Prozessbeginn: Dealer aus Gevelsberg vor Gericht

Sechs Polizeibeamte umstellen den Verdächtigen im April mitten auf der Straße in Gevelsberg. Nach einer Wohnungsdurchsuchung führen sie ihn später in Handschellen ab

Sechs Polizeibeamte umstellen den Verdächtigen im April mitten auf der Straße in Gevelsberg. Nach einer Wohnungsdurchsuchung führen sie ihn später in Handschellen ab

Foto: Privat

Gevelsberg.  Polizeibeamte fanden kiloweise Betäubungsmittel in der Wohnung eines 33 Jahre alten Gevelsberger. Jetzt beginnt sein Prozess.

Ein 33-jähriger Mann aus Gevelsberg muss sich ab Donnerstag wegen gewerbsmäßigen und bewaffneten Drogenhandels vor dem Landgericht Hagen verantworten. Kurz vor seiner Festnahme im April hatten Polizeibeamte kiloweise Betäubungsmittel im Wert von geschätzt 25.000 Euro in der Wohnung des Angeklagten gefunden.

Dabei fing die ganze Geschichte als Routinemaßnahme an (wir berichteten). Zwei Streifenbeamte kontrollierten den damals 32-jährigen Gevelsberger auf der Straße unweit seiner Wohnung. Dabei fanden sie mehrere Druckverschlusstütchen mit weißem Pulver. „Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich dort weitere Betäubungsmittel befinden, wurde auch die Wohnung durchsucht“, erklärte Sonja Wever, Sprecherin der Kreispolizeibehörde, damals. Auch die 27-jährige Lebensgefährtin des Mannes hielt sich zu diesem Zeitpunkt dort auf.

Lebensgefährtin unter Verdacht

Um den mutmaßlich Kriminellen bewachen und gleichzeitig nach Drogen suchen zu können, rief die Streife Verstärkung. Die war in Form von drei weiteren Streifenwagen nach wenigen Minuten vor Ort. Nachbarn beobachteten die Szenerie von den Balkonen und Fenstern aus. Der Mann wurde nach einiger Zeit schließlich in Handschellen abgeführt. Später wurde auch die 27-Jährige festgenommen. Sie kam aber wieder auf freien Fuß, weil laut Einschätzung der Ermittler keine Fluchtgefahr bestand. Gegen sie sollte wegen Mittäterschaft ermittelt werden.

Nun, ein halbes Jahr später, steht ihr Lebensgefährte vor Gericht. Verhandelt werden sieben Fälle, in denen er aus seiner Wohnung heraus mit Drogen gehandelt haben soll. Sie liegen im Zeitraum zwischen dem 7. Februar und dem 24. April. Dabei soll er in sechs Fällen zunächst kleinere Mengen Amphetamin, Marihuana und Ecstasy-Tabletten an verschiedene Abnehmer verkauft haben. Bei seiner Festnahme am Abend des 24. Aprils soll der Angeklagte 18,18 Gramm Amphetamin und drei Gramm Marihuana dabei gehabt haben. Bei der Wohnungsdurchsuchung sollen in einem Kleiderschrank 984,3 Gramm Marihuana, in Druckverschlusstütchen auf dem Wohnzimmertisch 16,1 Gramm Marihuana, in einem Schrank im Schlafzimmer 14 Ecstasy-Tabletten und weitere 97,54 Gramm Marihuana, im TV-Board im Schlafzimmer 85,01 Gramm MDMA, im Kühlschrank 1871,15 Gramm Amphetamin und auf dem Wohnzimmertisch 91,14 Gramm Amphetamin gefunden worden sein.

Teleskopschlagstock gefunden

Die Mittel sollen zum Weiterverkauf bestimmt gewesen sein.

Im TV-Board im Schlafzimmer soll auch ein Teleskopschlagstock gefunden worden sein, der dem Schutz der Betäubungsmittel und der aus dem Drogenhandel erzielten Gewinne gedient haben soll. Die Polizei berichtete nach der Festnahme im April auch davon, in der Wohnung des Angeklagten mehrere Stangen unverzollter Zigaretten gefunden zu haben. „Das waren so viele Stangen, dass wir auch bei den Zigaretten davon ausgehen, dass sie für den illegalen Weiterverkauf bestimmt waren“, sagte Sonja Wever damals.

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