Politik

Neues Journal für Schwelm angekündigt

Die Präsentation des „Journals für Schwelm“ durch den Verwaltungsvorstand im Ratssaal ist Vergangenheit. Die Stadt will ein neues Format erarbeiten. 

Die Präsentation des „Journals für Schwelm“ durch den Verwaltungsvorstand im Ratssaal ist Vergangenheit. Die Stadt will ein neues Format erarbeiten. 

Foto: Stadt Schwelm

Schwelm.   Bürgermeisterin Grollmann findet, dass das Journal für Schwelm sich überholt hat. Im Zeitalter des Internets wird ein neues Format entwickelt.

„Der König ist tot, es lebe der König.“ Mit diesem knappen Satz lässt sich am trefflichsten das Konzept von Bürgermeisterin Gabriele Grollmann beschreiben, mit dem sie die Lücke, die das „ausgesetzte“ Journal für Schwelm hinterlassen hat, füllen möchte. Vor dem Kulturausschuss erläuterte sie ihre Ideen.

Das Thema war auf Antrag der SPD-Fraktion auf die Tagesordnung gesetzt worden. Die Sozialdemokraten wollten wissen, warum der Verwaltungsvorstand das Druckwerk „ausgesetzt“ hatte und Informationen über die neue Veranstaltungsreihe „Matinée am Sonntag“.

Drei Monate hatte sich das Rathaus zum Beantworten der Fragen Zeit gelassen. Erst kurz vor dem Sitzungstermin wurden die Fraktionen informiert. Eine öffentliche Vorlage gab es am Sitzungstag nicht, stattdessen eine Beamer-Präsentation. Über die Vorgeschichte gab es widersprüchliche Aussagen. Die Bürgermeisterin entschuldigte die lange Zeitspanne und auch den Ausfall des eigentlich für Februar geplanten Kulturausschuss-Sitzungstermins mit ihrer Erkrankung. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie auch die Vorstellung der Matinee-Veranstaltungsreihe geplant. Ausschuss-Vorsitzende Frauke Hortolani (SPD) sprach hingegen von einem Gespräch mit Fachbereichsleiter Andreas Tolksdorf, der sie um den Ausfall der Sitzung mangels Tagesordnungspunkte gebeten habe.

Die Herausgabe des Journals für Schwelm gehöre zum laufenden Geschäft der Verwaltung, stellte Grollmann fest. Sie habe entschieden diese Herausgabe auszusetzen. Das sei bereits im März 2016 erstmals über die Pressestelle kommuniziert worden. Neben der Kostenfrage begründete die Bürgermeisterin ihre Entscheidung damit, das Druckwerk auf ein neuzeitlicheres, attraktiveres Format umstellen zu wollen. „Auch VW hat den Käfer in einen Golf umgewandelt“, so Gabriele Grollmann.

Das neue Journal

Als Beispiel, wie das neue Journal aussehen könnte und wie sie sich die redaktionelle Betreuung und Organisation vorstellen könnte, führte sie den Ennepetaler Heimatbrief an. „Ich konnte Herrn Langhard gewinnen, welcher ehrenamtlich den Heimatbrief Ennepetal verfasst“, kündigte die Bürgermeisterin den Gast an. Stephan Langhard ist Fachbereichsleiter Bürgerdienste der Stadt Ennepetal und per Amt in dieser Funktion auch Geschäftsführer des Heimatbundes, dem Herausgeber des Heimatbriefs. Die Auflage von 2000 Exemplaren finanziert sich über den Verkauf gegen Spende (3 Euro) und Werbeeinnahmen (in Summe ca. 5000 Euro). Die Autoren arbeiten ehrenamtlich. Den Heimatbrief gibt es auch in einer pdf-Version. Im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigte Stephan Langhard aber auch, dass die Koordination des Heimatbriefs teilweise auch in seiner Dienstzeit erfolgt, diese Stunden nicht in die Kostenrechnung mit eingingen.

Die Stadt will ein neues Journal auf dem Weg bringen. Dazu wird am 2. April eine offene Ideenwerkstatt im Haus Martfeld starten. Den Fraktionen hat die Verwaltungschefin darüber ein Papier ausgehändigt. Darin ist nachzulesen: „Ab diesem Zeitpunkt soll entwickelt werden, wie und unter welchen Voraussetzungen ein neues attraktives, modernes und zukunftsorientiertes Journal für Schwelm erstellt werden kann, dass dann losgelöst von der federführenden Arbeit der hiesigen Pressestelle veröffentlicht werden soll und aus der Bürgerschaft getragen wird. Themen wie Heimatkunde, Geschichte, Kultur, Sport, Schule, Genealogie, Kirche, Heimatfest, Wirtschaft, Kommunalpolitik, Archiv und Nachlässe, Umwelt, Nachbarschaften, Vereine, etc. sollen mit interessierten und engagierten ehrenamtlichen Autoren, Bürger-Reportern und Bloggern entwickelt werden. Das Journal für Schwelm soll zeitnah an den Start gehen, so dass Ziel der Bürgermeisterin.

Das alte Journal

Zahlen zum bisherigen Journal gab es auch: Es wurde in einer Auflage von 2000 Exemplaren gedruckt, wovon durchschnittlich 840 verkauft worden sind. Der Rest ging an ehemalige, über die ganze Welt zerstreute Schwelmer und wurde beispielsweise beim Neubürgerempfang oder als Gastgeschenk von Vertretern der Stadt verteilt. An Erträgen kamen durchschnittlich 600 Euro an Spenden und 1385 Euro an Verkaufserlösen zustande. Die Stadt hat keine Anteile aus den Werbeeinnahmen bekommen. An die Autoren wurden durchschnittlich 420 Euro an Honoraren ausbezahlt und die Position Post/Versand schlug mit 530 Euro zu Buche. Als anteilige Personalkosten für Heike Rudolph, in deren Händen bisher die Redaktion des Journals lag, wurden 15 107 Euro ermittelt. Als Rechnungsergebnis für das Jahr 2016 nannte die Bürgermeisterin einen Verlust von 12 901 Euro. „Dank an Heike Rudolph für ihr großes Engagement während ihrer Arbeit“, so Gabriele Grollmann.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben