Politik

Mit Neubauten will Schwelm sparen

Mit Umzug des alten Rathauses in den Neubau auf dem ehemaligen Brauereigelände hofft die Stadt nicht nur Centstücke sparen zu können. Eine Modellrechnung kommt für das erste Jahr auf 93.000 Euro.

Mit Umzug des alten Rathauses in den Neubau auf dem ehemaligen Brauereigelände hofft die Stadt nicht nur Centstücke sparen zu können. Eine Modellrechnung kommt für das erste Jahr auf 93.000 Euro.

Foto: Stefan Scherer / WP

Schwelm.  Mit Umzug des alten Rathauses in den Neubau auf dem ehemaligen Brauereigelände hofft die Stadt im ersten Jahr 93.000 Euro sparen zu können.

Im Jahr 2023 beginnt für die Stadt Schwelm ein goldenes Zeitalter. Nicht nur das neue Kulturzentrum an der Römerstraße und das neue Rathaus auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei zwischen Neumarkt und Schulstraße sollen zu diesem Zeitpunkt bezogen werden, auch die Zentralisierung der Verwaltung in zwei Neubauten unter zwei Dächern soll richtig Geld sparen. Die Musterrechnung der Kämmerei hat für das Bezugsjahr Einsparungen in Höhe von knapp 93.000 Euro ergeben.

Im jüngsten Finanzausschuss gab es für die Politik von der Verwaltung dazu eine eigene Vorlage (Nummer 229/2019) mit vielen Zahlen. Unter der Überschrift „Sachstand zur Zentralisierung“ konnten die Vertreter der Fraktionen die Musterrechnung in Augenschein nehmen. Aktuell wendet das Rathaus an Betriebskosten, Mieten (599.550 Euro) und Abschreibungen (135.600 Euro) für die genutzten Gebäude genau 735.150 Euro im Jahr auf. Abzüglich Erlöse aus Mieterträgen von 18.850 Euro und Sonderposten von 40.900 Euro kostet das die Schwelmer Bürger 675.400 Euro im Jahr. Das neue Rathaus und Kulturzentrum verursachen hingegen Betriebskosten von 447.00 Euro. Für Abschreibung werden 407.500 Euro und für Zinsaufwand 105.200 Euro veranschlagt. Macht zusammen 960.000 Euro. Die prognostizierten Mieteinnahmen für vermietete Gewerbeflächen im Rathaus sind mit 298.000 Euro angesetzt, plus Erlöse aus nicht genauer bezeichneten Sonderposten von 79.200 Euro. Damit würde die Nutzung der Neubauten die Bilanz der Stadt mit 582.800 Euro belasten. Unterm Strich führt das im Vergleich zu den heutigen Kosten zu einer rechnerischen Kosteneinsparung von 92.600 Euro im Jahr.

Mit Bezug der Neubauten benötigt die Stadt ihre Verwaltungsgebäude I bis III (Rathaus Hauptstraße und Immobilien Moltkestraße und Schillerstraße) nicht mehr. Nach ausführlicher Begutachtung sind die Verwaltungsgebäude II und III nachhaltig nicht haltbar, ist in der Vorlage nachzulesen. Bereits seit mehreren Jahren wurden aufgrund eines Ratsbeschlusses keine Unterhaltungsaufwendungen mehr für diese bisherigen Gebäude im Haushalt veranschlagt. Eine Veräußerung der Gebäude zum Buchwert im Jahr 2022 wird angestrebt. Laut Ratsbeschluss strebt die Politik einen Verkaufserlös Buchwert zuzüglich 270.000 Euro an.

„Seit 2011 schleppen wir die sogenannte 0-Variante durch“, sagt Ralf Schweinsberg. Damit meint der Beigeordnete den Neubau eines Rathauses und die Streichung aller finanziellen Mittel für die Sanierung der in die Jahre gekommenen Verwaltungsgebäude. Lediglich in „lebenserhaltende Maßnahmen“ würden seitdem in die Immobilien investiert. Dafür gibt es im Fachbereich Immobilienmanagement einen „Feuerwehrtopf“ von rund 500.000 Euro pro Jahr mit nicht gebundenen Finanzmitteln. „Diese Stellschraube ist endlich. Wir hoffen, dass wir die zweieinhalb Jahre bis zum Einzug in das neue Rathaus noch durchhalten können“, so Schweinsberg.

32,6 Millionen Euro Baukosten

Bei der Betriebskostenrechnung für die Neubauten geht die Verwaltung davon aus, dass im Rahmen der Gewährleistung in den ersten Jahren keine Instandhaltungskosten im neuen Rathaus und im Kulturzentrum anfallen. Die Stadt Schwelm hat neben den Verwaltungsgebäuden zurzeit weitere Räumlichkeiten angemietet, z.B. für die Bücherei und die VHS. Diese Aufwendungen entfallen im Rahmen der Zentralisierung.

Für das neue Rathaus und das Kulturzentrum wurde zur Berechnung der Abschreibungen eine Nutzungsdauer von 80 Jahren auf Basis der Investitionssumme von 32,6 Millionen Euro zur Grunde gelegt. Die Neubauten müssen teilweise über Kredite finanziert werden. Kreditmindernd wirken sich die Verkaufserlöse für die bisherigen Verwaltungsgebäude und für das Grundstück „Turnhalle Schillerstraße“, sowie Landeszuschüsse im Rahmen des ISEK für das Kulturzentrum aus. Ein entsprechender Förderantrag wurde gestellt. Für die aufzunehmende Kreditsumme (verteilt sich auf 3 Jahre) wurde bei der Berechnung ein Zinssatz von 0,5 Prozent zur Grunde gelegt.

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