Politik

Kurdischer Protestlauf über die B7

Gut gelaunt und schnellen Schrittes zog der kurdische Tross über die B7 in Richtung Ennepetaler Hauptbahnhof.

Foto: Carmen Thomaschewski

Gut gelaunt und schnellen Schrittes zog der kurdische Tross über die B7 in Richtung Ennepetaler Hauptbahnhof. Foto: Carmen Thomaschewski

Gevelsberg/Ennepetal.   „Dialog statt Verbot“ und „Freiheit für Kurdistan“ lautet die Botschaft der etwa 100 Kurden.

Mit wehenden Fahnen und lauter Musik zogen am Dienstag meist kurdische Jugendliche von Hagen aus über die B7 bis zum Ennepetaler Hauptbahnhof. Von dort ging es weiter zum nächsten Zwischenstopp: Wuppertal. Überschrieben ist die Versammlung mit „Dialog statt Verbot“ und „Freiheit für Kurdistan“.

Mehrtägige Aktion

In Dortmund startete am Montag der Lauf, der am Freitag, 15. September, in Köln enden soll. Angemeldet hat die Veranstaltung das „Demokratische Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland e.V.“. Bereitschaftskräfte und Hundertschaften der Kölner Polizei begleiten den Tross.

Ein imposanter Anblick: Laut Angaben der Polizeipressestelle in Köln machten sich am Dienstag etwa 100 Kurden auf den Weg von Hagen nach Ennepetal. Sie trugen bunte T-Shirts, hatten viele Fahnen und Plakate dabei. Auf ihrem mehrere Kilometer langen Marsch über die Hauptverkehrsader von Gevelsberg und Ennepetal war vor allem auch die Polizeipräsenz massiv. Der Verkehr staute sich immer wieder. Die Polizeikräfte aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis sicherten den Verkehr ab, sperrten Bereiche zwischenzeitlich.

Zahlreiche Polizeikräfte

Während die Gruppe durch Gevelsberg zog, parkten dutzende Polizeifahrzeuge auf dem Rewe-Kaufpark-Parkplatz. Vor, hinter und neben dem Tross der bunt gekleideten Menschen ebenfalls zahlreiche Polizeikräfte. Konkrete Angaben über die Größe und den Umfang des Polizeiaufgebotes wollte die Polizei nicht machen, außer, dass die Versammlung von Beginn an bis zum Ende begleitet wird. Einmal musste die Polizei auch eingreifen.

Laut Angaben des Kölner Polizeisprechers sei es in Hagen zu einem Vorfall an der Kölner Straße gekommen. Ein Autofahrer hätte aus seinem Auto heraus provoziert, das Zeichen des Grauen Wolfes gezeigt, ein national-türkischer Gruß. Fünf bis zehn Versammlungsteilnehmer wären darauf eingegangen und hätten auf den Wagen eingeschlagen und getreten, außerdem hätten sie durch das geöffnete Fenster gespuckt.

Die Polizei sei sofort dazwischen gegangen und hat zwei Teilnehmer von der Versammlung ausgeschlossen und in Gewahrsam genommen, wie der Sprecher erklärt. Einer der beiden jungen Männer wurde zuvor in einem Krankenhaus behandelt. Er sei zuvor schon am Arm geschient gewesen und hätte sich verletzt. Nach kurzer Behandlung sei er dann von der Polizei mitgenommen worden.

Auf drei Themen hinweisen

In Gevelsberg und Ennepetal verlief die Aktion friedlich. Um 14.40 Uhr stiegen sie in den Zug nach Wuppertal.

Auf Anfrage unserer Zeitung erläutert das „Demokratische Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland e.V.“ (NAV-DEM), dass mit dem derzeitigen Lauf auf drei Sachen hingewiesen werden soll. Erstens auf die Inhaftierung Abdullah Öcalans, der seit 18 Jahren auf einer Gefängnisinsel eingesperrt und seit etwa zweieinhalb Jahren völlig isoliert sei.

Zweitens: Seit der Wahl 2015 in der Türkei, so die Sprecherin der NAV-DEM, seien verstärkt Akademiker, Medien, Opposition und Kurden verfolgt worden. „Wir wollen auf die Situation in der Türkei aufmerksam machen.“

Und drittens soll an die Bombardierung in Syrien im Kampf gegen den IS erinnert werden, dort würden viele Kurden Unterschlupf suchen und so getötet.

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