Prozess

Kurioser Diebstahl in Gevelsberger Elektrofachmarkt

Justitia hat Recht zu sprechen. Diesmal im Fall eines Sprockhövelers, der sich im Geschäft einen Flachbildschirm schnappt und ohne zu bezahlen den Laden verlässt.

Justitia hat Recht zu sprechen. Diesmal im Fall eines Sprockhövelers, der sich im Geschäft einen Flachbildschirm schnappt und ohne zu bezahlen den Laden verlässt.

Foto: David-Wolfgang Ebener

Gevelsberg.   Vor Gericht gab sich der Angeklagte durcheinander und verwirrt. „Ich habe nicht gewusst, warum ich das tat. Ich möchte doch nicht stehlen!“

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Am helllichten Tag schleppte ein Mann einen großen Fernseher aus einem Elektroladen, ohne zu bezahlen. Die Prozessbeteiligten am Schwelmer Amtsgericht waren gespannt auf die Erklärung des 24-jährigen Sprockhövelers.

Am 24. September vergangenen Jahres bot sich Kunden und Verkäufern eines Elektrofachmarktes an der Mittelstraße ein kurioser Anblick: Ein junger Mann nähert sich dem Ausgang des Geschäfts. Dort steht ein großer Flachbildschirm. Er schaut sich den Bildschirm interessiert an, tastet und schiebt ein wenig daran herum. Ein kurzer verstohlener Blick geht in Richtung Kasse, die für einen Moment unbesetzt ist. Schließlich hievt er sich das Fernsehgerät mühevoll auf den Arm und marschiert schnurstracks aus dem Geschäft. Auf einem Überwachungsvideo war das alles zu sehen. Es wurde vor dem Schwelmer Amtsgericht während des Diebstahlprozesses gegen den jungen Mann in Augenschein genommen.

Gelegenheit beim Schopfe gepackt

Vor Gericht gab sich der 24-Jährige ganz durcheinander und verwirrt. „Ich habe nicht gewusst, warum ich das getan habe. Ich möchte doch nicht stehlen!“ Er habe nicht realisiert, was er da gemacht habe. „Ich habe den Fernseher nach draußen getragen, und dann war da plötzlich ein Tumult“, schien sich der junge Mann selbst sieben Monate später noch zu wundern. Dann rückte er damit raus, dass er zuvor Alkohol getrunken habe. „Auf dem Video sind keine Ausfallerscheinungen zu sehen!“, meinte der Richter. „Sie haben einfach die Gelegenheit beim Schopfe gepackt. Das ist auf den Videoaufnahmen gut zu sehen. Es ist davon auszugehen, dass keine verminderte Schuldfähigkeit vorliegt.“

Geldstrafe von 90 Tagessätzen

Es war auch nicht sein erster Diebstahl, wie ein Blick in das Vorstrafenregister zeigte. Nur dass er sich 2016 noch mit kleineren, preiswerten Dingen „begnügt“ hatte.

Seiner inständigen Bitte, die Vergangenheit doch ruhen zu lassen, kam das Gericht nicht nach und sah die geringe Rückfallgeschwindigkeit als strafschärfend an. „Positiv ist hier nur das Geständnis, das allerdings eher von geringem Wert ist angesichts der erdrückenden Beweislast“, sagte der Richter und verhängte eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 15 Euro gegen den jungen Mann.

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