Politik

Neue Straße in Schwelm nach Heimatforscher benannt

Die neue Erschließungsstraße im Baugebiet Brunnen wird Dr.-Emil-Böhmer-Weg heißen. Darauf einigte sich der Rat der Stadt bei einer Gegenstimme.

Die neue Erschließungsstraße im Baugebiet Brunnen wird Dr.-Emil-Böhmer-Weg heißen. Darauf einigte sich der Rat der Stadt bei einer Gegenstimme.

Foto: Bernd Richter

Schwelm.   Im Neubaugebiet Brunnen wird am Dr.-Emil-Böhmer-Weg gebaut. „Grünen Infrastruktur“ soll bewahrt werden

Der Rat der Stadt Schwelm hat die Weichen auf freie Fahrt zur Fortführung der Planungen für das neue Rathaus auf der Brauerei-Brache gestellt (wir berichteten). Aber auf der Tagesordnung des Gremiums standen noch viele weitere Themen.

Dr.-Emil-Böhmer-Weg

Die Stadt hat eine weitere neue Straße vorzuweisen. Mit der Änderung des Bebauungsplans Nummer 73 „Neues Wohngebiet Brunnen“ erhält die bisherige Planstraße den Namen „Dr.-Emil-Böhmer-Weg“. Sie dient der Erschließung der angrenzenden Grundstücke. Mit der anstehenden Vermarktung und Bebauung der Grundstücke hat die Schwelmer und Soziale Wohnungsgenossenschaft gerade begonnen.

Die Auswahl von Straßennamen liegt grundsätzlich im Ermessen der Stadt. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen die Straße nach dem bedeutenden Heimatforscher und Ehrenbürger der Stadt Schwelm Dr. Emil Böhmer (geb. 1884, gest. 1966) zu benennen. Dr. Emil Böhmer hat in den Jahren von 1923 bis 1960 das Heimatmuseum geleitet. Auch war er langjähriger Vorsitzender des Vereins für Heimatkunde und Verfasser zahlreicher heimatkundlicher Beiträge. Darüber hinaus ist sein Wirken im Westfälischen Heimatbund, wo er sich unter anderem als Autor in der Reihe der Kreis- und Stadthandbücher des Westfälischen Heimatbunds engagierte, besonders herauszustellen. Mit der Benennung sollen der heimatverbundene Ehrenbürger und seine damit verbundenen Leistungen gewürdigt werden. Das Straßennamensschild soll ein Zusatzschild erhalten, auf dem die Lebensleistung des Schwelmer Ehrenbürgers skizziert ist.

Dass Politik auch über eine vermeintlich unpolitische Entscheidung streiten kann, zeigte dieser Tagesordnungspunkt. Eleonore Lubitz (Die Linke) stimmte als einzige gegen die Straßenbenennung. Damit wolle sie ein Zeichen setzen für mehr Frauennamen im Stadtbild. Bürgermeisterin Gabriele Grollmann verwies auf den Martha-Kronenberg-Weg. Diese Straßenbezeichnung wurde erst kürzlich für eine Erschließungsstraße im Baugebiet „Bahnhof Loh“ gewählt.

Grüne Infrastruktur Schwelm

Nicht nur die Grünen sind grün, sondern der ganze Stadtrat. Mit 35 Ja-Stimmen bei zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung erklärte der Rat der Stadt Schwelm seinen Willen, die grüne Infrastruktur zu erhalten und auszubauen und folgte damit einem entsprechenden Antrag, den die SPD-Fraktion eingebracht hatte. Bei allen städtischen Planungen soll das Ziel der Erhaltung, Sicherung und Entwicklung einer „grünen Infrastruktur“ angemessen berücksichtigt werden.

„Unser Ziel ist es, die Schöpfung zu bewahren. Was im Einzelnen aus unserem Antrag wird, müssen die Diskussionen in den Ausschüssen zeigen“, hatte Gerd Philipp (SPD) den Antrag noch einmal begründet. Was aus heutiger Sicht eigentlich eine Selbstverständlichkeit sei sollte, ist es noch lange nicht – zumindest, was den Weg anbelangt. Den wollte die Mehrheit nicht vorgeschrieben bekommen, auch nicht als Willenserklärung. Das zeigte die Beschlussfassung. Lediglich auf den ersten Absatz des ursprünglichen Antrags konnten sich die Fraktionen einigen. Der Rest des Papiers wurde gestrichen.

Die Sozialdemokraten hatten folgendes niedergeschrieben (hier in Auszügen): „Die grüne Infrastruktur soll in die Lage versetzt werden, zu Aspekten städtischer Entwicklung wie Förderung von Gesundheit und Lebensqualität, Klimaanpassung und Reduzierung belastender Elemente für die Einwohner, Schutz und Erleben von biologischer Vielfalt, Förderung des sozialen Zusammenhalts und der gesellschaftlichen Teilhabe und Stärkung wirtschaftlicher Entwicklung einen Beitrag zu leisten. Zur Unterstützung und Förderung der Zusammenarbeit aller Akteure wird ein Beirat geschaffen. Der Antrag orientiert sich mit seinen Begrifflichkeiten an Veröffentlichungen des Bundesamts für Naturschutz.“ Es gelte, das vorhandene Stadtgrün mit gestalteten und zu gestaltenden (z.B. Dach-, Fassadenbegrünung) Grünräumen zu verbinden und ein Netzwerk zu schaffen, das die Rahmenbedingungen für Natur in der Stadt verbessere.

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