Gehaltserhöhung

Pizzabote prellt seinen Chef aus Ennepetal

Foto: Stephan Eickershoff

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Ennepetal.   Weil der Chef ihm seine Gehaltserhöhung nicht zahlte, holte sich ein Pizzabote das Geld auf anderem Weg – und landet vor Gericht.

Ein Schichtleiter bei einem Pizzabäcker in Ennepetal hatte seinen Arbeitgeber um 630 Euro geprellt. Der 26-jährige Ennepetaler gestand die 20 Taten vor dem Schwelmer Amtsgericht. Sein Motiv: Frust über eine nicht erfolgte Gehaltserhöhung.

Der 26-jährige Ennepetaler hatte zunächst als Aushilfe bei einem Pizzabäcker in der Stadt gearbeitet. Er lieferte die Bestellungen an die Kunden aus. Sein Chef war sehr zufrieden mit ihm und drückte sein Vertrauen dem jungen Mann gegenüber aus, indem er ihm den Posten des Schichtleiters gab. Zu seinen neuen Aufgaben gehörte, die telefonisch eingegangenen Bestellungen in ein Computerprogramm einzugeben und zu verwalten.

Mit der neuen Position sollte der 26-Jährige auch eine Gehaltserhöhung erhalten. „Aber ich bekam keine Gehaltserhöhung und wurde vom Chef vertröstet. Ich fühlte mich ungerecht behandelt, denn die Kollegen hatten mit Trinkgeld mehr als ich“, räumte der Angeklagte in seinem vollumfänglichen Geständnis vor dem hiesigen Amtsgericht ein. Aus Frust und Enttäuschung habe er zwischen Juni und September vor zwei Jahren 20 Bestellungen aus dem System gelöscht. Das Geld behielt er für sich. Auf diese Weise kam er an insgesamt 623 Euro.

Bisher unbescholtener Ennepetaler

Angesichts des umfassenden Geständnisses verurteilte das Schwelmer Amtsgericht den bisher unbescholtenen Ennepetaler zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 40 Euro. In der Urteilsbegründung hieß es: „Wir wollen dem Angeklagten eine Chance geben, dass die Geldstrafe nicht im polizeilichen Führungszeugnis auftaucht und bei zukünftigen Bewerbungen keine Rolle spielt.“ Zusätzlich zur Geldstrafe muss der Angeklagte auch die 623 Euro zurückgeben, die er sich von seinem Chef ergaunert hat.

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