Lesung mit Barbara Auer

Liebevolles Geschenk für die Kulturgemeinde

Barbara Auer und Christian Maintz (sitzend) mit der Kulturgemeinde-Vorsitzenden Beatrix Adam und deren Mann Arno.

Foto: Hans-Jochem Schulte

Barbara Auer und Christian Maintz (sitzend) mit der Kulturgemeinde-Vorsitzenden Beatrix Adam und deren Mann Arno. Foto: Hans-Jochem Schulte

Ennepetal.   Das Publikum hatte sie schnell ins Herz geschlossen: Barbara Auer und Christian Maintz lasen bei der Kulturgemeinde zum Thema „Liebe“.

Das Publikum hatte Barbara Auer und Christian Maintz schnell ins Herz geschlossen. Rote Herzen zierten auch die Bühne der Aula des Reichenbach-Gymnasiums, auf der an einem Tisch sitzend die Schauspielerin und der Literaturwissenschaftler und Lyriker nicht in tiefen ernsten Tönen, sondern mit einer Heiterkeit und auch Leichtigkeit lesend vortrugen, was die deutschsprachige Poesie zum Menschheits-Thema „Liebe“ zu bieten hat: pure Romantik, tiefe Gefühle, Ehrlichkeit und Begehrlichkeit. Also alles das, was die Herzen bewegt, fassten die beiden Vortragskünstler unter dem Titel „Ich habe dich so lieb…“ zusammen.

Es war eine geglückte Mischung, die zu einem beglückenden Abend bei der Kulturgemeinde Ennepetal führte. Dass es eine ganz besondere Veranstaltung werden würde, wurde schon gleich zu Beginn deutlich. Kulturgemeinde-Vorsitzende Beatrix Adam und ihr Ehemann Arno Adam – er zählt zum Vorstand – begrüßten gemeinsam die über 200 Besucher. Das hatte seinen Grund: am Veranstaltungstag, am Mittwoch, vor 68 Jahren wurde die Kulturgemeinde gegründet. Und mit dieser schönen Lesung machte sich die Kulturgemeinde ein besonderes Geburtstagsgeschenk. Und Geschenke haben ja auch etwas mit Liebe zu tun. Christian Maintz gratulierte so: „Der gute Ruf der Kulturgemeinde ist bis nach Hamburg vorgedrungen!“ Maintz und Auer leben in der Hansestadt.

Die Lesung begann mit Zweizeilern von Wilhelm Busch, Heinrich Heine und Erich Kästner, kurz, knackig und mit viel Humor. Mit Kurt Schwitters’ Texten wurde es derber und frivoler. Und Bert Brecht zeigte sich in seiner Lyrik als ein Leidender. Alle Facetten der Liebe mit den vielseitigen Beziehungsgeflechten spiegeln Verse und Texte wider. Erotisch wird es bei Frank Wedekind. Es sei nur an sein „Frühlingserwachen“ erinnert. Zu den Klassikern zählt auch Ringelnatz.

Verletzte Gefühle und die Untiefen zwischen den Geschlechtern lotete ein Prosastück der US-Autorin Parker aus. Barbara Auer und Christian Maintz lasen als Paar den Text: „Warum ist ein Danke beleidigend?“ sagte sie schnippisch und er fragt: „Warum man sich auf die Palme bringt“. Im Hintergrund ist Eifersucht zu spüren. Bei diesem gefährlichen Spiel siegt aber die Liebe. Hier wurde Barbara Auers große Schauspielkunst deutlich. Sie gestikulierte, lachte beleidigt, forderte eine Genugtuung und lächelt einen Augenblick später ihren Partner und auch das Publikum an. Als dann noch Christian Maintz in seiner komisch-lustigen Lyrik die Schauspielerin verehrt, kann es nur Beifall geben, spontan und herzlich.

Tiergedichte, in denen die Natur vermenschlicht wird, vom Liebesleben der Schmetterlinge und des Wildschweins, das liebestrunken eine Sau sucht, sind wunderbare und zum Lachen bringende Texte.

Nach der Pause, die viele Besucher am Büchertisch oder mit einem Glas Sekt in der Hand im Foyer verbrachten – es war ja schließlich ein Geburtstag zu feiern – war Prosa von Robert Walser aus seiner „Liebespaar-Serie“ zu hören. Klassisch wurde es auch. „Ein Jüngling liebt ein Mädchen“ von Heinrich Heine, Goethes Gedanken zur Liebe fehlten nicht und sogar Theodor Storm, der Dichter und Schriftsteller aus dem Norden, war beim Thema gar nicht kühl. Brechts „Erinnerung an die Marie A“ machte nachdenklich, und die „Sachliche Romanze“ von Erich Kästner sei hier zitiert: „Als sie einander acht Jahre kannten….Sie saßen allein, sprachen kein Wort und konnten es einfach nicht fassen!“ Mucksmäuschen still wurde es.

Noch gab es den Text „Du da“ aus dem „Schlaflied“, dann endete ein wunderbarer Geburtstagsabend mit viel Beifall und Dankesworten des Ehepaares Adam an Barbara Auer und Christian Maintz.

INFO:

Das Ehepaar Adam begrüßte besonders die Vertreter der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld, Bodo Bongen, Uwe Volkmer und Udo Sachs. Die Sparkasse hatte die Veranstaltung mit den bekannten Künstlern möglich gemacht.

Die Kulturgemeinde wurde am Mittwoch 68 Jahre alt. Gegründet wurde sie von Otto Kumm, der 22 Jahre der 1. Vorsitzende war. Dann übernahm für acht Jahre Hermann Hirschberg die Leitung. Anschließend führte Hartmut Köhler 33 Jahre die Kulturgemeinde. Seit 2012 ist Beatrix Adam die 1. Vorsitzende.

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