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Musikschule Schwelm startet Hilferuf

Die Übergangslösung für die Musikschule stößt bei immer mehr Schülern und auch Lehrern auf Kritik. So müssen die Schüler vor Beginn der Unterrichtsstunde häufig im Regen ohne Unterstellmöglichkeit vor der Tür ausharren.

Foto: Bernd Richter

Die Übergangslösung für die Musikschule stößt bei immer mehr Schülern und auch Lehrern auf Kritik. So müssen die Schüler vor Beginn der Unterrichtsstunde häufig im Regen ohne Unterstellmöglichkeit vor der Tür ausharren. Foto: Bernd Richter

Schwelm.   Leiterin berichtet von unwürdigen Unterrichtsräumem. Schüler lernen unter schwierigsten Bedingungen ihre Instrumente zu spielen.

In der Musikschule läuft nicht alles rund. Zwar stimmen die Zahlen, doch an den jetzt öffentlich gewordenen Misstönen sind nicht die Lehrer und auch nicht die Schülerinnen und Schüler schuld, sondern vielmehr die räumlichen Rahmenbedingungen, unter denen in den vergangenen Monaten seit dem Auszug aus der Musikschul-Domizil an der Kaiserstraße der Unterricht stattfinden muss. Die Immobilie wurde für die Unterbringung von Asylbewerbern hergerichtet. Als Interimslösung bis das neue Rathaus fertig ist, muss die Musikschule mit Räumen in der Dietrich-Bonhoeffer-Realschule, der Grundschule Ländchenweg und der Engelbertschule Vorlieb nehmen. Diese werden auch anderweitig genutzt.

Bürgermeisterin ist überrascht

Eine Lösung, mit der die Musikschüler, deren Eltern und auch die Musikschulleitung nicht zufrieden sein kann. Nachdem Brigitte Gregor-Rauschtenberger in ihrer Funktion als Vorsitzende des Fördervereins der Städtischen Musikschule zu Beginn der Sitzung des Kulturausschusses in der Bürgerfragestunde ihren Missmut über die herrschenden räumlichen Zustände kundgetan hatte, griff Musikschulchefin Gabriele Weidner in der Sitzung selbst den Ball auf. In einer für den Ausschuss vorbereiteten Power-Point-Präsentation nannte sie die Missstände beim Namen.

Erstaunen und Überraschung machte sich in den Reihen der Ausschussmitglieder und auch bei Bürgermeisterin Gabriele Grollmann breit. Die Verwaltungschefin zeigte sich ein wenig verstört über das Vorgehen von Gabriele Weidner, das sie nicht im Vorfeld der Sitzung diese Präsentation mit ihr abgesprochen habe. Das ließ die Musikschulleiterin nicht unkommentiert. „Die Probleme, die ich hier angesprochen habe, sind alle mit dem Fachbereichsleiter Andreas Tolksdorf rauf und runter angesprochen und die Räume auch angeschaut worden“, so Gabriele Weidner. Sie bekomme fast täglich Beschwerden der Eltern, der Ausschuss sollte darüber Bescheid wissen. „Die Eltern wollen wir ja auch als zahlende Kunden behalten.“ In diesem Jahr habe sie wegen der Raumproblematik sogar zwei Kurse nach Hause schicken, das Geld den Teilnehmern zurückerstatten müssen.

Auf zwei DIN-A-4-Blätter hat die Musikschulleitung die Missstände aufgelistet – fein säuberlich getrennt zwischen bisher noch nicht gelösten Problemen und unlösbaren Problemen.

Nicht gelöst sind u.a.: fehlende Vordächer an den Eingängen, die Schüler stehen im Regen; fehlender Sonnen- und Hitzeschutz an den Fenstern; fehlende Vorhänge zur Schalldämmung im Schlagzeugraum; Schlüsselproblematik; kein Zugang zum Telefon, fehlender Ausweichraum; Lagerungsprobleme für Musikinstrumente, keine verlässliche Raumnutzung.

Unlösbare Probleme: mangelhafte Heizung der Räume; unwürdiges, beengtes Unterrichtsambiente; verschlossene Eingangstüren; erforderliche Umzuge innerhalb der Schule; ungeeigneter Raum für Krabbelschule und Früherziehung; Beschädigung und Verdreckung der an ungeeigneten Stellen lagernden Musikschulinstrumente.

Die Bürgermeisterin dankte Gabriele Weidner „für die gute, geleistete Arbeit“ und versprach, sich der Probleme anzunehmen. Der Kulturausschuss wird im neuen Sitzungszyklus im neuen Jahr bei einen Ortstermin sich die Musikschulräume anschauen.

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