Innenstadt

Mehr als 75.000 beim 75. Kirmeszug in Gevelsberg

Mehr als 75 000 Menschen säumten die Straßen, als die Festwagen durch die Straßen zogen: Die Mühlenhämmer

Foto: Bernd Richter

Mehr als 75 000 Menschen säumten die Straßen, als die Festwagen durch die Straßen zogen: Die Mühlenhämmer Foto: Bernd Richter

Gevelsberg.   Die Rekordzahl an Zuschauern aus dem Vorjahr ist erneut erreicht: Gevelsberg erlebt erneut einen Umzug der Superlative.

Es war der 75. Kirmeszug – und es war ein Umzug der Superlativen. Mehr als 75.000 Menschen säumten nach Schätzungen der Polizei die Straßen, als am Sonntag die Festwagen durch die Straßen zogen, und jubelten den Akteuren der zwölf Kirmesvereinen, ihren Gästen und den Kapellen zu. Damit wurde die gleiche Zahl von Menschen angezogen wie schon im rekordverdächtigen Vorjahr. Es sind immerhin mehr als doppelt so viele Zuschauer, wie Gevelsberg Einwohner hat.

Insgesamt 98 Attraktionen

Viele von den Zaungästen hatten bereits die Nacht zuvor zum Tag gemacht und auf der „schrägsten Kirmes Europas“ gefeiert. Über zwei Stunden zog nun der Zug mit seinen insgesamt 98 Attraktionen an ihnen vorbei. Es war wohl auch der längste Zug in der Geschichte.

Und Petrus ließ dazu zwar nicht die Sonne scheinen, aber keiner der Zuschauer ist nass geworden. Ideales Kirmeswetter also. „Alles hat geklappt, es war wirklich super. Jetzt muss nur noch das Abrücken zu den Bauplätzen funktionieren“, freute sich ein sichtbar entspannter Kirmesvereins-Vorsitzender Michael Sichelschmidt, nach dem der letzte Wagen die Ehrentribüne am Stadtgarten passiert hatte.

Viel wurde im Vorfeld darüber gesprochen, dass es ein technisch sehr aufwändiger Zug sein wird. Aber, das war nur ein Punkt. Großen Beifall gab es für die originellen Ideen, die die Fußgruppen umgesetzt haben. Die Damen zeigten sich als „Mauerblümchen“ und die Hippen schickten die Blumen los. Die Männer präsentierten auch schon mal ihr nacktes Hinterteil. Besonders die kleinen Kirmesgruppen hatten sich dieses Mal stark ins Zeug gelegt. Der Bewertungsausschuss wird es sicherlich in diesem Jahr noch schwerer haben, die Sieger in den einzelnen Kategorien zu ermitteln.

Größte Lücke am Anfang

Und auch seinem Motto machte der Jubiläumszug alle Ehre: „Sit dä Lücken wie’r so grot, dann duert et büs tem Abendbrot“. „Es gab doch einige Lücken, besonders zum Schluss“, räumte Michael Sichelschmidt ein. Zu Beginn fragte sich mancher Zuschauer, wo er denn eigentlich bleibt, der Zug.

Eine halbe Stunde nach dem Start an der Drehbank sollte der Wagen mit dem Hammerschmied eigentlich bei der Sparkasse in die Mittelstraße einbiegen. Er brauchte allerdings über eine Stunde, um sein erstes Ziel zu erreichen. „Die haben die größte Lücke diesmal gleich an den Anfang gestellt, weil sie dieses Motto gewählt haben“, scherzte ein Besucher am Rande. Der guten Stimmung tat das allerdings keinen Abbruch. Die Lücken im Zug gehören eben zur „schrägsten Kirmes Europas“. Und, wenn sie nicht da wären, würden sie den Menschen fehlen.