Industriekultur

Neues aus vergangener Zeit präsentiert

Neues aus vergangenen Zeiten: Professor Dr.-Ing. Reinhard Döpp mit den Vortragenden Edgar Bergstein, Thomas-Holland-Letz, Astrid Dörnemann und Horst Groth (von links).

Neues aus vergangenen Zeiten: Professor Dr.-Ing. Reinhard Döpp mit den Vortragenden Edgar Bergstein, Thomas-Holland-Letz, Astrid Dörnemann und Horst Groth (von links).

Foto: Hans-Jochem Schulte

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Ennepetal.  Immer am Abend vor dem Buß- und Bettag präsentiert der Förderkreis Industriekultur Neues aus vergangener Zeit. Der Ennepetaler Filmemacher Horst Groth stellt dann auch immer einen neuen Film aus seiner Produktion vor. So hieß es am Dienstag: „10 Jahre Industriemuseum Ennepetal“, eine Uraufführung. Es ist eine Dokumentation über das Entstehen des Museums, das Prof. Dr. Reinhard Döpp eigentlich als „Haus der Metalle“ schon seit Jahren vor der Museumsgründung im Sinne hatte.

Als die Firma Kruse an der Neustraße in Altenvoerde endgültig die Produktion einstellen musste, gab es für Prof. Döpp neue Perspektiven. Er erwarb Grundstücke und Gebäude. Horst Groth stellte in seinem Film heraus, wie das Abenteuer Museum startete, alsbald fleißige Helferinnen und Helfer mit ans Werk gingen. Manfred Henning, der im Museum vieles managt, erzählt im Film auch, wie die Brandschutzauflagen bewältigt, wie Heizung und Aufzug eingebaut wurden. Groth war mit seiner Kamera dabei. Zu sehen waren schließlich Kinder beim Schmieden, so auch der bekannte Voerder Ernst-August Hübner mit Enkelin, man sah Treffen im Schieferhaus-Café, alte Automobile bei den Tagen der offenen Tür und sich bewegende Modelle im Schlottmann-Raum. Bürgermeisterin Imke Heymann, die mit ihrem Mann Daniel Heymann (CDU-Ratsfraktionsvorsitzender) gekommen war, sah sich im Film als Wahlkämpferin wieder. Am Schluss war Prof. Döpp zu sehen, der erklärte: „Wir sind mit dem Industriemuseum auf einem guten Wege!“ Da gab es Beifall im Hörsaal des Hauses Ennepetal.

Hans Brackelsberg, Ehrenmitglied des Förderkreises Industriekultur, war ein sehr interessierter Zuschauer, als er die Fotos aus seiner alten Firma sah. Klaus Bellingrath, jetzt im Ruhestand, sah sich an seinem alten Arbeitsplatz wieder. Der Fotograf Edgar Bergstein erhielt Lob vom anwesenden Brackelsberg-Betriebsleiter Rainer Finke. Er ist auch Mann des Industriemuseums.

„Wenn Du dieses Buch liest, dann weißt Du alles.“ Das hörte der Ennepetaler Thomas Holland-Letz von seinem Großvater, der Unternehmer und Techniker war. Das Buch war ein „Dubbel“, eine Art Bibel für Maschinenbau-Ingenieure. Der Enkel wurde schließlich Diplom-Ingenieur, aber noch mehr. Er sammelt alte Fachbücher. Den Grundstein dazu legten die vom Großvater geerbten Bücher – bibliophile Kostbarkeiten. Schmunzeln musste man auch, als man hörte und auf der Leinwand sah, dass 1907 von einem „Ingenieurproletariat“ in einem Buch für Maschinenbau-Volontäre gewarnt wurde. Auch hieß es dort dass die „Eleven schon durch ihre Anwesenheit stören“.

Als „Der Eisenwald“ 1952/53 im Siegerland als Kulturfilm gedreht wurde, gab es von den öffentlichen Auftraggebern Proteste. Es war kein Werbefilm, wie gewünscht. Das schilderte Astrid Dörnemann vom ThyssenKrupp Archiv Duisburg. Schließlich jedoch sei der Film sogar in Kinos und in Schulen gezeigt worden. Die Besucher sahen den künstlerisch-eindrucksvollen Film über Hauberge, Erzbergwerke und Hüttenwerke, eine Bildgeschichte mit viel Agrar-und Industrieromantik. Astrid Dörnemans Bewertung: „Es ist eine Verklärung der Wirklichkeit“.

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