Gesundheit

Neues Gesicht in der Suchtprävention in Schwelm

Die neue Suchtpräventionskraft der Caritas Miriam Starsinski arbeitet mit unterschiedlichen Methoden in der Suchtprävention, zum Beispiel auch dem Methodenkoffer Cannabis. 

Die neue Suchtpräventionskraft der Caritas Miriam Starsinski arbeitet mit unterschiedlichen Methoden in der Suchtprävention, zum Beispiel auch dem Methodenkoffer Cannabis. 

Foto: Privat

Schwelm.  Aktiv werden, bevor es zu spät ist, das ist das Ziel der Suchtprävention der Caritas Ennepe-Ruhr. Miriam Starsinski ist die neue im Team Schwelm.

Aktiv werden, bevor es zu spät ist, das ist das Ziel der Suchtprävention der Caritas Ennepe-Ruhr. Mit einer neuen Präventionsfachkraft möchte das Schwelmer Suchthilfezentrum in der August-Bendler-Straße das Thema vorantreiben.

Lebenskompetenzen fördern

Miriam Starsinski sitzt vor dem großen, grünen Koffer mit der Aufschrift „Stark, statt breit“ und erklärt, was es damit auf sich hat: „Das ist unser Methodenkoffer, der eingesetzt wird, um über Cannabis spielerisch und sachlich aufzuklären. Das ist Prävention: Wenn ich weiß, was ich da eigentlich genau zu mir nehme und mich damit auseinandersetze, gerate ich womöglich gar nicht erst in eine Sucht.“ Suchtprävention will bei Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen Lebenskompetenzen wie Selbstbewusstsein und Beziehungsfähigkeit fördern. Sie sollen in der Lage sein, ihre Sehnsüchte und Bedürfnisse ohne den Einsatz von Suchtmitteln zu befriedigen und Probleme ohne Rauschmittel zu lösen.

Der neue Methodenkoffer ist dabei nur eines von vielen Mitteln, mit denen die neue Präventionsfachkraft der Caritas Ennepe-Ruhr arbeitet. Prävention ist aber schon lange Thema bei der Caritas: „Wir leisten seit Jahren Präventionsarbeit und haben bisher vor allem Schulprävention angeboten“, sagt Anke Duarte, Leiterin des Suchthilfezentrums. Seit diesem Jahr hat es aber eine Veränderung gegeben: Was bisher die Caritas aus eigenen Mitteln geleistet hat, übernimmt nun der Ennepe-Ruhr-Kreis – jedoch mit einem neuen Schwerpunkt. „Vorher haben wir selbst vor Ort Vorträge und Workshops für Kinder und Jugendliche angeboten. Nun sind wir mehr in der Rolle des Multiplikators“, erklärt Anke Duarte.

Durch Multiplikatorenarbeit kann Suchtprävention in den Alltag integriert werden. Miriam Starsinski sorgt also dafür, dass möglichst viele Mitarbeitende in diversen Einrichtungen Prävention selbst leisten können. Dazu gehören Kindergärten und Schulen, Betriebe sowie Senioreneinrichtungen. „Ich schule all jene, die mit Menschen in Kontakt kommen und vermittle Methoden, um Sucht zu vermeiden. Das sind nicht nur solche, die suchtgefährdet sind oder konsumieren, sondern auch jene, die womöglich mit dem Thema Sucht noch konfrontiert werden“, fasst die 39-Jährige zusammen.

Konkret sieht das so aus: Die Diplom-Pädagogin greift auf das bereits bestehende Netzwerk an Schulen, Kindergärten, Jugendämtern und Jugendfreizeiteinrichtungen zurück und baut dieses noch aus. „Dann setze ich mich mit Lehrern, Erziehern, Schulsozialarbeitern und Eltern zusammen und vermittle unterschiedliche Methoden der Präventionsarbeit.“ Eine dieser Methoden ist beispielsweise „Move“. Dabei handelt es sich um eine motivierende Kurzintervention. Ziel ist es, gefährdete Personen zum Nachdenken zu bringen und gegebenenfalls ihr Verhalten zu ändern. „Weitere Ansätze sind beispielsweise der bereits genannte Methodenkoffer oder auch das Märchenmobil, das wir an Kindergärten und Grundschulen ausleihen und mit dem spielerisch das Rollenverhalten in bestimmten Situationen veranschaulicht werden kann. Auf diese Weise lernen schon kleine Kinder, in gefährdenden Situationen sich selbst zu vertrauen und Nein zu sagen.“

Nun zwei Kräfte für den EN-Kreis

Anke Duarte sieht Vorteile in der Neuausrichtung der Präventionsarbeit im Ennepe-Ruhr-Kreis. „Bisher hat Andrea Latusek vom VIA AWo-Beratungszentrum den gesamten Ennepe-Ruhr-Kreis versorgt. Nun ist die Versorgung durch zwei Fachkräfte für den EN-Kreis noch besser gewährleistet. Auf diese Weise kann Suchtprävention tagtäglich von den Menschen vor Ort in den Schul-, Kita- und Beratungsalltag integriert werden. Dadurch ist sie nicht mehr nur eine einmalige Leistung durch punktuelle Veranstaltungen.“

Alkohol und Cannabis

Die Caritas Ennepe-Ruhr ist für die Suchtprävention in den Städten Schwelm, Ennepetal, Breckerfeld sowie in Hattingen und Sprockhövel zuständig.

Im vergangenen Jahr haben 620 Menschen mit Suchtproblemen das Suchthilfezentrum an der August-Bendler-Straße in Schwelm aufgesucht.

Dabei gehören Missbrauch von Alkohol (214 Fälle) und Cannabis (146) nach wie vor zu den häufigsten Suchtproblemen im Alltag.

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