Neue Kita

Naturverbundenheit und Kreativität

Natur, Musik und Tanz – hier in Kombination beim Johannifest in Hagen – spielen im pädagogischen Konzept der  Waldorfkindergärten eine große Rolle.

Natur, Musik und Tanz – hier in Kombination beim Johannifest in Hagen – spielen im pädagogischen Konzept der Waldorfkindergärten eine große Rolle.

Foto: privat

Ennepetal.   An der Vilvoorder Straße entsteht der erste Waldorfkindergarten im EN-Südkreis. Viergruppige Einrichtung nimmt voraussichtlich am 1. Dezember Betrieb auf

Bei der Abstimmung im Jugendhilfeausschuss über die Träger für die drei zu errichtenden neuen Kindergärten in Ennepetal, da hatte er die Nase ganz weit vorn: Der Verein Waldorfkindergärten Hagen. Voraussichtlich zum 1. Dezember dieses Jahres kann er seine Einrichtung an der Vilvoorder Straße in Betrieb nehmen. Dann wird es erstmals im EN-Südkreis einen Waldorfkindergarten geben.

Noch hat der Investor Materio GmbH, der das Gebäude errichten wird (wir berichteten), die Arbeit nicht aufgenommen, dennoch ist die Nachfrage nach Plätzen schon sehr groß. Mehr als 30 Anmeldungen lägen vor, berichtet Katja Funke, die Geschäftsführerin des Vereins Waldorfkindergärten Hagen. Im Mai soll es mit dem Bau auf der Fläche an der Windecke – in Nachbarschaft des dortigen Bolzplatzes – los gehen. „Wir werden am 20. Mai ein Wiesenfest veranstalten“, erklärt sie. Dann möchte sich die Einrichtung vorstellen.
„Es wird Dinkelbrötchen und typische Spiele geben“, kündigt Katja Funke an. Außerdem soll ein Shuttle-Bus alle Interessierten nach Haspe bringen, wo sie den dortigen Waldorfkindergarten besichtigen können.

Das pädagogische Konzept der Waldorfkindergärten basiert auf der Menschenkunde Rudolf Steiners und der Anthroposophie. „In seiner Einzigartigkeit, die jedes Kind zu etwas Besonderem macht, wollen wir es schützend begleiten und es sich seinem individuellem Tempo gemäß entwickeln lassen“, so der Leitgedanke. „In Zusammenarbeit mit den Eltern unterstützen und leiten wir das Kind, wo es unsere Hilfe braucht, um gesund aufzuwachsen.“

Konkret beruht die Pädagogik unter anderem auf dem Prinzip „Vorbild und Nachahmung“. „Es wird beispielsweise in den Gruppen selbst gekocht“, erklärt Katja Funke. „Die Kinder wollen und können dabei helfen.“ Auch gibt es einen festen Tagesrhythmus mit freiem Spielen, gemeinsamem Frühstück, Zeit im Freien, Märchenkreis, gemeinsamem Mittagessen und Ruhezeit. Dazu gehören feste Abholzeiten. Auch innerhalb der Woche und der jeweiligen Jahreszeit ist die Betreuungszeit strukturiert. Wert wird zum einen auf große Naturverbundenheit gelegt, zum anderen auf eine vollwertige Ernährung. In der Waldorfpädagogik geschultes Personal wird in Ennepetal beschäftigt, zum Teil sollen auch Mitarbeiterinnen aus den bestehenden Häusern nach Voerde wechseln.

Seit 1981 in Haspe

„Bei uns steht die Gemeinschaft im Vordergrund“, betont Katja Funke. Das beinhaltet die Einbindung der Eltern, die sich aktiv am Vereinsleben beteiligen. Nicht zuletzt wird der Verein bei der Gestaltung des Gebäudes in Voerde mitwirken können – gegebenenfalls in Eigenleistung. „Und wir möchten auch gerne zügig Ennepetaler Eltern im Vorstand haben“, meint die Geschäftsführerin.

In Haspe hatte der Verein schon 1981 den ersten Waldorfkindergarten in Hagen eröffnet. Ein zweiter folgte 1983 im Stadtteil Eilpe. Inzwischen sind beide Einrichtungen in Neubauten gezogen – der eine Kindergarten blieb in Haspe, der andere ist seit 2012 in Delstern beheimatet. Der Hagener Verein ist der größte Träger von Waldorfkindergärten in ganz NRW – mit bislang zwei Standorten, insgesamt acht Gruppen und 155 betreuten Kindern. In Ennepetal werden 75 Kinder in vier Gruppen hinzu kommen. „Wir überlegen, ob wir den Verein umbenennen werden“, erklärt Katja Funke. Auf jeden Fall werde es ein neues Logo geben.

Lange Kontakt nach Ennepetal

Auf dem 2500 Quadratmeter großen Grundstück an der Vilvoorder Straße wird ein eingeschossiges Gebäude entstehen, das auf 715 Quadratmetern vier Gruppen Platz bietet. Neben den erforderlichen Parkplätzen wird ein Außengelände eingerichtet, das ebenfalls viele Gelegenheiten zum kreativen Spielen bieten soll. Mit dem Investor Materio GmbH habe es schon Gespräche über die Baupläne gegeben. „Wir passen total gut zusammen“, meint Katja Funke. „Sie bauen ökologisch und freuen sich, auch einmal eine Waldorfkindergarten bauen zu können.“

Durch die Einrichtung in Haspe besteht für den Verein, der auch eng mit der Hasper Waldorfschule zusammenarbeitet, übrigens schon seit vielen Jahren eine Verbindung nach Ennepetal. Viele Eltern hätten ihre Kinder im Waldorfkindergarten Haspe angemeldet, erklärt Katja Funke. Daher sei man schon lange mit dem Jugendamt der Stadt Ennepetal im Gespräch gewesen, einen Waldorfkindergarten einzurichten. Man freue sich, dass es nun geklappt hat.

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