Gesundheit

Rote Rosen für Zeitspenderinnen in Schwelm

Der Fördervereinsvorsitzende des Helios-Klinikums, Hanspeter Born (links) sagt den Damen, die im Krankenhaus den Dienst der Lila Damen ehrenamtlich ableisten Danke für ihr Engagement mit einer Roten Rose.

Der Fördervereinsvorsitzende des Helios-Klinikums, Hanspeter Born (links) sagt den Damen, die im Krankenhaus den Dienst der Lila Damen ehrenamtlich ableisten Danke für ihr Engagement mit einer Roten Rose.

Foto: Bernd Richter

Schwelm.   Lila Damen am Helios-Klinikum haben seit über 20 Jahren ein Ohr für Sorgen und Nöte der Patienten. Förderverein und Klinikleitung sagen Danke

Der Aufenthalt im Krankenhaus wäre ohne sie ein ganzes Stück unpersönlicher: Die Rede ist von den zwölf Lia Damen, die im Krankenhaus am Martfeld den Patienten Zeit und Aufmerksamkeit schenken. Für Hanspeter Born, Fördervereinsvorsitzender des Helios-Klinikums Schwelm, Anlass genug, den ehrenamtlich tätigen Frauen im Rahmen einer Feierstunde gemeinsam mit der Klinikleitung für ihren ehrenamtlichen Einsatz zu danken und als sichtbares Zeichen der Wertschätzung je eine langstielige Rose zu überreichen. Diesem Dank schlossen sich der Ärztliche Direktor Dr. Ulrich Müschenborn und Geschäftsführerin Kirsten Kolligs an.

„Der Förderverein und die Lila Damen haben ganz viel gemeinsam: beide wollen etwas für die Menschen in diesem Haus tun und zwar außerhalb der Medizin“, so Hanspeter Born in seinem Grußwort. „Sie opfern Ihre Freizeit und stellen diese den Patienten zur Verfügung, geben Hilfestellung für Ärzte und schenken den Patienten menschliche Wärme“, lobte der Fördervereinsvorsitzende das Engagement der Lila Damen.

Dreimal Lila Damen

Seit 1978 gibt es die Ev.-Katholische Krankenhaus- und Altenheimhilfe, zunächst im damaligen Martfeld-Krankenhaus, seit 1979 zusätzlich auch im heute nicht mehr existierenden Marienhospital, seit 1982 im Ev. Feierabendhaus und seit 1999 im Seniorenstift St. Marien. Trotz Namens- und Trägerwechsel sind die Lila Damen dem Verbandskrankenhaus, später dann EN-Süd-Klinikum und heutigem Helios-Klinikum und ihren Patienten treu geblieben. „Wir sind froh, dass wir Sie haben“, ließ Born seine Gäste wissen. Bei Kaffee und Kuchen und vielen guten Gesprächen klang der Nachmittag nach dem kurzen offiziellen Teil aus.

Zwei Stunden pro Woche reichen

Unsere Zeitung sprach mit Angelika Bonse über die Aufgaben der Lila Damen und das, was die Ehrenamtler auszeichnet. Die 61-jährige Ennepetalerin hat die Nachfolge von Heidi Bärenfänger angetreten und steht seit Jahresbeginn an der Spitze der Lila Damen im Helios-Klinikum.

Was zeichnet eine Lila Dame aus?

Angelika Bonse: Kontaktfreudigkeit. Herzenswärme. Die Liebe zum Mitmenschen, aber auch Verschwiegenheit. Wir sollten mit offenen Ohren, aber geschlossenem Mund unseren Dienst tun.

Was zeichnet die Arbeit als Lila Dame aus?

Vorurteilsfreiheit, das ist ganz wichtig.

Wir reden immer von den Lila Damen. Wie sieht es mit den Herren der Schöpfung aus. Können auch die bei Ihnen mitarbeiten. Gibt es Nachwuchsprobleme?

Wir hatten einmal einen Mann in unseren Reihen. Männer sind immer gerne gesehen. Die Arbeit ist von Männern und Frauen zu leisten. Und wir könnten immer um Nachwuchs werben. Da liegen wir gleich mit anderen Ehrenämtern. Im Moment sind wir im Helios-Klinikum auf allen Stationen vertreten.

An wen sollen sich Interessenten wenden?

An meine Person. Sie können mich anrufen unter 02333/74201 oder mir eine E-Mail schicken an angelika.bonse@web.de

Was antworten Sie Menschen, die zu Ihnen sagen, dass sie Ihre Arbeit gut finden und gerne mitarbeiten würden, selbst aber keine Zeit dafür haben?

Sprechen Sie uns an, wir sind flexibel. Einmal pro Woche zwei bis drei Stunden reichen. Und wenn das nicht klappt, dann sollten diese Personen warten, bis sie diese Zeit erübrigen können und dann noch einmal mit uns sprechen.

Was schätzen Sie ganz persönlich an Ihrer Arbeit als Lila Dame?

Ich verschenke Zeit, das ist in unser heutigen Zeit ein sehr wichtiges Gut. Und ich bekomme sehr viel positive Rückmeldungen.

Erinnern Sie sich noch an Ihr schönstes und Ihr schlimmstes Erlebnis als Lila Dame?

Ich denke an eine Frau, Mitte 40, die eine Krebsdiagnose bekam. Das hat auch mich belastet, da ich selbst einmal vor der gleichen Situation gestanden bin. Schöne Erlebnisse habe ich sehr viele gehabt. Von meiner Arbeit nehme ich auch viel mit für mein eigenes Leben. Ich spreche mit Menschen, die wissen, dass sie sterben werden und dazu bereit sind und die sagen, ich habe mein Leben gehabt. Das tröstet.

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