Pauluskirche: Abriss oder Neunutzung?

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Gevelsberg. (wp) Silvester 2006 fand der letzte Gottesdienst in der Pauluskirche statt, die Evangelische Kirchengemeinde will sie samt Pfarrhaus verkaufen. Hoffnungen, einen Träger für kirchennahe Nutzungen zu finden, erfüllten sich nicht. ...

... Jetzt bietet ein Makler das Objekt an.

Das Grundstück an der Hagener Straße, Ecke Martin-Luther-Straße, ist knapp 4500 qm groß. Das massive Gemeindehaus, Baujahr 1880, bot einst der Verwaltung und der Diakoniestation Platz, in den beiden darüber liegenden Geschossen waren Wohnungen vermietet. Heute ebenfalls leer steht die Kirche samt Gemeindessal und zwei Wohnungen, die früher vom Küster und der Gemeindeschwester bewohnt wurden.

Laut Exposé des Maklers ist für Investoren folgende Nutzung denkbar: Erhaltung des Gemeindegebäudes zu gewerblichen und Wohnzwecken (gut 450 qm Wohnfläche), Bebauung des rund 3000 qm großen Grundstücks an der Martin-Luther-Straße, rund 300 qm Parkfläche an der Hagener Straße, Abriss des Kirchengebäudes bei Erhaltung des Glockenturms aus massivem Naturstein.

Natürlich könnte auch die Kirche selbst erhalten werden, wenn sich eine Nutzung findet, die dem Wesen der Kirche nicht widerspricht, meint Pastor Dirk Küsgen, der 15 Jahre lang dort "Hausherr" war. Eine Disco etwa sei natürlich nicht tolerierbar. Die Landeskirche müsse der neuen Nutztung zustimmen, da gebe es klare Vorgaben. Küsgen erinnert daran, dass die Pauluskirche ursprünglich ein Profanbau war, 1893 aus einem Lagerraum in einen Betsaal umgewandelt wurde. Erst 1929 kamen Glockenturm und Saal hinzu.

Abendmahlgeräte, Kerzenleuchter und Bibel wurden nach dem letzten Gottesdienst am 31. Dezember 2006 aus der Pauluskirche getragen und tags darauf in die Erlöserkirche gebracht, wo später auch das Kreuz und die kleinste Glocke Platz fanden.

Mitte letzten Jahres fanden Orgel und Glocken in Litauen eine neue, würdige Nutzung: im Ostseebad Palanga bei der evangelischen Gemeinde teils deutschstämmiger Christen. Dort freut man sich auch auf die Kirchenbänke.

Ein Schild an der B 7 weist nun auf die zum Verkauf anstehende Immobilie der Ev. Kirchengemeinde hin. Bislang hat sich erst ein Interessent beim Makler gemeldet und die Gebäude auch besichtigt.

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