Politik

Plattformlift für Schwelmer Haus Martfeld

Dr. Bärbel Jäger erklärt dem Kulturausschuss das neue Ausstellungskonzept für das Museum. Im Vordergrund die Zimmermannsche Fossiliensammlung.

Dr. Bärbel Jäger erklärt dem Kulturausschuss das neue Ausstellungskonzept für das Museum. Im Vordergrund die Zimmermannsche Fossiliensammlung.

Foto: Bernd Richter

Schwelm.   Im Museum stehen große Änderungen an. Der Rat soll bereits im Juli ein neues museumspädagogisches Konzept für die Dauerausstellung beschließen.

Schwelms gute Stube, das Haus Martfeld, wird auf Vordermann gebracht. Noch in diesem Jahr wird das undichte Dach repariert und werden die Außenwände einen neuen Anstrich erhalten. Und wahrscheinlich schon im kommenden Jahr soll ein Aufzug das Museum und die Ausstellungsräume barrierefrei zugänglich machen. Das dürfte auch Brautpaare freuen, die immer häufiger statt des Trausaals an der Schillerstraße den alten Rittersitz als Ort für ihre Trauung wählen.

Museums-Neukonzept

Apropos Ausstellung: Vor über 30 Jahren hatte einst Schwelms erster Museumsleiter und Stadtarchivar Gerd Helbeck das noch heute präsentierte Konzept entwickelt und umgesetzt. Für Dr. Bärbel Jäger, kommissarische Leiterin des Museums, ist es an der Zeit, die Ausstellung an die Gegenwart anzupassen. Impulsgeber war die Zimmermannsche Fossiliensammlung, die bisher in einer Dauerausstellung in der Martfelder Kapelle ihren Platz hatte und wegen einer Nutzungsänderung in die Dauerausstellung im Museum integriert werden muss.

Dazu hat Dr. Jäger ein museumspädagogisches Konzept entwickelt, das sie im Kulturausschuss vorstellte. „Heute werden die Themen anders aufbereitet, als das noch vor 30 Jahren üblich war“, sagt die Kunsthistorikerin im Gespräch mit unserer Zeitung und spricht davon, das Museum für neue Zielgruppen interessanter machen zu wollen. Jeder Schüler in Schwelm soll mindestens einmal während der Schullaufbahn an einem museumspädagogischen Programm im Museum und Archiv teilgenommen haben. Auch für Jugendliche und Familien will das Haus künftig ein Treffpunkt sein. Als Beispiel nennt sie die Bildungspartnerschaften mit den vier Schwelmer Grundschulen und das erste gemeinsame Projekt, das Ritter und ihre Lebensumstände in den Mittelpunkt rückt.

Dabei hilft auch die von Schloss Burg überlassene Ritterrüstung. Wo heute das sogenannte Münzkabinett seinen Platz hat, der aus dem 15. Jahrhundert stammende Rundturm, stellt sich Bärbel Jäger eine „Ritterklause“ mit Lager- und Feuerstelle vor, in der die damalige Zeit für die Besucher wieder erlebbar gemacht wird.

Natürlich stellt Dr. Jäger nicht alles Bisherige infrage. „Es ist ein stadt- und regionalgeschichtliches Museum und das soll es auch bleiben.“ Gute Signale gebe es vom LWL-Museumsamt für Westfalen in Münster, sagt Bärbel Jäger, nachdem sie mit den Mitarbeitern auch das Thema Fördergelder erörtert habe. Bis zu einem Drittel der Kosten, die eine Neukonzeption mit sich bringen würde, könnten so im Idealfall übernommen werden.

Fassaden-/Dachsanierung

Noch einmal zurück zur Gebäudesanierung und Herstellung der Barrierefreiheit: In der vergangenen Woche wurden die ersten Aufträge für eine Sanierung der Hülle von Haus Martfeld vergeben, teilte Bürgermeisterin Gabriele Grollmann dem Ausschuss mit. Dafür sind Haushaltsmittel für 2018 in Höhe von 500 000 Euro eingestellt worden. Konkret werden die Fassaden von Mittel- und Südflügel, Rundturm und die Dächer des Mittelflügels und des Rundturms saniert (ohne Nordflügel und Anbau). Auch Fenster werden erneuert.

Barrierefreiheit

Die Barrierefreiheit von Haus Martfeld wird möglich dank einer Spende der Stadtsparkasse Schwelm. Gemeinsam mit weiteren Spendern und eventuellen Fördermitteln soll im Foyer der Einbau eines Plattformlifts mit umlaufender Treppe bis ins zweite Obergeschoss finanziert werden. Ein ähnlicher Aufzug ist bereits im Treppenhaus des Rathauses, Hauptstraße 14, installiert worden. Damit sind die Tage der jetzt im Foyer des Hauses Martfeld installierten geschwungenen Treppenanlage gezählt, die muss nämlich dem Lift und einer neuen Treppe weichen.

Nach Vorstellung des Rathauses soll die Politik nun bis zum 19. Juni die Vorschläge intern diskutieren und der Verwaltung Rückmeldung geben. Ziel ist die Erarbeitung einer Vorlage, die der Rat am 5. Juli beschließen soll.

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