Deponie

Politik sieht Pläne für Jacob-Deponie in Ennepetal kritisch

Ein Blick von oberhalb des Minigolfplatzes den zum Teil abgeholzten Hang hinauf, an dem sich die Jacob-Deponie weiter hinunterziehen wird.

Foto: Hartmut Breyer

Ein Blick von oberhalb des Minigolfplatzes den zum Teil abgeholzten Hang hinauf, an dem sich die Jacob-Deponie weiter hinunterziehen wird.

Ennepetal.   Ennepetaler Politiker sehen in dem Vorhaben einen „riesigen Eingriff“ in die Landschaft. Unverständnis über Ablauf des Genehmigungsverfahrens.

Die geplante Deponieerweiterung auf dem Gelände der Firma Siegfried Jacob Metallwerke GmbH & Co. KG stößt bei Politik und Verwaltung auf Bedenken.

In ihrer Stellungnahme gegenüber der Bezirksregierung weist die Verwaltung nicht zuletzt darauf hin, dass man bestrebt sei, den Freizeit- und Naherholungsbereich Hülsenbecker Tal aufzuwerten und mit neuen Funktionen zu bereichern. Insbesondere auch die Zugänge zum Tal, wozu auch der Bereich um das Freizeitbad „Platsch“ und die Sterngolfanlage gehörten, müssten in die konzeptionelle Überlegung einbezogen werden. „Eine zukünftige Beeinträchtigung dieser Bereich durch das Heranrücken der Deponie in den Talbereich ist unbedingt zu vermeiden“, heißt es in dem Schreiben. Der Stadt sei besonders wichtig, dass die im landschaftspflegerischen Begleitplan formulierten Maßnahmen zeitnah umgesetzt würden. Das gelte vor allem für die Rekultivierung der verfüllten Schichten. So könne erreicht werden, dass die erheblichen Eingriffe in Natur und Landschaft nicht erst in zehn Jahren ausgeglichen würden.

Darüber hinaus sollte die Erschließung des Deponiegeländes ausschließlich von Norden her über die Breckerfelder Straße und das Firmengelände erfolgen. „Eine weitere Störung durch einen Lkw-Erschließungsverkehr im Tal der Ennepe ist zu vermeiden“, so die Verwaltung.

Im Ausschuss für Stadtentwicklung sagte Anita Schöneberg (SPD), das es wichtig sei, „deutlich zu machen, dass wir ein öffentliches Verfahren wollen.“ Die Stellungnahme der Verwaltung mache hervorragend deutlich, „dass wir das kritisch sehen“. Sie habe auch den Eindruck, dass in den vergangenen Jahren auf dem Firmengelände das, was an Renaturierung gemacht werden sollte, nicht stattgefunden habe.

Anlieger befürchten Umweltschäden

CDU-Fraktionsvorsitzender Daniel Heymann sagte: „Wir sehen das auch kritisch. Das ist ein riesiger Eingriff in die Landschaft, gerade vor dem Hintergrund, was wir gegenüber vorhaben.“ Er gehe aber davon aus, dass die Stadt die Deponieerweiterung nicht verhindern könne. Dem widersprach AfD-Fraktionschef Hans-Jürgen Braselmann: „Es gibt rechtliche Möglichkeiten, dagegen vorzugehen.“ Und wenn man es nicht verhindern könne, sollte die Stadt wenigstens eine finanzielle Kompensation fordern.

Die Schwestern Gudrun Schadowski und Brunhild Meyer als Anlieger befürchten, dass die Deponie die Umwelt zerstört. In der Nähe gebe es Schrebergärten, die unter Schadstoffen aus der Deponie leiden könnten, gleiches gelte für die Sterngolfanlage in Ahlhausen. Gudrun Schadowski ließ Bodenproben begutachten, die sie in ihrem Garten und unterhalb der bestehenden Deponie im Wald genommen hatte. Diese weisen einen sehr hohen Kupfergehalt, überdurchschnittlich hohe Werte bei Blei, Nickel und Quecksilber sowie auffällige Werte bei Cadmium und Zink auf.

Der Ennepe-Ruhr-Kreis, der am Verfahren beteiligt ist, habe Kenntnis von den Proben, so Presseprecher Dirk Weißelberg. Diese seinen aber „nicht fachgerecht und qualifiziert“. Man selbst sehe keine Notwendigkeit, tätig zu werden. Die Firma Jacob habe alle notwendigen Unterlagen vollständig eingereicht, so dass es aus Sicht des Kreises keine Beanstaungen gebe.

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