Hochzeiten

Martfeld-Kapelle in Schwelm neuer Ort für kirchliche Trauungen

„Eine großartige Geschichte“: Während das Martfeld-Gelände bereits seit Jahren Schauplatz standesamtlicher Schloss-Hochzeiten ist, sind in der kleinen Martfeld-Kapelle nebenan nun auch kirchliche Trauungen möglich.

Foto: Lars Heidrich

„Eine großartige Geschichte“: Während das Martfeld-Gelände bereits seit Jahren Schauplatz standesamtlicher Schloss-Hochzeiten ist, sind in der kleinen Martfeld-Kapelle nebenan nun auch kirchliche Trauungen möglich. Foto: Lars Heidrich

Schwelm.   Die Martfeld-Kapelle wird am Sonntag offiziell als neuer Ort eingeweiht, wo in Schwelm dann auch kirchliche Trauungen möglich sind.

Das Heiraten im Grünen wird in Schwelm demnächst auch vor Gott möglich sein. Während das reizvolle Martfeld-Gelände bereits seit einigen Jahren Schauplatz standesamtlicher Schloss-Hochzeiten ist, sollen in der kleinen Martfeld-Kapelle nebenan nun auch kirchliche Trauungen möglich sein und den historischen Ort fürs überweltliche Ja-Wort umfunktionieren. „Eine ganz tolle, großartige Geschichte. Ich bin total glücklich, dass diese Vision realisiert werden konnte“, schwärmt auch Bürgermeisterin Gabriele Grollmann, die den Stein im vergangenen Jahr ins Rollen gebracht hatte und sich dafür einsetzte, die im Besitz des Verschönerungsvereins stehende Kapelle als „einen ihrer ganz persönlichen Rückzugsorte für Momente der Einkehr“ aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwecken.

Konzept Martfeld 2020

Darüber hinaus hatte es in der Vergangenheit immer wieder Anfragen von heiratswilligen Martfeld-„Sympathisanten“ gegeben. So war das Stadtoberhaupt im Zuge des zukunftsgerichteten Konzepts „Martfeld 2020“ mit ihrer Idee der martfeldschen Hochzeitskapelle an den vor wenigen Tagen verstorbenen früheren Verschönerungsvereins-Vorsitzenden Martin Schwamborn, an Propst Norbert Dudek sowie CDU-Vorsitzenden Matthias Kampschulte herangetreten und sofort auf offene Ohren gestoßen. Seitdem hat sich die Zahl der Projektförderer stetig vergrößert und sind viele bürokratische und logistische Hindernisse erfolgreich überwunden worden.

So galt es zunächst die räumlichen Gegebenheiten hochzeitswürdig zu gestalten, indem das zugestellte Hinterzimmer freigeräumt, ein elektronisches Schloss eingebaut, ein automatischer Luftentfeuchter installiert und die Fußbodenheizung funktionstüchtig gemacht wurden. „Die jetzige Heizung ist zwar wahnsinnig träge und muss schon einen Tag vor einer Veranstaltung eingeschaltet werden, doch werden damit auch Trauungen im Winter möglich sein“, berichtet Michael Lindermann, der zusammen mit Ralf Stoffels und Oliver Flüshöh inzwischen den dreiköpfigen Vorstand des Verschönerungsvereins bildet.

Als nächstes will man auch den Außenbereich auf Vordermann bringen und sich um die Sanierung der angrenzenden Parkbank kümmern, um die direkte Kapellen-Umgebung für Hochzeits-Fotoshootings attraktiv zu machen.

Während die Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes als multikonfessioneller Trauort auch mit der Bezirksregierung als nicht förderschädlich abgeklärt werden konnte, galt es auch für die katholische Kirche ein rechtliches Problem zu umschiffen. „Weil die Kapelle natürlich nicht katholisch geweiht werden kann, muss sie offiziell eröffnet werden. Außerdem war eine spezielle Erlaubnis des Bistums nötig“, erklärte Propst Norbert Dudek.

Er ergänzte, dass man sich mit der neuen Trauungsalternative im Martfeld bewusst öffnen wolle und auch Paaren ohne große Kirchennähe entgegenkommen wolle. So wäre zum Beispiel auch ein zeremonieller Abholdienst mit dem neuen Propstei-Taxi denkbar, überlegt Dudek.

In der Probsteikirche St. Marien würden indes nur sehr wenige Trauungen stattfinden und viele katholische Paare in die Nachbarstädte ausweichen, weil sie sehr groß sei und über keinen klassischen Mittelweg verfüge.

Die Martfeld-Alternative ist hingegen mit einer Kapazität von rund 30 Gästen recht überschaubar und spricht ausschließlich kleinere Hochzeitsgesellschaften oder auch Versprechens-Erneuerungen an.

Während in Martfeld für die evangelische und freie Kirche zukünftig auch Taufen denkbar sind, schließt Dudek diese Option jedoch wegen Ausschluss der Gemeinde kategorisch aus. „Wir wollen diesen Ort endlich wieder der Bevölkerung zugänglich machen und mit neuem Leben füllen“, berichtet Verschönerungsvereins-Vorstandsmitglied Ralf Stoffels. Man wolle die altehrwürdige Kapelle auch wieder verstärkt als Tagungsraum für gemeinnützige Vereine anbieten, nachdem der historische Ort zuletzt ausschließlich für Taize-Gebete und einige wenige Vereinszusammenkünfte genutzt worden war.

Ferner ist Stoffels daran interessiert, den Verschönerungsverein „aus der Versenkung zurückzuholen“ und um neue Mitglieder zu erweitern. Dazu wurde bereits die Gestaltung einer eigenen Homepage in Auftrag gegeben.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik