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Moschee-Bau in Schwelm beginnt – Eröffnung 2019 geplant

Zeigen den Entwurf für die neue Moschee: (von links)  Osman Yilmaz (Vorstand), Imam Levent Cihangir, Vorsitzender Mehmet Konduoğlu und Dogan Tekdemir (Vorstand)

Foto: Andreas Gruber

Zeigen den Entwurf für die neue Moschee: (von links) Osman Yilmaz (Vorstand), Imam Levent Cihangir, Vorsitzender Mehmet Konduoğlu und Dogan Tekdemir (Vorstand) Foto: Andreas Gruber

Schwelm.   Nach mehrjähriger Planung wird jetzt mit dem Bau der neuen Moschee mit Begegnungszentrum an der Hattinger Straße in Schwelm begonnen.

Die Baugrube ist ausgehoben, das Erdreich drumherum unter Folie gepackt. In etwa zwei Wochen werden die Betonmischer anrollen und das Zementgemisch für die Bodenplatte einlassen. Nach mehrjähriger Planung geht es jetzt los mit dem Bau der neuen Moschee in Schwelm.

Die Mitglieder der Türkisch-Islamischen Gemeinde zu Schwelm, die Auftraggeber des Projekts ist, werden sich sagen: Endlich geht es los. Denn ihre aktuelle Moschee, das Eckgebäude an der Talstraße/Hattinger Straße, in dem sich die Muslime seit dem Jahr 2000 zu Gebet und Gesprächen treffen, ist längst zu klein für sie.

Mitglieder zählt derzeit knapp 300 Mitglieder

Etwa 300 Mitglieder zählt die Gemeinde momentan, und das sind immer nur die Familienoberhäupter. „Wenn wir von drei Personen pro Mitglied ausgehen, sprechen wir von rund 900 Menschen, die zu uns kommen“, erklärt Gemeindevorsitzender Mehmet Konduoğlu. Die meisten kämen aus Schwelm, einige aus Ennepetal, Wuppertal und Gevelsberg, und natürlich gebe es in letzter Zeit auch viele Flüchtlinge, die an der Hattinger Straße vorbeischauen.

Die neue Moschee, die direkt neben der alten entsteht, wird drei Geschosse haben, verteilt über eine Grundfläche von etwa 290 Quadratmetern. Kernstück des Neubaus ist der große Gebetsraum, der 200 Quadratmetern misst und nach Mekka ausgerichtet sein wird. Er wird Platz bieten für 400 bis 500 Betende, berichtet Mehmet Konduoğlu. Die Männer beten unten, die Frauen oben, auf einer eigenen Empore.

Die südöstliche Ausrichtung des Gebetsraumes wird von außen später kaum noch erkennbar sein. Das Eingangsportal liegt so versetzt davor, dass die Außenfassade des Gebäudes parallel zur Hattinger Straße verläuft. Der Entwurf stammt vom Kölner Architekten Ali Ishan Günes. Er zeichnet auch für den Moschee-Neubau in Remscheid verantwortlich. Günes hat sich in Schwelm für eine moderne Architektur entschieden. Sie signalisiert durch ein großes Portal mit breiter Treppe und einer Fassade mit viel Glas Transparenz und Offenheit.

Auch eine Begegnungsstätte

Die Moderne der Architektur findet sich auch im Minarett rechts neben dem Gebäude wieder. „Es ist keines im klassischen Sinne, sondern verläuft nach oben wie eine Spirale“, beschreibt es Gemeindesprecher Osman Yilmaz. Das Minarett wird 18 Meter hoch sein und später – wie fast alle Minarette in Deutschland – keinen Lautsprecher haben, über den der Muezzin zum Gebet ausruft.

Zum Neubau gehören auch Räume der Begegnung und für Gespräche. Die Gemeinde selbst spricht von einer Moschee mit Begegnungsstätte – mit Teestube, Küche und Toiletten im Souterrain sowie Gesprächssaal und Vorstandszimmern im Obergeschoss.

Für die jüngeren Besucher – die Gemeinde zählt nach eigenen Angaben aktuell mehr als 110 Jugendliche, von denen viele regelmäßig kämen, wie Vorsitzender Mehmet Konduoğlu sagt – wird es einen eigenen Raum geben, der in der alten Moschee nicht existiert.

Türkisch-Islamische Gemeinde kalkuliert mit 1,2 Millionen Euro an Baukosten

Die Türkisch-Islamische Gemeinde kalkuliert mit etwa 1,2 Millionen Euro an Baukosten. Das Vorhaben werde ausschließlich aus Spenden finanziert, heißt es. Ende des Jahres soll der Rohbau stehen, in rund zwei Jahren Eröffnung gefeiert werden. Ausführendes Bauunternehmen ist die Firma Koc aus Aldenhoven. Arbeiten seien aber auch an deutsche Firmen vergeben worden, war zu hören.

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