Kultur

Krach mit Bach an Gevelsberger Grundschulen

Spaß an der Klassik: Die Kinder vom Strückerberg mit Dr. Michael Ostermann (2. von links), Rüdiger Frohn (daneben), Jürgen Vens (Mitte) und Schulleiterin Martina Zerr (hinten, Mitte)

Foto: Klaus Bröking

Spaß an der Klassik: Die Kinder vom Strückerberg mit Dr. Michael Ostermann (2. von links), Rüdiger Frohn (daneben), Jürgen Vens (Mitte) und Schulleiterin Martina Zerr (hinten, Mitte) Foto: Klaus Bröking

Gevelsberg.   Konzertgesellschaft und Rotary Club Engelbert bringen Grundschülern die klassische Musik näher. Dafür begegnen sich zwei Stars der Klassik

Große Mehrheit für Johann Sebastian Bach, Georg-Friedel Händel nur knapp über der Fünf-Prozent-Marke. So ging gestern die Abstimmung unter den Kindern der Grundschule Strückerberg aus. Gewissenhaft bereiten sich die Mädchen und Jungen auf den Besuch eines ganz besonderes Theaterstücks vor. Darin treffen sich die beiden Stars der Klassik zu mitternächtlicher Stunde, um jungen Zuhörern ihre Kunst näher zu bringen. Und natürlich wollen sie wissen, wer von beiden der bessere Komponist ist.

200 Karten finanziert

„Krach mit Bach“ ist der Titel des Theaterstücks, das auf Einladung der Gevelsberger Konzertgesellschaft am Sonntag, dem 18. Februar, ab 15 Uhr, im Zentrum für Kirche und Kultur aufgeführt wird. Dort stehen die beiden Komponisten Seit an Seite, die es im wirklichen Leben nicht geschafft haben, sich kennenzulernen. 200 Karten dafür, so Jürgen Vens, habe der Rotary Club Gevelsberg Engelbert gestiftet, damit die heimischen Grundschulen dabei sein können. 65 überreichte er gestern Martina Zerr, Leiterin der Strückerberger Schule. „Für uns ist das kein komplett neues Thema“, sagt Zerr. Kultur und Schule zu verbinden, sei wichtig. Die Kinder würden Theateraufführungen besuchen, beim Projekt „Jedem Kind ein Instrument“ mitmachen und auch eigene Musicals inszenieren. Wichtig sei ihr auch, dass die Schule mit dem Besuch von „Krach mit Bach“ auch Teil eines kommunalen Konzeptes sei.

Und das wird von der Gevelsberger Konzertgesellschaft getragen. Deren Vorsitzender, Dr. Michael Ostermann, wies darauf hin, dass „Krach mit Bach“ keine einmalige Aktion sei. Im vergangenen Jahr wurden die Besucher der Kindergärten zu einem Familienkonzert eingeladen, dieses Mal sind es die Grundschüler. Die Konzertgesellschaft findet, dass „Krach mit Bach“ ein guter Anfang ist, die Kinder an die klassische Musik heran zu führen. Ostermann lobte die Mercator-Stiftung, die die Familienkonzerte in Gevelsberg mit einer Spenden von 15 000 Euro auch in den kommenden Jahren möglich macht und damit eine nachhaltig Arbeit gewährleistet.

Alle Sinne fördern

Für Rüdiger Frohn, Vorsitzender der Mercator-Stiftung, ist es wichtig, dass die Kultur „zur Alltäglichkeit des Schullebens gehört“. Die Stiftung setze sich dafür ein, dass „in der Schule alle Sinne gefördert werden.“ Und wenn der Weg dazu im Leben einer Stadt verankert werde, sei das umso besser. Mit der Gevelsberger Konzertgesellschaft, lobte Frohn, habe die Mercator-Stiftung einen verlässlichen Partner gefunden: „Das ist nicht in allen Städten so.“

Statt AC/DC und Justin Bieber

Die Kinder am Strückerberg sehen das viel einfacher. Sie freuen sich auf den Theaterbesuch mit ihren Klassenlehrerinnen Edda Heimbucher und Nicole Lenz. Die Grundschüler haben einfach Spaß an der Musik. An AC/DC und Justin Bieber, wie sie gerne zugeben. Aber auch an Bach und Händel. Und in welchen Situationen könnten sie sich für die Klassik erwärmen? „Wenn ich auf dem Rücken liege und lese.“ Oder? „Beim Aufräumen.“ Und? „Beim Entspannen.“ Da haben doch Bach und Händel schon eine ganze Menge erreicht.

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