier. Wir kommen mit der richtigen Orchestergröße und haben dementsprechend die Stücke angepasst.“ Im Luther-Jahr interpretieren sie Werke von Samuel Barber (1910-1981), Johann Sebastian Bach (1685-1750) und Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847).

Nur mit den Streichern eröffnete Baumann den Abend. Romantisch, melancholisch mit Harmonien, die auch in der heutigen Pop-Musik vorkommen, erklang aus dem String Quartet op.11 das Adagio for strings-molto adagio. Es ist das wohl bekannteste Stück von Barber, welches bis heute bei vielen Trauerfeiern gespielt wird und gerne in emotionalen Filmen zum Einsatz kommt.

Es war unter anderem bei der Beisetzung von Roosevelt, Kennedy, Grace Kelly und Albert Einstein zu hören. Barber verwandelt tiefe Emotionen in Klang und hält den Zuhörer darin gefangen. Es gibt kein Gegenthema, das den Hörer befreit. Man muss sich definitiv von der Musik gefangen nehmen lassen und kann ihr nicht entrinnen. Das Orchester fesselte die Zuhörer.

Die Kantate Nr. 82 „Ich habe genug“ von Bach gehöre einfach in ein Programm zum Luther-Jahr. Baumann resümiert: „Wir haben es bereits achtmal aufgeführt – heute ist das letzte Mal“. Es sei wie ein guter Wein - „die Stücke reifen.“ Über den Text mag man sicherlich geteilter Meinung sein, aber die Darbietung war eindeutig gelungen. Der Bariton Kay Stiefermann überzeugte und die Oboe versöhnte.

Der Gevelsberger Jürgen Wolff fasste in der Pause den ersten Teil zusammen: „Orchester grandios, Bariton gesanglich sehr gut und die Oboe Solistin hervorragend.“ Das inspirierende Solo der Oboe spielte Mayumi Yamada-Kühne.

Auch wenn es immer so aussieht, als ob die Musiker sich nur auf die Noten konzentrieren und den Dirigenten nicht wahrnehmen - weit gefehlt. Baumann: „Die Musiker beherrschen alle das synaptische Sehen – praktisch wie beim Autofahren, da nehmen sie ebenfalls alles aus den Augenwinkeln wahr.“ Und er fügt lachend hinzu: „Aber hallo, die hören auf mich!“ Und wie sie gehört haben – dies war wundervoll auf jedem Platz, bis in die hinterste Reihe im Konzertsaal zu hören. Verschmitzt ergänzte er: „Zu Zeiten von Bach hat es den Beruf des Dirigenten nicht gegeben. Das wäre sicherlich auch heute noch möglich.“

Dirigent zeigt Körpereinsatz

Aber die Reformationssinfonie (Sinfonie Nr. 5 d-moll op. 107) von F. Mendelssohn Bartholdy würde aus dem Ruder laufen. Baumann zeigte dabei ganzen Körpereinsatz. Wenn der Dirigenten hüpft und stampft, dann erlebt der Zuhörer ein Wechselbad der Gefühle. Kraftvoll meldeten sich beim Andante „Allegro con fuoco“ die Bläser und die Pauke zu Wort. Lautstark machten sie auf sich aufmerksam um gleich darauf wieder sich gediegen und harmonisch in das gesamte Werk zu integrieren. Kommt zum Taktstock in der rechten Hand, der Zeigefinger der linken Hand mit dazu, wird es ernst. Dennoch erschien der zweite Teil den Zuhörern „leichter, fröhlicher, beschwingter.“

Das Auf und Ab der Reformation spiegelte sich eindrucksvoll in der Musik wieder. Die Religionslehrerin Sarah Erdelt empfand: „Die Kraft des Reformationsgedanken und der Durchbruch kommt allein schon durch die Schnelligkeit des Stückes zum Ausdruck. Der Abend hat mich begeistert.“ Der intensive Applaus war nach der hervorragenden Leistung selbstverständlich.

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