Kyrill wird die TBS drei Jahre beschäftigen

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Schwelm. (atü) Der Sturm Kyrill, der am 18. Januar dieses Jahres über das Land zog, hat nicht nur einen bleibenden Eindruck, sondern auch bleibenden Schaden hinterlassen. "Bis jetzt sind in NRW erst 20 Prozent der gebrochenen Fläche aus dem Wald geh

Auf der Tagesordnung stand der Schadensbericht des schwersten Sturms, der bisher in der Landesgeschichte bekannt ist. Durch seine Stärke wurden selbst Bäume, die sich inmitten von Wäldern befanden, umgeworfen oder angeschoben. Insbesondere die Fichtenbestände haben gelitten. Markus Flocke: "Meistens sind nur noch die Krüppel stehen geblieben." Soll heißen, ausgerechnet die Bäume, die durch Käferbefall bereits vorgeschädigt waren, haben überlebt, weil sie durch ihren reduzierten Umfang nicht so windanfällig waren wie kräftige Bäume.

Die TBS mutmaßen, dass die Beseitigung der Schäden rund drei Jahre dauern wird und dass während dieser Zeit keine normalen Arbeiten ausgeführt werden können. Als Folge sei damit zu rechnen, dass ein Teil der Jungpflanzungen der letzten Jahre absterbe. Verstärkt werde das Problem durch die Besiedlung des angebrochenen und gefallenen Nadelholzes beispielsweise durch Borkenkäfer. Durch den größer werdenden Anteil von Reisig steige nun auch noch die Waldbrandgefahr erheblich. "Das schöne Wetter ist für uns das schlechteste, das wir kriegen konnten", klagte der TBS-Chef dem Ausschuss sein Leid.

Für die Aufarbeitung der großflächigen Fichtenbestände wurden zwei Erntemaschinen, so genannte Raupenharvester, aus der Schweiz eingesetzt, die vom Forstamt Gevelsberg in den EN-Kreis geholt wurden. Die TBS zollen dem für Schwelm zuständigen Revierförster des Forstamts übrigens Lob, da er mit großem Einsatz agiert und die Arbeiten vor Ort pragmatisch und kooperativ abwickelt.

Die beiden Forstwirte der TBS haben mit außergewöhnlich schwierigen Arbeitsbedingungen zu leben. Seit Kyrill sind in den Forsten NRWs Unfälle in dreistelliger Höhe passiert, von denen mehrere tödlich ausgegangen sind. Um die Schäden beseitigen schneller zu können, müsste die Personalstärke aufgestockt werden. Da auf dem Arbeitsmarkt aber wegen der großen Nachfrage zurzeit keine Forstwirte zu bekommen sind, werden die TBS versuchen, unter den Absolventen der Waldarbeiterschule Arnsberg zwei geeignete Bewerber zu finden. Deren Beschäftigung soll dann über Zweijahres-Zeitverträge erfolgen. So könnten zwei voneinander getrennte Arbeitsgruppen im Forst unterwegs sein. Da die Abschlussprüfungen der Waldarbeiterschule jedoch erst im Juni stattfinden, können die Verträge frühestens ab Juli geschlossen werden.

Die Alternative, Forstunternehmen mit der Aufarbeitung der Schäden zu beauftragen, scheitert daran, dass auf dem Markt keine freien Kapazitäten zu finden sind. Außerdem würde dies rund 1300 Euro pro Tag bzw. 26 000 Euro pro Monat kosten.

Die TBS gehen davon aus, dass ungefähr 30 ha Fläche aufgeforstet werden müssen. Bei der Frage, welche Baumarten genommen werden sollen, um den zu erwartenden klimatischen Veränderungen Rechnung zu tragen, soll auch die Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz miteinbezogen werden.

Aus welchen Töpfen Fördermittel für die Beseitigung der Schäden zu bekommen sein werden, ist zurzeit noch nicht absehbar. Die TBS haben verschiedene Anträge gestellt. Ebenfalls unklar ist, ob die Waldjugendspiele veranstaltet werden können, da keine Kapazitäten frei sind, um sie fachgerecht vorzubereiten und zu begleiten. Sollten sie jedoch durchgeführt werden können, läge das Thema nahe: Die Folgen des Sturmereignisses.

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