Protest

Neue Gewerbeflächen in Schwelm: Jede Stellungnahme zählt

Nicht mehr zu übersehen, weil jetzt auch ein großes Banner auf der Wiese in Oberberge darauf hinweist: Der Bürgerverein Linderhausen ruft zum Protest gegen die geplante Ausweisung von 140 Hektar Gewerbefläche auf.

Nicht mehr zu übersehen, weil jetzt auch ein großes Banner auf der Wiese in Oberberge darauf hinweist: Der Bürgerverein Linderhausen ruft zum Protest gegen die geplante Ausweisung von 140 Hektar Gewerbefläche auf.

Foto: Andreas Gruber

Schwelm.   Der Bürgerverein Linderhausen mobilisiert im Kampf gegen die Flächenausweisung. Die Frist zu Stellungnahmen beim RVR läuft in einer Woche ab.

Wer gegen die neuen Gewerbeflächen im Schwelmer Norden ist, muss jetzt aktiv werden! Mit dieser Botschaft wendet sich der Bürgerverein Linderhausen noch einmal an die Öffentlichkeit.

Jede Stellungnahme zählt, lautet die Ansage von Dr. Ilona Kryl, Gerd Löber und Otto Hunstock an alle, die sich persönlich noch in das Verfahren der öffentlichen Beteiligung einbringen wollen. Bis einschließlich Freitag, 28. Februar, nimmt der Regionalverband Stellungnahmen zu dem neuen Regionalplan an. In dessen Entwurf eingezeichnet: Eine 103 Hektar große Fläche für Gewerbe und Industrie mitten im Regionalen Grünzug, der Grund und Boden für die heimische Landwirtschaft und Frischluftschneise für alle ist.

Stadt will 37 Hektar zusätzlich

Die Stadt Schwelm hat dem Regionalverband bereits ihre Zustimmung signalisiert. Mehr noch: Sie schlägt dem RVR zusätzlich dazu eine Ausweisung einer 37 Hektar großen Ergänzungsfläche im Bereich Gangelshausen vor. Dies geschah mit dem Segen der Mehrheit der Schwelmer Politik.

https://www.wp.de/staedte/ennepetal-gevelsberg-schwelm/klimatologin-warnt-vor-neuen-gewerbeflaechen-in-schwelm-id216496201.htmlDagegen stimmten in der Ratssitzung vergangene Woche lediglich Marcel Gießwein, Brigitta Gießwein und Uwe Weidenfeld (jeweils Bündnis 90/Die Grünen), Olaf Stutzenberger und Johanna Burbulla (jeweils Die Bürger), Jürgen Kranz und Dr. Christian Bockelmann (jeweils SWG/BfS), Jürgen Feldmann (Linke), Gerd Philipp, Dr. Sylvia Philipp und Detlef Wapenhans (jeweils SPD) sowie Heinz-Jürgen Lenz (CDU).

Die Wut auf die Mehrheit der Politik und auf die Stadtverwaltung ist in Linderhausen groß und überall spürbar. Die Menschen wollen kämpfen. Gegen neue Gewerbeflächen und für die Natur vor ihrer Haustür. Sie haben sich organisiert. Der Bürgerverein mobilisiert.

Jeder könne sich beim Regionalverband in das Beteiligungsverfahren einbringen, macht Gerd Löber Mut. Wichtig sei, dass das fristgerecht geschieht (Eingangsdatum 28. Februar) und dass die Kritik für jede der beiden Gewerbeflächen einzeln begründet wird. Der Bürgerverein hilft dabei und hält Vordrucke für Stellungnahmen bereit. Zu finden sind sie auf der neuen Homepage, die eigens dafür eingerichtet wurde, unter www.leben-braucht-landschaft.de

Dort ist auch der Zugang zu einer Online-Petition gegen die Ausweisung der Gewerbeflächen zu finden, die am Dienstag eingerichtet und „scharf geschaltet“ wurde. Mitmachen kann jeder, der für die Sache ist. Stand gestern, 17 Uhr, haben 885 Menschen davon Gebrauch gemacht.

„Unsere Online-Petition ist für 12 Monate angelegt. Falls gewünscht, können wir sie verlängern“, erklärte Dr. Ilona Kryl. Worum es dabei geht: Die Gegner der Flächenausweisung wollen ihre Position deutlich machen gegenüber der Verbandsversammlung des Regionalverbandes. Sie entscheidet am Ende, ob die Industrie- und Gewerbeflächen für Schwelm im Regionalplan ausgewiesen werden oder nicht. Es ist davon auszugehen, dass die Entscheidung darüber nach der Kommunalwahl 2020 fällt.

Das ist noch lange hin. Jetzt sei wichtig, betont der Bürgerverein, dass noch möglichst viele Gegner einer Flächenausweisung ihre Stellungnahme zum RVR schicken.

Hier finden Sie mehr Nachrichten aus Ihrer Stadt

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben