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Planungen fürs Südkreis-Jobcenter fast fertig

So sieht der aktuelle Entwurf fürs neue Dienstgebäude aus. Geändert hat sich die Fassadenfarbe, was am neuen, günstigeren Klinker liegt, so der Kreis.

Foto: Andreas Gruber

So sieht der aktuelle Entwurf fürs neue Dienstgebäude aus. Geändert hat sich die Fassadenfarbe, was am neuen, günstigeren Klinker liegt, so der Kreis. Foto: Andreas Gruber

Schwelm.   Im März will der Ennepe-Ruhr-Kreis die Arbeiten für den Jobcenter-Neubau, in den auch die Kreis-Ausländerbehörde einziehen wird, ausschreiben.

Die Planungen für das neue Südkreis-Jobcenter an der Rheinischen Straße in Schwelm dauern schon zwei Monate länger als ursprünglich kalkuliert, stehen jetzt aber kurz vor dem Abschluss. Im März will der Ennepe-Ruhr-Kreis die Arbeiten für den Neubau, in den auch die Kreis-Ausländerbehörde einziehen wird, ausschreiben. Läuft alles glatt, wird ab September gebaut.

„Ja, wir sind um zwei Monate im Verzug, aber wir haben stramm gearbeitet“, erklärt Klaus Tödtmann als Leiter des zuständigen Fachbereiches VI Bau, Umwelt, Vermessung und Kataster beim Ennepe-Ruhr-Kreis. Er blickt auf gut ein Dutzend Aktenordner auf dem Tisch vor ihm. Sie alle sind prall gefüllt mit Planungsdetails und Ausführungsbeschreibungen. „Der Auftrag soll an ein Generalunternehmen vergeben werden, der die Arbeiten wieder an andere Unternehmen und Gewerke vergibt“, sagt Tödtmann. Da sei es besser, haarklein zu planen und alle Leistungen genau zu beschreiben, statt später böse Überraschungen zu erleben.

Baugenehmigung steht noch aus

Länger gedauert haben die Planungen auch, wie seinen Ausführungen zu entnehmen ist, weil alle am Planungsprozess Beteiligten nachvollziehbarerweise ihre Interessen einzubringen versuchten. Es galt, die Wünsche des Jobcenters mit denen der Kreis-Ausländerbehörde genauso unter einen Hut zu bringen wie die Vorstellungen beispielsweise der Interessenvertretung für Behinderte. Klaus Tödtmann vergleicht es mit einem Küchenkauf. Von der Innenausstattung und technischen Ausführung her ist vieles denkbar, aber nicht alles bezahlbar. „Der Planungsaufwand war aufwändig, aber jetzt sind wir soweit“, sagt Tödtmann.

Nicht ganz soweit ist der Kreis allerdings bei der Baugenehmigung fürs neue Dienstgebäude. Die steht bei der Stadt Schwelm noch aus. Offen sind Fragen zum Lärmschutz. „Die Stadt wollte unter anderem wissen, wie laut die Lüftungsanlage ist und wie es um die Müllentsorgung bestellt ist“, erklärte Klaus Tödtmann. Das spiele bei den Lärmschutzinteressen fürs neue Wohngebiet in unmittelbarer Nachbarschaft eine Rolle. Der Kreis habe ein Gutachten beauftragt, und es gebe bereits Signale, dass alles in Ordnung sei. „Wir rechnen im März mit der Genehmigung“, erklärte Jürgen Leinung, Sachgebietsleiter vom technischen Gebäudemanagement beim Kreis.

Das weitere Verfahren stellt sich für den Kreis wie folgt dar: Nach der europaweiten Ausschreibung im März wird den Unternehmen zwei Monate Zeit für die Angebotsabgabe eingeräumt. Üblich sind 35 Tage. Mit der Fristverlängerung verbindet der Kreis die Hoffnung auf mehr (und bessere) Angebote. Denn der Baumarkt gilt als überhitzt. Das kann die Preise schnell nach oben treiben. Andererseits: Von der Größenordnung her ist das Bauvorhaben vor allem für mittelgroße Unternehmen und weniger für die ganz großen Firmen interessant, wovon sich der Kreis mehr Mitbieter im Verfahren erhofft.

Läuft alles glatt, würde der Kreis nach Ausschreibungsfrist den Auftrag im Juni an ein Generalunternehmen vergeben können, so dass idealerweise im September mit dem Bau begonnen werden kann. Im Frühjahr 2019 könnte demnach der Rohbau stehen und Ende 2019 der Innenausbau abgeschlossen sein, wie Jürgen Leinung erklärt. So gerechnet würden das neue Südkreis-Jobcenter und die Kreis-Ausländerbehörde ihre Arbeit am Standort Rheinische Straße im ersten Quartal 2020 aufnehmen können.

Es gibt allerdings noch ein dickes Aber: Das Bauvorhaben wurde von der Politik im vergangenen Herbst gedeckelt. Maximal 19,1 Millionen Euro teuer darf der Neubau inklusive Baunebenkosten und Grundstückserwerb (505 000 Euro) werden. Um die Summe nicht zu reißen, wurde bei der Planung bereits ordentlich abgespeckt (u.a. Fassade und Außenanlage). „Wir sind jetzt bei genau 19,1 Millionen Euro“, erklärte Klaus Tödtmann. Was bedeutet: Es gibt nach oben keinen Puffer mehr. Sollten die Firmen, wenn sie ihre Angebote einreichen, höhere Preise einfordern – was angesichts des Baubooms gut möglich ist –, droht das ganze Vergabeverfahren zu stocken. Dann dürfte der Kreis den Auftrag nicht mehr vergeben und müsste erst den Kreistag fragen, wie es weitergeht.

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