Kultur

Leo Theater Schwelm bestreitet neue Weg

Eine Domina, die sich nicht mit dem Metier auskennt und ein Ministerialrat, der an die ganz kurze Leine genommen wird:  Denise Hausmann und André Bornhöft laufen bei „Diskretion Ehrensache“ zur Höchstform auf. Foto:LEO Theate

Eine Domina, die sich nicht mit dem Metier auskennt und ein Ministerialrat, der an die ganz kurze Leine genommen wird: Denise Hausmann und André Bornhöft laufen bei „Diskretion Ehrensache“ zur Höchstform auf. Foto:LEO Theate

Schwelm.   Sex, Schmiergeld, Mord: Ensemble des Leo Theaters läuft bei „Diskretion Ehrensache“ zu Höchstform auf. Bravo-Rufe aus Publikum bei Premiere.

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Das Leo Theater im Ibach-Haus lebt, wächst und entwickelt sich prächtig, wie die Premiere „Diskretion Ehrensache“ zeigt. Im Stück hieß es öfters „Wenn man nicht alles selber macht...“ Aber dies stimmt in der Realität nicht immer. Zum ersten Mal war es keine eigene Regiearbeit von Marc Neumeister und er spielte nicht mit – aber das Stück war genauso gelungen. Die Pointen waren sauber rausgearbeitet und saßen auf dem Punkt. Das Publikum entdeckte spielerisch den versteckten und offenen Wortwitz und lachte sich mühelos durch den Abend. Dies hatten sie der Regie von Carola Schmidt und André Bornhöft zu verdanken – und natürlich der großartigen Leistung der Schauspieler an diesem Abend.

Zur selben Zeit auf Bühne in Hagen

Schmidt konnte leider nicht selbst das Ergebnis ihres Regiedebüts sehen, sie stand zeitgleich im Theater an der Volme (Hagen) auf der Bühne. André Bornhöft scherzte: „Ich hatte 49 Prozent der Regiearbeit, Carola 51 Prozent – die immer recht hatten.“ Es sei eine „super Zusammenarbeit“ gewesen. Über das Ensemble, welches zwei neue Mitglieder hat: „Es war nicht einfach, aber man hat es uns einfach gemacht – was wir dann herausgefunden haben.“

„Diskretion Ehrensache“ – dennoch sei verraten: Der künstlerische Leiter Neumeister habe sich in der letzten Probewoche von der Qualität der Arbeit überzeugt und, wie es hieß, „gute Tipps fallen lassen“. Neumeister war sichtlich stolz auf sein Ensemble, als er beim Schlussapplaus feststellen durfte: „Ich glaube, es hat Ihnen schwer gefallen“. Das Publikum war restlos begeistert – es wurde vor Anerkennung gepfiffen, und „Bravo“- Rufe erschallten. Und was sagt Marc Neumeister? „Es ist schön zu sehen, wie sich das Leo entwickelt und sich auf eigene Füße stellt. Wir können mit Ensemblemitgliedern arbeiten und müssen nicht auf externe Regisseure zurückgreifen.“

Das Publikum begrüßte ganz herzlich die beiden „Neuen“ – Nadine Bonnemeier als Frau des Ministerialrats und Lara Gusowski als Reporterin des katholischen Bistumsblatts, die unbedingt einen Skandal aufdecken wollte. Zu entdecken hätte sie bei dieser Verwirr- und Verwechslungskomödie (wir berichteten bereits über den Inhalt) einiges gehabt. Wenn es nicht, drei Türen, einen Vorhang, einen Schrank und ein Versteck in diesem Hotel gegeben hätte...

Zweites Stück mit großer Rolle

Entdecken hätten sie können: einen grandiosen André Bornhöft, der in rasanter Doppelrolle brillierte. Er hatte allein 18 Kostümwechsel in hohem Tempo zu bewältigen. Da half ihm auch nicht wirklich sein Double, Dylan Lippert-Bruckmann, was es ermöglichte, beide Rollen zeitgleich auf der Bühne zu sehen. Bornhöft: „Ich habe seit dem letzten Bühnendurchlauf allein drei Kilogramm Gewicht verloren.“

Eine überwältigende, mutige Denise Hausmann (22) als Tierpflegerin, die eine Domina vertreten musste und sich überhaupt nicht mit dem Metier auskannte – aber mit Hunde-Rüden und dem Wedeln von Schwänzchen. Ihr gehörte der Respekt des Publikums bei den Auftritten in den entsprechenden sexy Kostümen. Für sie war es nach einer kleinen Rolle nun ihr zweites Stück mit einer großen Rolle. Ihre beste Freundin Alex (23) gestand: „Ich hätte mich nicht getraut! Sie ist echt super!“

Neben den begeisterten Großeltern der jungen Darstellerin („Weltklasse!“) war auch die stolze Mutter im Publikum. Sie plauderte aus dem Nähkästchen: „Als ich das Kostüm zu Hause gesehen habe, habe ich nur gedacht: Ach du meine Güte. Mutig!“ - aber „sie steht zu dem, wie sie ist!“ Bornhöft selbst schlüpfte in das männliche Gegenstück und begeisterte das Publikum. Sarah (29) und Miriam (34), beide aus Menden, waren sich einig: „Mega mutig, sich so hinzustellen. Das Schauspiel ist klasse!“ und „Ingeborg erst“ – gemeint war Marika Kotulla, die als Hoteldirektorin versuchte, die Fäden mit „Diskretion Ehrensache“ zusammenzuhalten. Dies gelang der Schauspielerin sehr souverän, ob es um Sex, Schmiergeld, Mord oder ­sonstiges ging. Nicht nur den Geldkoffer, sondern auch coole russische Sprüche lieferte Frank Paßmann ab.

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