Ulrich Isfort

Musik ist spirituelle Erfahrung

Ulrich Isfort ist Kantor aus Leidenschaft.

Ulrich Isfort ist Kantor aus Leidenschaft.

Foto: Lilo Ingenlath-Gegic

Schwelm.   Kantor Ulrich Isfort ist auch nach 25 Jahren begeistert von seinem Beruf. Am 1. Oktober feiert er sein silbernes Dienstjubiläum

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Ulrich Isfort ist mit Leib und Seele Kantor in der Katholischen Probsteigemeinde St. Marien. Am 1. Oktober kann er sein 25. Jubiläum feiern. Seine Arbeitsstelle in Schwelm nennt der 55-Jährige einen „großen Glücksfall“.

Was hat Sie vor 25 Jahren nach Schwelm verschlagen?

Ulrich Isfort: Nachdem ich 13 Jahre in Regensburg und Salzburg studierte und arbeitete, wollte ich gerne wieder in meine Heimat und in die Nähe der Familie zurück, da war 1993 die freie Kantorenstelle an St. Marien für mich ein Glücksfall.

Sie leben in Schwelm. Wie lange hat es gedauert, sich in Schwelm einzuleben?

Ich habe mich sofort wohlgefühlt in unserer Stadt und bin in meiner Gemeinde damals herzlich aufgenommen worden.

Welches waren für Sie die Höhepunkte im musikalischen Kirchenleben von St. Marien in den 25 Jahren?

Da gab es sehr, sehr viele. Außergewöhnliche Aufführungen für mich und die Schola Cantorum waren sicherlich die „Johannes-Passion“ von J. S. Bach und die „Schöpfung“ von Joseph Haydn. Aber es gab und gibt auch immer wieder Gottesdienste, in denen ich eine musikalische Gänsehaut bekomme, besonders wenn die Gemeinde kräftig mitsingt.

Sie sind nicht nur Kantor, sondern auch Regionalkantor. Welche Aufgaben haben Sie als Kantor und als Regionalkantor zu bewältigen?

Das Amt des Regionalkantors heißt nun „Koordinierender Kirchenmusiker“. Ich bin fachlicher Ansprechpartner für das Pastoralteam und für neben- und ehrenamtliche Organisten und Chorleiter unserer Propstei. Das Schöne an unserem Beruf ist, dass wir so vielfältig arbeiten können: Musik mit Kindergarten- und Schulkindern, Popmusik mit Jugendlichen, Oratorien mit Erwachsenen. Orgelkonzerte auch mit Instrumenten und vieles mehr. Zurzeit spiele ich eine CD mit Orgelwerken von Joh. Seb. Bach ein. Seit 2016 ist St. Marien ein kirchenmusikalischer Schwerpunkt im Bistum Essen.

Was macht Ihre Arbeit als Kantor spezifisch katholisch, gibt es einen Unterschied zu einem evangelischen Kantor?

Wir haben im Wesentlichen das gleiche musikalische Repertoire. Als katholischer Kantor spiele ich täglich eine Heilige Messe innerhalb der Propstei.

Von 1993 bis 2016 leiteten Sie den Kirchenchor St. Cäcilia. Dann wurde er aufgelöst. Konnten Sie da Ersatz schaffen?

Diese Generation hat nicht nur im Chor für unsere Kirche ganz Wichtiges geleistet. Der Chor wurde für sein Engagement in mehr als 100 Jahren u.a. vom Bundespräsidenten mit der Zelter-Plakette ausgezeichnet. Heute konzentriere ich mich mehr auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. In diesem Jahr haben wir mit Popmusik in der Kirche einen neuen Auftakt gemacht, der begeistert aufgenommen wurde.

Wie sind Sie zur Musik im Allgemeinen und zur Orgel im Besonderen gekommen?

In meiner Familie im Münsterland wurde zuhause immer viel gesungen und musiziert. Als ich mit 12 Jahren ein Orgelstück von Bach in der Kirche hörte, wusste ich: Das ist meine Berufung!

Welche Aspekte beinhaltet Kirchenmusik für Sie?

Musik ist zunächst einmal Ausdruck des Glaubens und spirituelle Erfahrung. Zudem vereint sie unterschiedlichste Menschen im gemeinsamen Singen und Zuhören, sei es im Chor oder in der Gemeinde. Und nicht zuletzt haben wir auch viel Spaß daran. Ohne Kirchenmusik wäre unsere Liturgie kaum denkbar.

Geben Sie auch Konzerte außerhalb von Schwelm?

Ja, es gibt häufig Anfragen. Es ist für mich immer wieder eine Freude in anderen Kirchen Konzerte zu spielen und neue Orgeln zu entdecken.

Welche Projekte für die Zukunft haben Sie geplant?

Popmusik für junge Leute, Orgel- und Chorkonzerte, Orgel PLUS mit Kindern und Jugendlichen.

Was liegt Ihnen besonders am Herzen?

Die Weitergabe des Glaubens und der traditionellen Musik an die nächste Generation ist unser Kerngeschäft, besonders durch Gottesdienste. Die Kirche muss sich dafür immer wieder erneuern. Ich hoffe, dass ich als Kantor mit der Musik dazu beitragen kann „nicht die Asche anzubeten, sondern das Feuer weiterzureichen“ (Gustav Mahler).

Unsere wunderbare Seifert-Orgel (1983) hat nur sechs mechanische Setzerkombinationen. Eine heute übliche elektronische Setzeranlage wäre ein Traum, um auch romantische und moderne Orgelmusik besser darstellen zu können. Eine solche Anlage würde mehrere zehntausend speicherbare Klangkombinationen ermöglichen.

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