Unternehmer

Netzwerk bringt Millionen für den Ennepe-Ruhr-Kreis

Torsten Gert, Geschäftsführer des Autohaus Tepass und Seiz,  ist so etwas wie der Patron der BNI-Gruppe aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die seine Hagener Stammgruppe rechts überholt hat.

Torsten Gert, Geschäftsführer des Autohaus Tepass und Seiz, ist so etwas wie der Patron der BNI-Gruppe aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die seine Hagener Stammgruppe rechts überholt hat.

Foto: Stefan Scherer

Schwelm.   Unternehmernetzwerk BNI hält im ersten Jahr seines Bestehens 8,5 Millionen Euro Umsatz in der Region. Viele Betriebe arbeiten erst jetzt zusammen

Skepsis steht vielen zunächst ins Gesicht geschrieben, die von BNI hören. Das Kürzel steht für Business Network International – auf deutsch Internationales Geschäftsnetzwerk – und ist seit eineinhalb Jahren auch im südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis aktiv. Ist noch ein Unternehmerzusammenschluss notwendig? Ist das der nächste geschlossene Kreis mit elitärem Anspruch? Fragen, die sich vielen stellen, die von BNI das erste Mal hören. Fragen die Torsten Gert eineinhalb Jahre nach der Gründung der heimischen Gruppe gern beantwortet.

Der Geschäftsführer der Autohaus-Gruppe Tepass und Seiz gab den dem südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis sozusagen Starthilfe, als sich auch hier Selbstständige unter dem BNI-Banner zusammentaten.

Fast 60 Mitglieder generiert

Gert ist selbst seit Längerem bei BNI in Hagen tätig gewesen und stellte sich gern als Berater zur Verfügung. Ergebnis: EN ist mit Vollgas rechts an Hagen vorbeigezogen, hat sich aus dem Stand in die Top Zehn der mehr als 500 deutschen BNI-Gruppen katapultiert. „Das Ding ist von Beginn an geflogen wie eine Kuh“, sagt er grinsend. „Hier ist in nur 18 Monaten das mitglieds- und umsatzstärkste Chapter in Nordrhein-Westfalen entstanden.“

Umsatz ist das Stichwort, um das sich alles bei dem Zusammenschluss dreht. Denn am Ende geht es darum, dass jeder Einzelne durch sein Engagement Geld verdient. Unter dem Gründungsvorstand Kai Erlemeyer, Jens Küper und Holger Wietschenk sind durch die Netzwerkarbeit bei den mittlerweile 57 Mitgliedern 8,5 Millionen Euro Umsatz angefallen, die sonst gar nicht entstanden oder zumindest aus der Region abgeflossen wären. Das System fußt auf Empfehlungen und Verbindlichkeit, jede Branche ist nur einmal zugelassen. Beispiel: Der Dachdecker bekommt mit, dass ein Bauherr noch einen Elektriker aber auch einen Rechtsanwalt benötigt. Er empfiehlt seine BNI-Mitglieder, die sich bei besagtem Bauherrn melden.

Verbindlichkeit ist oberstes Gebot

„Zuverlässigkeit, Verbindlichkeit und vor allem eine Arbeit, die zufriedene Kunden hinterlässt, sind dabei von größter Bedeutung“, sagt Torsten Gert. Wer sich daran nicht hält, wirft am Ende ein schlechtes Licht auf denjenigen, der die Empfehlung ausgesprochen hat und gefährdet seine Zukunft in dem Netzwerk. Denn: Jedes Mitglied muss sich in jedem Jahr um seine Mitgliedschaft neu bewerben.

Wöchentlich ziehen die Mitglieder mit einer 20-Punkte-Tagesordnung Bilanz. „Daraus resultiert gegenseitige Wertschätzung, und ich kann für meine Firma ganz klar sagen, dass es sie aufgewertet hat“, sagt Kai Erlemeyer, der nun als normales Mitglied in die zweite Reihe gerückt ist.

Kaufkraft vor Ort erhalten

Das Ziel der Gruppe lautet: Weiter wachsen, weiter Umsätze steigern und die Kaufkraft vor Ort in Schwelm, Gevelsberg und Enneptal erhalten. Denn, so sagt Torsten Gert: „Geht es den Firmen gut, geht es auch den Mitarbeitern gut, geht es ihren Familien gut.“ Er ist erstaunt, dass das Konzept im Südkreis derart gut funktioniert und fragt sich: „Warum haben wir das nicht schon früher gemacht?“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben