Bodenfund

Rätselhafter Stollen im Neubaugebiet

Und plötzlich schauten die Arbeiter in ein schwarzes Loch: 1,20 Meter hoch ist der Stollen, der bei  Baggerarbeiten zufällig entdeckt wurde. Seitdem ruhen die Arbeiten auf der Baustelle.

Und plötzlich schauten die Arbeiter in ein schwarzes Loch: 1,20 Meter hoch ist der Stollen, der bei Baggerarbeiten zufällig entdeckt wurde. Seitdem ruhen die Arbeiten auf der Baustelle.

Foto: WP

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Schwelm.  Rätselhafter Fund im Neubaugebiet Winterberg: Bei Baggerarbeiten am Astrid-Lindgren-Weg wurde der Zugang zu einem großen, 1,20 Meter hohen Stollen entdeckt. Wie tief er ins Erdreich führt, ist noch unklar. Ein Anwohner, unter dessen Haus der Stollen führt, soll ihn 20 Meter weit beschritten haben, ohne ein Ende zu erkennen. Anlieger und Bauarbeiter rätseln nun: Was hat es damit auf sich? Zumal dort früher nur Weideland war.

Zu Tage kam der Fund am Dienstagvormittag bei Ausschachtungsarbeiten für den Neubau auf dem Grundstück Astrid-Lindgren-Straße 16. Bauherr Waldemar Seboldt lässt dort ein dreigeschossiges Haus in den Hang bauen. Arbeiter der Firma Neveling waren gerade dabei, die Baugrube auszubaggern, als der Baggerfahrer beim Ansetzen der Schaufel vor sich im Erdreich einen halbförmigen Kranz aus Ziegelsteinen entdeckt.

Anwohner wagt sich 20 Meter rein

Er greift mit den Zähnen seiner Schaufel in den Hang, und dann passiert es: Mit den Ziegeln löst sich eine riesige runde Metallhülse aus dem Erdreich und fällt zu Boden. Plötzlich schauen die Arbeiter in ein großes schwarzes Loch.

Der Fund spricht sich herum wie ein Lauffeuer. Waldemar Seboldt informiert sofort die S-Projekt, die das Neubaugebiet erschlossen hatte und von der er das Grundstück gekauft hat. Auch die Stadt, von der die S-Projekt das Areal einst erwarb, wird informiert.

Die Neugier ist groß. Der Anwohner des Neubaus darüber nimmt allen Mut zusammen und geht in den Stollen. Er führt in leichtem Bogen direkt unter sein Haus. 20 Meter weit soll er sich hineingewagt haben, wird erzählt. Dann sei es ihm zu mulmig geworden und er sei umgekehrt. Der Stollen, so soll er später berichtet haben, gehe viel weiter.

S-Projekt schickt sofort einen Fachmann los. Noch am selben Vormittag macht der sich einen Eindruck von dem Fund. Seine erste Vermutung: Es handelt sich möglicherweise um einen Brunnenstollen. Vielleicht gibt es einen Zusammenhang mit dem Teich, der sich früher in Nähe der Stelle befand, wo jetzt der Neubau von Familie Seboldt hinkommen soll, erklärte später Lars Heierhoff von S-Projekt. Aber auch das sei nur eine Vermutung.

Städtische Bauaufsicht ermittelt

Mitarbeiter der städtischen Bauaufsicht kommen raus. Die Baggerarbeiten werden sicherheitshalber eingestellt. Um auf Nummer sicher zu gehen, wird angeordnet, mit der großen Baggerschaufel den Zugang zum Stollen sicherheitshalber zu versperren. Man weiß ja nie...

Aussagen zufolge befinden sich in dem Stollen weder Einbauten noch Mauerwerk. Möglicherweise handelt es sich also um eine natürliche Aushöhlung, die später von Menschenhand verschlossen wurde. Die pfannenartige Metallhülse, die Arbeiter seitlich der Baugrube abgelegt haben, ist offensichtlich ein industriell gefertigtes Produkt.

Die städtische Bauaufsicht nimmt Kontakt auf mit den zuständigen Boden- und Fachbehörden. Gemeinsam soll ermittelt werden, worum es sich bei dem Fund am Winterberg handelt, so Wilfried Guthier, Leiter der städtischen Organisation Planen und Bauen.

Verlässliche Erkenntnisse werden am kommenden Dienstag erwartet. Dann kommt eine Fachfirma ins Neubaugebiet und wird mit ihrem Kameraroboter den Stollen befahren. Das von S-Projekt beauftragte Unternehmen ist spezialisiert auf den Bereich Kanalbau- und Kanalsanierung.

Einzug für Weihnachten geplant

Bauherr Waldemar Seboldt hofft auf einen guten Ausgang der Geschichte. Weihnachten will die Familie in ihr Haus einziehen. Lars Heierhoff von S-Projekt ist zuversichtlich, eine schnelle und unkomplizierte Lösung zu finden. Der Stollen lasse sich wahrcheinlich einfach wieder verschließen.

Die Frage ist nur: Worum handelt es sich dabei überhaupt? Was hat es mit dem rätselhaften Stollen am Winterberg auf sich?

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