Brauerei

Lob und Schelte für den Kauf der Schwelmer Brauerei

Brache der Brauerei Schwelm. Brauereibrache verkauft. Stadt Schwelm hat Grundstück erworben, um dort das neue Rathaus zu bauen und die Stadtverwaltung zu zentralisieren. Foto: Stefan Scherer

Foto: Stefan Scherer

Brache der Brauerei Schwelm. Brauereibrache verkauft. Stadt Schwelm hat Grundstück erworben, um dort das neue Rathaus zu bauen und die Stadtverwaltung zu zentralisieren. Foto: Stefan Scherer Foto: Stefan Scherer

Schwelm.   Freude und Erleichterung bei Initiatoren des Bürgerbegehrens. Teile der Politik üben Kritik am Vorgehen und unklaren Kosten.

Die Unterschrift von Bürgermeisterin Gabriele Grollmann und Beigeordnetem Ralf Schweinsberg unter dem Kaufvertrag des Brauereigrundstücks sorgte für heiße Diskussionen in der Sitzung des Stadtrats. Auch in der Bevölkerung bestehen durchaus unterschiedliche Meinungen.

Während über den potenziellen Rathausstandort auf der Brache Konsens herrscht, ist es die Finanzierbarkeit, die die Kritiker zu der Frage führt, ob sich die Stadt Schwelm den Kauf und die Entwicklung des Grundstücks überhaupt leisten kann. Einige Ratsfraktionen, allen voran die FDP, kritisieren zudem das Vorgehen, wie der Vertrag zu Stande gekommen ist.

Die Befürworter

Dies sind selbstverständlich an vorderster Front die CDU, die SPD und die Grünen, die das Vorhaben eingestielt haben und es mit ihrer Zusage zur Unterstützung überhaupt erst möglich gemacht haben, dass der Verwaltungsvorstand ohne Zweifel am positiven Votum des Stadtrats den Notarvertrag bei Rainer Hofmann unterzeichnete. Ebenso votierte die Fraktion „Die Bürger“ für dieses neue Vorhaben – warum, begründete sie jedoch nicht. Sie war die einzige Fraktion, die während der gesamten Ratssitzung ohne Redebeitrag blieb.

Ihre große Freude tat auch Bürgermeisterin Gabriele Grollmann kund, zeichnete die Historie des Stillstands auf dem Gelände nach. Durch diesen „Jahrhundertbeschluss“ werde einerseits das Konsolidierungsziel des Kommunalhaushalts erreicht. Andererseits werde nun die Stadt, die die Rathauszentralisierung in zwei Lager gespalten habe, befriedet.

Nicht zuletzt fassten die Initiatoren den Bürgerbegehrens, Norbert Meese, Dr. Ilona Kryll und Rainer Zachow, diese Entwicklung sehr erfreut auf: „Wir begrüßen die Absicht und auch das Ergebnis des Umdenkens in der Verwaltung und großen Teilen der Politik. Geht man doch jetzt mit der Zielsetzung des Bürgerbegehrens konform, dass ein Rathaus in die Stadtmitte gehört. Ohne Bürgerbegehren hätte es diese neue Entwicklung nicht gegeben.“

Sie wollen die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen und hoffen, dass die Planungen von Umsicht und Sorgfalt begleitet werden, „um die Schwelmer Innenstadtent-wicklung zukunftsfähig und nachhaltig zu gestalten.“ Das ruhend gestellte Verfahren vor dem Verwaltungsgericht in Arnsberg bleibe jedoch bestehen, bis eine endgültige Beschlusslage des Rats vorliege.

Die Kritiker

Insbesondere die FDP-Fraktion sah sich bei diesem Prozess übergangen, wirft der Verwaltungsspitze vor, gehandelt zu haben, ohne die Konsequenzen aus dem Grundstückskauf durchdacht zu haben. Sie hatten bereits am 27. März einen noch unbeantworteten Fragenkatalog an die Bürgermeisterin gesandt und vor der Ratssitzung weitere 15 Fragen eingereicht. Wer hat beurteilt, dass der Kaufpreis von 4,95 Millionen Euro gerechtfertigt ist? Wo liegen die Folgekosten? Sind die geplanten Entwicklungskosten von 24 Millionen Euro zu halten, wenn die benötigte Tiefgarage eingerechnet wird? Wie sehen die rechtlichen Rahmenbedingungen aus, wie gestaltet sich der Zeitplan? Was passiert mit den dann nicht mehr benötigten Gebäuden? Wie schätzt die Verwaltung das Risiko der Altlasten auf der Fläche ein?

Vor allem Philipp Beckmann teilte gegen die Bürgermeisterin aus: „Wir waren von Ihrem Vorgänger viel gewohnt, aber dieses Thema mit einer Tischvorlage abhandeln zu wollen, setzt allem die Krone auf.“ Ebenso trugen Jürgen Kranz von der SWG/BfS-Fraktion und Jürgen Feldmann von den Linken Bedenken zu den Kosten vor. Ähnliche Kritik wird in sozialen Medien laut.

Auch interessant
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik