Feuerwehr

Mehrere Vermisste und ein Großbrand in Gevelsberg

Unter schwerem Atemschutz gehen die Einsatzkräfte in den vollkommen verrauchten Traforaum und retten zwei Vermisste, die dort ohnmächtig geworden waren.

Foto: Stefan Scherer

Unter schwerem Atemschutz gehen die Einsatzkräfte in den vollkommen verrauchten Traforaum und retten zwei Vermisste, die dort ohnmächtig geworden waren. Foto: Stefan Scherer

Gevelsberg.   Die große Übung der drei Löschzüge auf dem AVU-Gelände bietet einige Stolperfallen. Feuerwehrchef Rüdiger Schäfer ist zufrieden.

Als die Sirenen am Freitag um 18.55 Uhr heulten, zogen dunkle Rauchwolken über das AVU-Gelände an der Drehbank. Menschen, die auf Balkonen einer Lagerhalle festsaßen, riefen panisch um Hilfe. Im Innern des Gebäudes wurden zudem weitere Personen vermisst. Alle drei Löschzüge der Stadt eilten zur Einsatzstelle, an der auch schon der Grill rauchte. Denn: Der Großeinsatz war zum Glück nur eine Übung.

Trotzdem nahmen die Feuerwehrleute das relativ schwere Szenario sehr ernst, was Wehrleiter Rüdiger Schäfer, der sich vor Ort ein Bild der Leistungsfähigkeit machte, freute. „Die Lage ist verzwickt und mir Hindernissen versehen. Insgesamt bin ich sehr zufrieden. Und wenn überhaupt keine Fehler gemacht worden wären, hätten wir ja im Anschluss nichts zu besprechen.“

Wasserversorgung stockt

Andreas Geldmacher und seine Frau Wiebke hatten sich die Übung gemeinsam mit Kay Wemper ausgedacht. Ausgangslage war ein Brand im Trafohaus. Zwei Personen waren im Gebäude vermisst, zwei Frauen und ein Baby auf den Balkonen gefangen. Zudem brannte das Außenlager des Energieversorgers. Zu allem Überfluss war auch noch das Hydrantennetz ausgefallen. Einsatzleiter Hartwig Luig musste also zuvorderst Prioritäten setzen, in welcher Reihenfolge er vorgeht.

Zunächst wurden die Menschen von den Balkonen gerettet, parallel machten sich Trupps unter schwerem Atemschutz auf den Weg in das völlig verrauchte Gebäude, um die dort Vermissten zu retten. Gleichzeitig löschten die Mitglieder der drei Löschzüge mit dem Wasser aus den Einsatzwagen und bauten eine Löschwasserversorgung aus der ungefähr 150 Meter entfernt liegenden Ennepe auf.

Das dauerte jedoch länger als geplant und gestaltete sich schwierig. Denn der Pegel des Flusses war derart niedrig, dass die Pumpe, die ursprünglich zum Einsatz kommen sollte, nicht brauchbar war. Dafür hätte ein Teil des Flussbettes ausgehoben oder die Ennepe gestaut werden müssen. So benötigte es einige Zeit länger als geplant, bis die Wasserversorgung stand. „Wir müssen noch erörtern, woran das genau gelegen hat. Aus solchen Hürden gewinnen wir natürlich wichtige Erkenntnisse für den Ernstfall“, sagt Rüdiger Schäfer.

59 Einsatzkräfte vor Ort

So gab es in der direkt anschließenden Manöverkritik durchaus etwas zu bereden. Doch Angst muss in Gevelsberg niemand haben, denn die 59 Feuerwehrkräfte, die mit zehn Fahrzeugen ausgerückt waren, machten ihre Arbeit unterm Strich ganz hervorragend. Das sah auch der stellvertretende Kreisbrandmeister Christian Zittlau aus Sprockhövel so, der die Übung ebenfalls beobachtete. Immer wieder kommen er und Kreisbrandmeister Rolf-Erich Rehm gern zu Übungen im Kreisgebiet, wenn die sie wie in diesem Falle dazu eingeladen werden, um sich einen Überblick zu verschaffen, wie es um die Leistungsfähigkeit und den Teamgeist in den Feuerwehren des Ennepe-Ruhr-Kreises bestellt ist. „So weit ich das überblicken kann, läuft es in Gevelsberg sehr gut. Alle arbeiten Hand in Hand, jeder weiß, was er zu tun hat, und auch die Stimmung in der Truppe scheint sehr gut zu sein“, zieht Zittlau ein zufriedenes Fazit der Übung.

Die war zwar nicht leicht, hat aber wichtige Erkenntnisse gebracht. So spricht Feuerwehrchef Rüdiger Schäfer auch allen teilnehmenden Einsatzkräften sowie den Helfern und Organisatoren der Übung seinen großen Dank aus.

INFOBOX

Ein großer Dank der Feuerwehr geht an die AVU, die das Gelände erneut gerne zur Verfügung gestellt hat.

Auf dem weitläufigen Firmengelände übt auch regelmäßig die Jugendfeuerwehr, wie AVU-Pressesprecher Jörg Prostka berichtet.

Gern blieben die Einsatzkräfte nach dem Ende noch vor Ort, wo es nach getaner Arbeit eine Stärkung vom Grill gab.

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