Kultur

Musikschule Schwelm glänzt mit Konzert

Die verschiedenen Ensembles der Städtischen Musikschule Schwelm stimmten beim Adventskonzert in der Aula der Dietrich-Bonhoeffer-Realschule auf die Weihnachtszeit ein.    Foto:HB

Die verschiedenen Ensembles der Städtischen Musikschule Schwelm stimmten beim Adventskonzert in der Aula der Dietrich-Bonhoeffer-Realschule auf die Weihnachtszeit ein.    Foto:HB

Schwelm.   Mit einem Adventskonzert stimmt die Städtische Musikschule in die besinnliche Zeit ein. Nicht nur Musiker, auch das Publikum hat Lampenfieber.

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Aus allen Richtungen erklangen die verschiedensten Töne oder sogar Melodien – gepaart mit aufgeregtem Geschnatter und Lampenfieber. Dem Besucher war beim Eintritt in die Dietrich-Bonhoeffer-Realschule in Schwelm sofort klar: Hier wird ihm gleich sehr viel geboten. Die Städtische Musikschule hatte zu ihrem Adventskonzert eingeladen.

Ob Klein, ob Groß – es wurde zum Advent musiziert. Dabei machte dieses berühmt-berüchtigte Lampenfieber vor kaum einem Halt – sogar die stolzen Großeltern und Eltern rutschten nervös auf ihren Stühlen – hoffentlich klappe das auch mit der Handyaufnahme, wenn der große Auftritt komme. Ein Vater sagte stolz: „Meine Tochter ist sehr viel cooler als ich.“

Klassik und Moderne

Die Musikschulleiterin Gabriele Weidner konnte es selbst noch nicht richtig fassen, wo denn bloß die Zeit geblieben sei und fragte bei der Begrüßung der zahlreichen Zuhörer wie Franz Beckenbauer: „Ist denn schon wieder Weihnachten?“ Diese Frage konnten die begeisterten Zuhörer spätestens nach dem Konzert alle mit Ja beantworten – die Musikerinnen und Musiker hatten geschickt mit ihren wundervollen Darbietungen die richtige Vorweihnachtsstimmung in der Aula hervorgezaubert. Es gab traditionelle Advents- und Weihnachtslieder, festliche Klassik-Kompositionen, aber auch moderne Popsongs und kleine nachdenkliche, humorvolle Weihnachtsgeschichten. Für jeden Musikgeschmack war etwas dabei

Jeder einzelne Programmpunkt, jedes einzelne Ensemble, jeder einzelne Musiker hatte sich den herzlichen Applaus redlich verdient und müsste hier namentlich genannt werden. Eine Besucherin lobte: „Wir gehen regelmäßig in die Konzerte – wir lieben diese Abwechslung.“ Und sie gestand: „Einen ganzen Abend nur Streicher oder Akkordeon – das ist nichts für uns.“

Antonia Kohlstadt (10) spielt gerade „knapp drei Jahre Cello“, aber ihr Berufswunsch stehe jetzt schon fest: „Ich will Berufsmusikerin werden und in einem Symphonieorchester spielen.“ Seit Kurzem spiele sie bei „Strich.Art“ (kleines Streichorchester) mit und schwärmt: „Mit anderen zusammen zu spielen, ist einfach toll. Wir spielen auch Lieder aus dem Radio, nicht nur Klassik und so.“

Anja Wessels vom Blockflötenensemble „Spuckstengel“ bringt es auf den Punkt: „Allein zu Hause rumdudeln bringt nichts!“ Und: „Im Ensemble hast du viel mehr Möglichkeiten, es ist generationsübergreifend. Ich spiele jetzt mit meiner ehemaligen Blockflötenlehrerin aus der Kindheit zusammen.“

„Du kannst mal die Melodie, die Harmonie oder die Rhythmusstimme spielen. Es macht einfach in der Gemeinschaft mehr Spaß“, ergänzt Anja Bertram, die an diesem Tag die Bassblockflöte spielte.

Aber nicht nur die Musiker hatten ihren Spaß. Schnell sprang der Funke von der Bühne ins Publikum über. Die „Back Shop Boys“ mit der stilechten roten Mütze – aber leider ohne ihren erkrankten Lehrer Jiri Schneider – rockten den Saal. Die technische Unterstützung übernahm Börge Ertekamp vom Gitarrenensemble. Da wurde fix kräftig mitgesungen und -geklatscht bei „All I want for Christmas is you.“

Mit „Ohrwurm“ geht’s nach Hause

Der Popchor „Die Sirenen“ bekannte sich zu „We are the World“ und sang das schwedische Weihnachtslied „Jul“ unter Leitung von Ferdinand Junghänel, der selbst klassischen Gesang an der Universität Köln studiert hat. Das Akkordeonensemble unter Leitung von Daiga Röhl holte „Santa Claus“ in die Stadt, während das „Junge Holz“ (Bläserensemble) traditionell den lieben Advent ansagte. J. S. Bach gab es von Mirko Allermann und den beiden Lehrerinnen Ann-Kristin Mertmann und Kaung-Ae Lee in Perfektion.

Das Salonorchester „Schwelmer Melange“ ging mit den Besuchern Schlittschuhlaufen und die Zuschauerreihen wiegten sich im Walzerrhythmus (op. 183, Emil Waldteufel). Das gelungene Konzert endete mit dem gemeinsam gesungenen Ohrwurm „In der Weihnachtsbäckerei“ – dies hörte man später noch weit auf dem Parkplatz.

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