Trauer

Ralf Waldmann stirbt im Elternhaus in Ennepetal

Sein plötzlicher Tod sorgt für tiefe Trauer: Motorradsportler Ralf Waldmann — hier eine Archivaufnahme vom EuroSpeedway Lausitz – ist am Samstag vermutlich an einem Herzinfarkt gestorben.

Foto: Michael Hanschke

Sein plötzlicher Tod sorgt für tiefe Trauer: Motorradsportler Ralf Waldmann — hier eine Archivaufnahme vom EuroSpeedway Lausitz – ist am Samstag vermutlich an einem Herzinfarkt gestorben.

Ennepetal.   Der zweimalige Motorrad-Vizeweltmeister und 20-fache Grand-Prix-Sieger Ralf Waldmann aus Ennepetal ist im Alter von nur 51 Jahren gestorben.

Es war Mitte der 1980er Jahre. Das Telefon schellt, der junge Mitarbeiter geht ran, kann sich kaum mit Namen melden, denn er hört sofort eine aufgeregte, junge, weibliche Stimme. „Ihr müsst unbedingt was über den Ralf Waldmann machen. Der wird mal einer der besten Motorradfahrer.“ Meine erste Begegnung mit diesem Ausnahmesportler aus Ennepetal. Am vergangenen Samstagmittag ist der sympathische und als lebenslustig geltende Mann im Alter von nur 51 Jahren in Ennepetal verstorben. Ein Herzversagen wird vermutet.

Dieser Ralf Waldmann machte schnell von sich reden. Zunächst mit seinen Leistungen auf der 80er Maschine. Erste Erfolge im Nachwuchsbereich stellten sich ein. Der am 14. Juli 1966 in Hagen geborene Motorradsportler gewann die ersten Meriten. Schnell gründete sich auch ein Waldmann-Fanclub. Erste Ehrungen gab es in Dortmund durch den ADAC.

Doch auch neben den Rennpisten hinterließ Ralf Waldmann stets einen imposanten Eindruck. Er hatte das Herz auf der Zunge, sprach, wie ihm der Schnabel gewachsen war, ließ sich nicht verbiegen, ließ sich nichts verbieten. Wenn ihn etwas störte: Ralf Waldmann sprach es aus. Egal, ob im privaten Gespräch. Egal, ob im Interview mit unserer Zeitung. Egal, ob im Fernsehen wie beispielsweise im ZDF-Sportstudio.

Zweimal knapp WM-Titel verpasst

Nach den ersten Nachwuchsrennen und den dortigen Erfolgen wird er zum Profi. Dabei ist er zunächst auf sich alleine gestellt. Erst nach und nach wird die Sponsoren-Welt auf ihn aufmerksam, er kann eine Mannschaft um sich herum zusammen stellen. Die Grundlage ist irgendwann geschafft, neben Toni Mang zu einem der besten Motorradsportler Deutschlands der letzten vier Jahrzehnte zu werden. Dabei hat er nicht einen Weltmeister-Titel geholt. Aber es werden im Laufe seiner Karriere im Grand-Prix bei 196 Rennen imposante 20 Siege. Der erste GP-Sieg gelang 1991 in Hockenheim in der 125er-Klasse, vor etwa 120.000 Zuschauern. Das prägt, das zeichnet ihn aus. Und die Interviews nach den Rennen – unvergessen. Egal, in welcher Sprache.

Immerhin durfte Ralf Waldmann an den WM-Titel schnuppern. In der 250er-Klasse war er in den Jahren 1996 und 1997 knapp dran. Gegen einen überragenden italienischen Max Biaggi hatte er beide Male das Nachsehen – zunächst nur um sechs, dann nur um zwei Punkte weniger.

Anlaufstelle „Zur Bummel“

Während seiner Karriere hatte Ralf Waldmann nie die Bodenhaftung verloren, hat nie vergessen, woher er kommt. Ennepetal – genauer die Bergstraße in Voerde – war immer wieder seine Anlaufstelle. Dort steht sein Elternhaus. Dort, wenige Meter oberhalb, gab es auch einmal die Gaststätte „Zur Bummel“, wo er anfangs oft, später hin und wieder seine Freunde und seine Fans treffen konnte. Ein Star zum Anfassen – auch bei offiziellen Empfängen, die unter anderem die Stadt Ennepetal um den damaligen Bürgermeister August Born ihm bereiteten.

Zu seinem Elternhaus hatte es ihn auch am vergangenen Samstag gezogen. Laut „speedweek.com“ wollte der gelernte Klempner dort eine Heizung reparieren. Dort wurde er leblos aufgefunden. Die Todesursache ist unklar, ein Herzinfarkt wird als Ursache des plötzlichen Herzversagens vermutet.

Im Dienst der guten Sache

Ralf Waldmann wusste sich auch für die gute Sache in den Dienst zu stellen – beispielsweise bei einem der Sportpressefeste in Wuppertal. Der dort ansässige Verein Bergische Sportpresse, VBS, hatte ihn engagieren können. So half der Ennepetaler mit, mehrere zehntausend D-Mark zugunsten der Deutschen Kinderkrebshilfe zu sammeln. Sportlich, beweglich, einfach und schnörkellos.

Viele Erinnerungen verbinden sich mit Ralf Waldmann, viele Anekdoten, viele Geschichten. Und denkt man an Ralf Waldmann, huscht ein Lächeln durchs Gesicht. So traurig der frühe Tod des ehemaligen Motorsportlers auch ist, er wird vielen in angenehmer Erinnerung bleiben.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik