Stadtbetriebe

Politik rasiert Personalwünsche der Stadtbetriebe Ennepetal

Die Verwaltung der Stadtbetriebe Ennepetal an der Hembecker Talstraße. Hier hat bald die Stadtverwaltung  wieder den Hut auf. Das sorgt schon jetzt für Unstimmigkeiten beim Stellenplan für das laufende Jahr.

Die Verwaltung der Stadtbetriebe Ennepetal an der Hembecker Talstraße. Hier hat bald die Stadtverwaltung wieder den Hut auf. Das sorgt schon jetzt für Unstimmigkeiten beim Stellenplan für das laufende Jahr.

Foto: Hartmut Breyer

Ennepetal.   Nur zwei von den sechs im Plan aufgeführten neuen Stellen werden bei den Stadtbetrieben besetzt. Rekommunalisierung nicht berücksichtigt.

Am Ende hatte die Personaldebatte über den Stellenplan der Stadtbetriebe etwas von einem türkischen Basar. Nach zähem Hin und Her und viel Kopfschütteln auf allen Seiten gab der Verwaltungsrat zwei von sechs Stellen zur Neueinrichtung frei. Und auch bei diesen Stellen darf zumindest bezweifelt werden, ob sich Menschen mit der entsprechenden Ausbildung finden, die in diesen Entgeltgruppen arbeiten wollen.

Aber von vorn: Bereits als Stadtbetriebevorstand Joachim Hübner mit der Anmoderation des Thema begann, verfinsterten sich einige Mienen bei den Politikern. „Als wir den Stellenplan erstellt haben, stand die Rekommunalisierung der Stadtbetriebe noch nicht fest. Das haben wir noch nicht berücksichtigt.“ Der Hintergrund ist, dass die Stadtbetriebe Ennepetal Ende des Jahres 2020 wieder komplett von der Stadtverwaltung aus verantwortet werden. Heißt: Hier wird sich einiges verändern. Dass das nicht berücksichtigt wurde, stieß vor allem CDU-Fraktionsvorsitzendem Daniel Heymann sauer auf: „Wir haben den Grundsatzbeschluss zur Rekommunalisierung vor drei Monaten gefällt. Da kann man erwarten, dass Sie sich mit der Stadtverwaltung abstimmen. Wir stimmen dem Plan nicht zu.“ An diesem Punkt waren sich alle politischen Farben zunächst einig.

Controlling-Stelle bleibt unbesetzt

So forderte der Stadtbetriebe-Chef sechs neue Stellen zu schaffen, wobei die Anzahl der Tarifbeschäftigten bei 106,44 Stellen um 0,01 Stellen sinkt, bei den verbleibenden 6,46 Beamten knapp eine Stelle wegfällt. Die Neueinrichtungen sollten sein: ein Friedhofsgärtner, eine kaufmännische Stelle zur Entlastung der Architekten, eine Bürokraft und ein Mängelmelder beispielsweise für Schlaglöcher, ein Hochbauingenieur und eine Stelle im Tiefbau, mit der die Pflichtaufgabe für das städtische Baumkataster erledigt werden soll. „Und was ist mit Controlling-Stelle?“, wollte der stellvertretende SPD-Fraktions-Chef Jörgen Steinbrink wissen. Diese sei unbesetzt, in den wöchentlichen Gesprächen mit der Stadtverwaltung allerdings angesprochen worden. „Da sind wir mit der Stadt unterschiedlicher Meinung“, sagte Hübner, dem die Politik schnell klar machte, dass sie mit derart wenigen Informationen, wie sich die Rekommunalisierung gestalten soll, nicht gewillt ist, diese Stellen zu besetzten.

Es ging munter hin und her, unterschiedliche Positionen herrschten vor, was denn wirklich notwendig sei und wodrauf man verzichten könne. Am Ende blieben der Friedhofsgärtner, der Hochbauingenieur und die Baumkatasterstelle im Tiefbau übrig.

Niedrige Entgeltgruppen

Um diese überhaupt besetzten zu können, ist bei Friedhofsgärtner beispielsweise die Entgeltgruppe von drei auf sechs hochgesetzt worden. „Ich sehe aber noch ein generelles Problem, dass es für uns immer schwieriger werden wird, gute Leute zu finden. Wer fertig studiert und bestenfalls mit Berufserfahrung auf den Arbeitsmarkt drängt, hat finanziell deutlich lukrativere Möglichkeiten als den Verdienst, den wir anbieten“, skizzierte Daniel Heymann ein Problem, mit dem fast alle Kommunalverwaltungen in einem immer stärkeren Maße zu kämpfen haben.

Dennoch besteht die Hoffnung, einen Hochbauingenieur für Entgeltgruppe 11 zu finden, der die entsprechenden Qualifikationen und großes Engagement mit nach Ennepetal bringt,

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