Technische Betriebe

QR-Code informiert über Schwelmer Ehrenbürger

Die Grabstätte von Carl vom Hagen und seiner Frau Anna: TBS und Verein für Heimatkunde wollen die Lebensleistung der Ehrenbürger mehr hervorheben und planen, die Grabsteine mit einem QR-Code zu versehen. Über diesen gelangt man mit einem Smartphone auf Internetseiten, die Auskunft über die Ehrenbürger geben.

Foto: Bernd Richter

Die Grabstätte von Carl vom Hagen und seiner Frau Anna: TBS und Verein für Heimatkunde wollen die Lebensleistung der Ehrenbürger mehr hervorheben und planen, die Grabsteine mit einem QR-Code zu versehen. Über diesen gelangt man mit einem Smartphone auf Internetseiten, die Auskunft über die Ehrenbürger geben. Foto: Bernd Richter

Schwelm.   Für Ralf Schweinsberg, Vorsitzender der Technischen Betriebe Schwelm, schreibt das stadteigene Tochterunternehmen eine „Erfolgsstory“.

Wenn Sie schon immer einmal wissen wollten, was die Technischen Betriebe Schwelm (TBS) so alles machen, dann sei Ihnen der Geschäftsbericht 2016 der AöR, einer 100-prozentigen Tochter der Stadt Schwelm, wärmstens ans Herz gelegt. Vom Verwaltungsrat gab es für das 24-seitige Druckwerk viel Lob in Richtung Vorstand. „Ich finde den Bericht ganz hervorragend, ein sehr, sehr guter Beitrag“, lobte Werner Kick (SPD) unter den zustimmenden Nicken der Kollegen das Papier.

Umsatzsteuerpflicht

Doch bevor das Gremium die, wie Aufsichtsratsvorsitzender Ralf Schweinsberg sagte, „Erfolgsstory“ hören durften, gab es Mitteilungen. Vermutlich zum 1. Januar 2021 wird für die TBS die Steuerrelevanz eintreten. Geschäftsführer Markus Flocke sah sich durch ein Anwendungsschreiben aus dem Bundesfinanzministerium in seiner bereits vor Monaten geäußerten gleichlautenden Einschätzung bestätigt. Die Folge wird sein, das zu diesem Zeitpunkt die von den TBS für die Stadt Schwelm erbrachten Dienstleisungen (z.B. Grünpflege, Straßenbeleuchtung, usw.) der Umsatzsteuerpflicht unterliegen könnten. Nicht betroffen ist der Gebührensektor, also der Bereich, mit denen die Bürger in der Regel direkt zu tun haben.

Hinter der anstehenden Änderung steckt die Europäische Gemeinschaft, die Kommunalunternehmen steuerlich den privaten Unternehmen gleichstellen möchte. Schwelm plant gegenzusteuern und überlegt die Zurückführung der AöR in einen städtischen Eigenbetrieb, so wie es früher schon einmal war.

FIM statt Clean-Team

Auf das Clean-Team folgt FIM. Das sogenannte Clean-Team wird Ende April Geschichte sein. Seit dem 1. Mai 2016 werden in diesem Projekt fünf Asylbewerber im Rahmen einer Arbeitsgelegenheit nach § 5 des Asylbewerberleistungsgesetzes mit zusätzlichen Arbeiten der Stadtbildpflege und der Säuberung von öffentlichen Bereichen betraut. Dieses Projekt dient der Integration von Flüchtlingen und ist für die Dauer von einem Jahr angelegt.

Die Agentur für Arbeit hat den TBS zum 1. April vier Arbeitsstellen im Rahmen von FIM genehmigt. FIM steht für Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen. Das sind Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge im Rahmen des der Bundesagentur für Arbeit übertragenen Programms „Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen“, die bei Kommunen, bei staatlichen oder gemeinnützigen Trägern geschaffen und durch Bundesmittel finanziert werden.

