Auto

„Rennwagen“ aus Schwelm für vierfache Mutter

Die Triebwerk-Inhaber Stephan Rohleder (links) und Christian Wilms mit Gewinnerin Michaela Grösch und dem blauen VW-Gewinn.

Die Triebwerk-Inhaber Stephan Rohleder (links) und Christian Wilms mit Gewinnerin Michaela Grösch und dem blauen VW-Gewinn.

Foto: Bernd Richter

Schwelm.   Schwelmer motzen Auto für Vox auf: Michaela Grösch aus Würzburg gewinnt VW mit Porsche-Motor

Das Wetter ist durchwachsen. Sonnenschein wechselt sich mit Regenschauern ab. Auf dem Hof ein Bierstand. Doch die wirklichen Stars des Abends stehen über das Pflaster verteilt und in der wettersicheren Halle: Porsche-Klassiker und mehrere VW Busse der Serie Typ 1 und 2.

Nicht nur einer der Oldies verkörpert einen Sammlerwert im sechsstelligen Bereich. An dieses Wochenende wird Michaela Grösch sicherlich noch lange gern zurückdenken: die vierfache Mutter war aus Würzburg angereist, um mit weiteren 360 Gästen den Saisonauftakt beim VW-Bulli- und Porsche-Spezialisten „Das Triebwerk“ zu feiern.

Sechszylinder mit 250 km/h

Der Gast aus der Mainfranken-Metropole stand dabei neben den Autos im Mittelpunkt. Die alleinerziehende Mutter hatte beim TV-Fernsehsender Vox nämlich bei einem Gewinnspiel mitgemacht und den Haupttreffen gelandet: ein VW 1600 L Stufenheck, Typ 3, Baujahr 1967. Das Schwelmer Unternehmen mit Sitz in der Eisenwerkstraße hat dem Oldie im Auftrag der Fernsehleute so richtig Beine gemacht und einen Sechszylinder, auf 330 PS leistungsgesteigerten Porsche-Motor unter die rückwärtige Haube eingepflanzt, gut für eine Sitzengeschwindigkeit von 250 km/h (wir berichteten).

Michaela Grösch, die mit Tochter Tamara nach Schwelm angereist war und im Schulhaus-Hotel am Westfalendamm Quartier bezogen hatte, konnte ihr Glück immer noch nicht so ganz fassen. Der Volkswagen verkörpert nach Aussage vom Triebwerk einen Wert von rund 125.000 Euro. „Ich hab schon mal eine Kinderschaukel und im Lotto 100 Euro gewonnen“, so die frischgebackene Besitzerin des heiß gemachten Oldies im Gespräch mit unserer Zeitung. Behalten will sie den umgebauten Typ 3 allerdings nicht. „Ich finde den Wagen zwar toll, brauche aber ein Auto mit viel Platz und werde ihn deshalb verkaufen – möglichst an jemanden, der das Fahrzeug wirklich zu schätzen weiß“, so die Gewinnerin, die im Alltag mit einem 140-PS Ford Focus unterwegs ist.

Ergebnis nach 1000 Stunden Arbeit

Nicht nur die Auto-Gewinnerin freute sich an diesem Abend. Auch Triebwerk-Inhaber Stephan Rohleder und Geschäftsführer Christian Wilms waren von dem Start in die zweite Saison seit Unternehmensgründung angetan. „Die Veranstaltung war gut, wir haben interessante Leute hier ins Triebwerk geholt“, so das positive Resümee von Rohleder. Das letzte Jahr habe man mit vollem Einsatz und ganzer Leidenschaft an dem Vox-Projekt gearbeitet, in geschätzt 1000 Stunden Arbeit an vielen technischen, aufregenden Details bis zum letzten Feinschliff gearbeitet. Nun freut sich das Team auf neue Herausforderungen. Das Duo Rohleder/Wilms will noch zwei weitere Porsche 964 optisch auf das F-Modell aus den 1960er Jahren trimmen. Dass die Schwelmer dies können, haben sie bereits bewiesen.

Umbauten für Porsche-Liebhaber

Auf der Techno-Classica im Mai vergangenen Jahres hatten die Schwelmer ihren ersten eigenen Wagen, ein „neues“ F-Modell, vorgestellt, optisch auf alt getrimmt ist, aber mit moderner Technik ausgerüstet. Der zweite Porsche-Umbau ist bereits in Angriff genommen. Ausgangpunkt bildet wieder ein Porsche 964. Innerhalb von zwei Jahren soll das Fahrzeug (Baujahr 3/1991) optisch in ein F-Modell aus den 1960er Jahren verwandelt werden. Und Ende 2019 wird ein 3. Auto in Schwelm aufgebaut – wieder ein optisch auf Ur-Porsche getrimmtes Modell 964.

Wer solch ein Fahrzeug sein Eigen nennen möchte, muss allerdings tief in die Tasche greifen und eine sechsstellige Summe im mittleren Bereich für das Objekt seiner Begierde locker machen.

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