Karneval

Närrischer Rahmen für fröhlichen Orden in Gevelsberg

„De 5 Fleje“ setzen den musikalischen Rahmen im Zentrum für Kirche und Kultur.

Foto: Gerd Hermann

„De 5 Fleje“ setzen den musikalischen Rahmen im Zentrum für Kirche und Kultur. Foto: Gerd Hermann

Gevelsberg.   Einst gab sich die Prominenz bei der Ordenverleihung der Hippendörfer die Ehre, heute werden lieber lokale Größen damit ausgezeichnet.

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Wenn die Vorbereitungen für die diesjährige Verleihung des Ordens Freude und Frohsinn noch auf Hochtouren laufen würden, dann wäre bei den Hippendörfern etwas schief gelaufen. Wer beim Karneval am Ball bleiben will, der muss frühzeitig dran sein. „Ich könnte bereits sagen, wer im Jahr 2019 auf der Bühne stehen wird. Die Künstler sind jetzt schon gebucht“, sagt Gerd Laake, Geschäftsführer der KG Hippendorf.

Verleihung am 27. Januar

Aber, die Gevelsberger Narren freuen sich erst einmal auf die 2018er Ausgabe am Samstag, dem 27. Januar um 20.11 Uhr, im Zentrum für Kirche und Kultur. Für die Ordensverleihung an die Taubenväter haben die Hippendörfer den richtigen karnevalistischen Rahmen gefunden. „De 5 Fleje“ aus Bergheim ist eine Karnevalsband, die auch schon die Essener Grugahalle mit ihren kölschen Liedern zum Kochen gebracht hat.

Die Tanzgarde der großen Hildener Karnevalsgesellschaft trainiert unter Profi-Bedingungen für ihre Auftritte: Jeweils zwei Stunden an zwei Tagen in der Woche. Als Büttenrednerin dabei ist „Stewardess Marina – die fliegende Holländerin“: „Unser Pilot möchte nicht nur, dass Sie sich im Passagierraum wie zu Hause fühlen, Sie werden sogar wünschen, Sie wären schon dort.“

Professionelle Agenturen

Um so vielbeschäftigte Künstler zu buchen, arbeitet Laake mit professionellen Agenturen zusammen. Es gibt auch Messen, auf denen ein Künstler nach dem anderen Kostproben seines Sinns von Humor gibt und im Zuschauerraum die Verantwortlichen der Karnevalsvereine sitzen, die aussuchen können. Da kann es schon einmal sein, dass ein Profi günstig verpflichtet wird, der nach ein paar spektakulären Auftritten in der Beliebtheit beim Publikum durch die Decke geht und eigentlich unbezahlbar wird.

Die Laudatio auf die Taubenväter hält Stefan Biederbick. Der stellvertretende Bürgermeister hat den Orden für Freude und Frohsinn im vergangenen Jahr erhalten. Die Hippendörfer halten damit an dem Gedanken fest, lieber lokale Schwergewichte mit dem närrischen Orden zu dekorieren. Früher war das mal anders, da drängten sich viele Politiker in die Gevelsberger Bütt.

Probleme in Wahljahren

„In Wahljahren hatten die bei uns auf der Bühne aber oft Wahlkampf gemacht. Das war dann nicht so schön“, erinnert sich Gerd Laake. Nur einmal hat er einen Korb bekommen: Von Johannes Rau, der gern nach Gevelsberg gekommen wäre, doch ein politischer Termin kam dazwischen. Gern erinnert sich der Geschäftsführer der Hippendörfer noch an den Besuch des Christdemokraten Kurt Biedenkopf im Jahr 1986: „Wir dachten, der kommt mit einer von wem auch immer geschriebenen Rede. Aber, er hat sich nur ein paar Notizen auf einer Serviette gemacht.“

Beeindruckt war auch Marie-Luise Marjan alias „Mutter Beimer“ aus der „Lindenstraße“ von der Einladung der Hippendörfer im Jahr 1991. Laake erinnert sich noch genau an die entsprechende Ordensverleihung; „Wir haben so getan, als hätte uns der Laudator versetzt und rumgefragt: Wird doch irgendjemand mal die Lindenstraße gesehen haben, oder? Und dann ist Joachim Hermann Luger, der in der Serie Beimars Ehemann spielt, hinter dem Vorhang hervor gekommen.“ Die Marjan war so angetan, „dass sie uns den Genscher als nächsten Ordensträger vermitteln wollte“. Aber, da haben die Hippendörfer dann doch lieber abgewunken.

Einstimmige Entscheidung

Nun ist Gevelsbergs einziger Verein, der sich neben der Kirmes noch den Karneval auf die Fahnen geschrieben hat, froh, verdiente Gevelsberger ins Rampenlicht zu rücken. „Die Entscheidung für die Taubenväter als 42. Ordensträger ist im Vorstand einstimmig gefallen“, verrät Laake.

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