„Es ist ein weitergehendes Integrationsmodell. Die Teilnehmer werden im Betrieb verteilt und damit wird eine bessere Eingliederung erreicht“, lobt Markus Flocke das Nachfolge-Modell. Auch die Willkommensinitiative werde FIM unterstützen, so der Geschäftsführer.

QR-Code auf Grabsteinen

Schwelm hat sieben Ehrenburger. Die Grabsteine von Carl vom Hagen, Dr. Wilhelm Tobien, Dr. Julius Möller und Max Klein sind auf einer Wiese gegenüber der Trauerhalle auf dem Friedhof Oehde errichtet worden. Die TBS und der Verein für Heimatkunde wollen die bedeutenden Vorfahren dieser Stadt stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Noch in diesem Jahr soll eine Tafel mit Angaben zu den Personen aufgestellt werden, zusätzlich versehen mit einem QR-Code. Dieser ist verlinkt mit der Seite des Vereins für Heimatkunde und kann beispielsweise von Smartphones gelesen werden. Via Internet erfährt der geneigte Friedhofsgänger dann Einzelheiten über das Leben und Wirken der Söhne dieser Stadt.

Werbung auf TBS-Wagen

Wenn die öffentliche Hand zusätzliche Einnahmequellen erschließen kann, sind die Verantwortungsträger immer schnell bei der Sache. Verwaltungsratsmitglied Hans-Jürgen Zeilert (CDU) wollte wissen, ob das denn ein Thema für die TBS sei. „Die Werbeflächen sind an allen Fahrzeugen installiert, doch es ist ganz schwer, die Wände an den Fahrzeugen zu vermieten“, berichtete Markus Flocke von den Ergebnissen einer Untersuchung, die die TBS bereits vor Jahren angestellt hätten. In Hattingen hätte man ähnliches versucht, dort würden die Fahrzeuge bis zu 90 Prozent mit leeren Flächen herumfahren. „Der monetäre Benefiz wäre sehr überschaubar“, so Flocke. Stattdessen werbe man in eigener Sache, beispielsweise für die Biotonnen, Schwelm wird bunt oder das Heimatfest. Die Feuerwehr habe gerade von den Technischen Betrieben das Angebot bekommen, dort für die Freiwillige Feuerwehr zu werben.

Geschäftsbericht

Noch einmal zurück zum Geschäftsbericht. Im Jahresdurchschnitt haben die TBS 77 Mitarbeiter beschäftigt. Rund 1,4 Mio. Euro wurden 2016 aus dem Gewinn (und den Rücklagen) aus 2015 an die Stadt abgeführt. Aus dem Gewinn 2016 hofft die Stadt auf eine Gewinnabführung von 1,248 Mio. Euro.

Weitere Zahlen aus dem Bericht: Insgesamt wurden im vergangenem Jahr 1.950 m Kanalleitungen und 41 Schachtbauwerke saniert und 520 m neue Kanalleitungen verlegt. Die Kehrmaschinen reinigen pro Woche über 500.000 m² Verkehrsfläche. Im Berichtsjahr wurde pro Woche eine Strecke von über 300 km zurückgelegt. Die Kehrgutmenge betrug im Berichtsjahr 215 Tonnen (Vorjahr 269 Tonnen) und die Laubmenge 169 Tonnen (Vorjahr 131 Tonnen). Durch den relativ milden Winter lagen sowohl Einsatzstunden als auch Streugutmengen unter den Werten der Vorjahre.

Die 48 Container-Standorte in der Stadt für Glas und Papier werden mindestens dreimal wöchentlich gereinigt. An den Großstandorten (Parkplätze Wilhelmstraße und Neumarkt, Hallenbad u.a.) erfolgt die Reinigung täglich. 29 der 48 Standorte leeren die TBS (zweimal wöchentlich). Die übrigen Container werden von der AHE GmbH geleert. Für die Dienstleistung Stadtgrün wurden insgesamt rund 20.300 Stunden aufgewendet.

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