Musikschule

Musikschule Gevelsberg: 37 Jahre Musik mit Witold Rex

Elisabeth und Witold Rex sind seit 40 Jahren verheiratet und schwingen auch musikalisch auf einer Wellenlänge. Gemeinsam haben sie schon viele Musicals  geschrieben und aufgeführt.

Elisabeth und Witold Rex sind seit 40 Jahren verheiratet und schwingen auch musikalisch auf einer Wellenlänge. Gemeinsam haben sie schon viele Musicals geschrieben und aufgeführt.

Foto: Carmen Thomaschewski

Gevelsberg.  Musikschullehrer ist in den Ruhestand verabschiedet worden. Er brachte den Gevelsbergern das Gitarre spielen,mit seiner Frau schreibt er Musicals

Wie vielen Jungen und Mädchen er das Gitarre spielen in den vergangenen 37 Jahren in der Stadt beigebracht hat? „Keine Ahnung“, sagt er und lacht. „Vielen.“ Witold Rex hofft, dass er ihnen den selben Spaß vermitteln konnte, wie er ihn hat. Immer, wenn er das Instrument in die Hand nimmt und Akkorde anstimmt, den Tönen lauscht, komponiert. Was er jetzt machen wird? Musik machen, die Zeit genießen, sagt er. „Und dann mal schauen.“

So ganz angekommen ist er im Ruhestand noch nicht. Seit dem 1. April ist der 65-Jährige nicht mehr als Lehrer bei der Musikschule Gevelsberg angestellt, seine Funktion als stellvertretender Musikschulleiter füllt er aber noch immer mit Leidenschaft aus. Beim Gitarrenfestival war er wie gewohnt dabei, half mit bei der Organisation, hörte abends den Künstlern im Publikum zu, bereitete mit seiner Frau am Nachmittag den Flyer für ihr nächstes gemeinsames Musical vor. Viel hat sich im Alltag bisher nicht geändert. „Ich hatte das große Glück, mein Hobby zum Beruf machen zu können“, sagt er und empfindet Dankbarkeit für die vielen schönen Jahre in Gevelsberg. Mit der Musik, mit seinen Kindern, mit seiner Frau.

Sohn Martin auch an Musikschule

Seit 40 Jahren sind die beiden verheiratet, schwingen auch musikalisch auf einer Wellenlänge. Studiert haben sie an der Musikhochschule Köln im Institut Wuppertal. „Der Plan war es, dass wir beide in Gevelsberg an der Musikschule arbeiten“, sagt Elisabeth Rex. Sie wollten sich eine Stelle teilen, gemeinsam lehren und die drei Kinder groß ziehen. Gearbeitet haben sie zusammen, aber nur in ihrer Freizeit. Das mit der Festanstellung klappte nur bei ihm, weil ihre Fächer schon belegt waren, als sie in den Beruf einsteigen wollte. Sie machte sich selbstständig und gibt heute noch Klavier- und Blockflötenunterricht.

Mehrere Musicals haben sie geschrieben mit hunderten Kindern in der Stadt zusammen gearbeitet, um ihnen die Musik näher zu bringen. Kultur habe in dieser Stadt einen großen Stellenwert, sagt Witold Rex. Er weiß aus Erfahrung, dass die Zusammenarbeit der verschiedenen Einrichtungen gut funktioniere, der Austausch lebendig und bereichernd sei. Er selbst habe übrigens nie eine Musikschule besucht, sagt er, er habe sich das Instrument selbst beigebracht. Mit 16 unterrichtete er bereits andere. Der endgültige Berufswunsch reifte in ihm während seiner Zeit bei der Bundeswehr. Der Mann, der 1967 Polen verließ und nach Deutschland kam, spricht von einer Initialzündung, die er damals erlebte. Und die ihn auch heute noch entfacht. Seit 1985 lebt die Familie Rex in Gevelsberg. Sohn Martin ist ebenfalls Musikschullehrer geworden. „Bis zu seinem 14. Lebensjahr hat er sich von mir unterrichten lassen“, sagt Witold Rex und lacht. Danach wollte er lieber in die Musikschule und zu einem anderen Lehrer.

Nachbesetzung läuft

Längst arbeiten sie wieder zusammen. In der Musikschule, an Projekten, an ihrem Handbuch für das Arbeiten mit Jeki-Kindern, „damit man frustfrei durch den Unterricht kommt“, sagt Rex. Was er an seinem Beruf so liebt? Die Vielfalt seiner Aufgaben, für die er auch selbst immer gesorgt hat. Aus Berufung, nicht, weil er es als Pflicht ansieht. Die Zusammenarbeit mit Jung und Alt machte ihm immer Freude. Jetzt sei er gespannt, wie der Generationenwechsel gelingt.

Die Musiklehrer von damals, als die Einrichtung gegründet wurde, also Menschen wie er, würden jetzt nach und nach ausscheiden. Er hofft, dass sich der Abenteuergeist, der immer in der Einrichtung steckte, auch durch Dagmar Tewes, erhalten bleibt. Die Nachbesetzung seiner Stelle läuft ebenfalls.

Einige neue Lehrer seien schon da, richtig gute Leute, schwärmt Witold Rex. Er weiß, dass sie die musikalische Jugend der Stadt prägen, so wie er es lange Zeit getan hat. Für ihn sei es ein großes Glück gewesen, dass der Weg ihn hier her führte. In einem der Zimmer hängen schon die Kostüme für das Musical, an dem die beiden derzeit arbeiten, in einem anderen steht das Klavier, sind Gitarren an den Wänden.

Premiere des neuen Stücks ist am 25. Mai. Dann werden die beiden unterstützt von 100 Kindern zeigen, warum Musik so besonders ist. So wie sie es immer getan haben.

>>> INFO

Das Kinder-Musical von Elisabeth und Witold Rex „Die Ennepe macht Theater“ wird am Samstag, 25. Mai, ab 15 Uhr in der Aula im Schulzentrum West aufgeführt. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Eintrittskarten gibt es in der Musikschule, 02332/2851 oder musikschule@stadtgevelsberg.de

Als Rahmengeschichte zu den jährlichen Jeki/Jekits-Konzerten der Musikschule der Stadt feiert „Die Ennepe“ in diesem Jahr 10. Geburtstag und macht nun „Theater“. Gefeiert wird an diesem Tag auch 20 Jahre Zukunftsschmiede Gevelsberg.


„Meine Frau schreibt die Texte, ich die Musik“, sagt Witold Rex zu den Musicals, die beide zusammen in Gevelsberg entwickelt und aufgeführt haben.

Das erste war ein Weihnachtsmusical vor mehr als 30 Jahren in der Erlöserkirche. Es folgten viele weitere zu vielen besonderen Anlässen.

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