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Rüggeberg:Wetter trocknet Vereinskasse aus

Stehen auf dem Trockenen: Der RWR-Vorsitzender Jens Knüppel und die Vorstandsmitglieder Mario Eicker und Nico Hollmann (von rechts).

Stehen auf dem Trockenen: Der RWR-Vorsitzender Jens Knüppel und die Vorstandsmitglieder Mario Eicker und Nico Hollmann (von rechts).

Foto: Hartmut Breyer

Ennepetal.   Hoher Wasserverbrauch für die Pflege des Rasenplatzes im vergangenen Jahr belastet RW Rüggeberg. Problem trifft auch BW Voerde und TuS Ennepetal

Die lange anhaltende Wärme- und Trockenperiode im vergangenen Jahr hat nicht nur vielen Landwirten erhebliche Probleme bereitet. Auch die Ennepetaler Fußballvereine, die einen Naturrasenplatz betreiben, leiden unter den Folgen. Rot-Weiß Rüggeberg muss eine Wasserrechnung für das vergangene Jahr begleichen, die etwa dreimal so hoch ist, wie im Schnitt in den Jahren zuvor. Auch beim TuS Ennepetal und bei Blau-Weiß Voerde wird die Vereinskasse erheblich stärker belastet. Hinzu kommt, dass der Zuschuss der Stadt im Einvernehmen mit den Vereinen als Beitrag zur Haushaltskonsolidierung etwas gekürzt wurde. Alles in allem fehlen RW Rüggeberg nun etwa 5000 Euro.

Kein Ausweichplatz im Höhendorf

„Das bringt uns nicht um, aber das eine oder andere Wünschenswerte werden wir wohl nicht durchführen können“, sagt der Vorsitzende Jens Knüppel. So habe man vorgehabt, alle Übungsleiter zur Ausbildung für die C-Lizenz zu schicken, insgesamt sieben Personen, davon einer zur Auffrischung. 250 bis 300 Euro pro Teilnehmer seien dafür fällig, so Knüppel. „Wir müssen schauen, wie unsere Veranstaltungen in diesem Jahr laufen und das Ganze eventuell über die nächsten Jahre verteilen.“

„Die Wasserrechnung für 2018 betrug 4000 Euro allein für die Bewässerung des Platzes“, erklärt Knüppel. In den Jahren zuvor seien es etwa 1000 bis 1500 Euro gewesen. 2050 m³ Wasser wurden verbraucht. „Wir haben drei Monate lang den Rasen fast täglich gewässert“, so Knüppel. Es habe immer jemand danach geschaut, um „so wenig wie möglich zu wässern, aber so viel wie nötig, um den Rasen am Leben zu halten“.

Auch beim TuS Ennepetal lag der Wasserverbrauch für den Rasen im Bremenstadion nach Auskunft von Vorstandsmitglied Angelika Peiniger fast doppelt so hoch wie im Schnitt der Vorjahre. Aufgrund von Schäden an der Bewässerungsanlage seien die Werte allerdings nicht ganz vergleichbar. Ebenfalls fast das Doppelte an Wasser verbrauchte man bei Blau-Weiß Voerde für den Naturrasen am Tanneneck, so der Vorsitzende Olaf Steinhaus.

Der Rasen ist für die Rüggeberger der einzige Platz für Spiel und Training und wird entsprechend strapaziert. „Die beiden anderen Vereine haben noch einen Kunstrasen zum Ausweichen, so dass die Naturrasenplätze eher einmal geschont werden können“, so Knüppel, der zugleich betont, wie gut der vor etwa 15 Jahren gebaute Rasenplatz in Rüggeberg aussehe, „wenn man überlegt, mit welcher Intensität er genutzt wurde.“

Der RWR-Vorsitzende erklärt, wie aufwendig die Pflege sei: Er müsse regelmäßig gemäht und zudem vertikutiert werden. Um die Durchlüftung zu verbessern, würden Löcher gestanzt und mit insgesamt 56 Tonnen Sand gefüllt. Allein dafür würden etwa 5000 Euro fällig. 38.000 Euro Zuschuss erhält der Verein von der Stadt für die Unterhaltung des Platzes und des Sportlerheims im Höhendorf. Die Pflege eines Kunstrasens koste pro Jahr nach Knüppels Schätzung ungefähr 10.000 Euro weniger. Das mache über die angenommene Lebensdauer von 20 Jahren eine Ersparnis von 200.000 Euro aus.

Deshalb – und weil Kunstrasen bei fast jedem Wetter bespielbar ist – hofft man bei RW Rüggeberg darauf, dass die Pläne für eine gemeinsame Sportanlage mit den Ennepetaler Raccoons umgesetzt werden können. Der Baseballclub hatte beantragt, dass auf einem Grundstück unmittelbar hinter dem Rüggeberger Sportplatz eine für Baseball und Fußball nutzbare Anlage errichtet wird. Die Stadt hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben (wir berichteten).

Gedanken über Brunnenbau

Mit einer gewissen Sorge blickt Jens Knüppel auf die aktuelle Wettersituation. „Es ist jetzt schon wieder ziemlich trocken“, meint er. Wir wünschen uns ja eigentlich Sonne, aber für den Rasen ist zu viel davon schlecht.“ Der RWR-Vorsitzende berichtet, dass er mit dem sportlichen Leiter Christian Hagemann schon einmal über die Möglichkeit nachgedacht habe, einen eigenen Brunnen bohren zu lassen. Der sollte möglichst so platziert werden, dass er auch im Falle der Realisierung der Sportanlage nebenan dafür genutzt werden könnte. In Rüggeberg gebe es ein Beispiel. Dort habe man 50 Meter tief gebohrt, bis man auf eine Wasserader gestoßen sei. „Wenn das Wetter dauerhaft so bliebe, wie es im vergangenen Jahr war, dann würde sich der Brunnenbau schon nach drei oder vier Jahren rechnen“, meint Jens Knüppel.

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Rot-Weiß Rüggeberg hofft auf möglichst gut besuchte und finanziell erfolgreiche Veranstaltungen in diesem Jahr, um das im Wortsinn in den Sportplatz geflossene Geld zum Teil wieder hereinzuholen.

Erstmals lädt der Verein am Dienstag, 30. April, zum Tanz in den Mai ein. Ab 19 Uhr wird im und am Vereinsheim gefeiert. Ein DJ sorgt für Stimmung, zudem werden Speisen und Getränke angeboten. Der Außenbereich wird – falls es doch mal wieder regnen sollte – überdacht. „Es soll eine gemütliche, stimmungsvolle Feier werden“, so Jens Knüppel. Eintritt: 7 Euro.

Am Bauern- und Erlebnismarkt in Rüggeberg am 18./19. Mai wird sich der Verein wieder beteiligen. Außerdem soll an Himmelfahrt (Donnerstag, 30. Mai), der Sportplatz Rüggeberg eine Anlaufstelle für Vatertagswanderer sein. Für diesen Tag ist auch ein Altherren-Kleinfeldturnier geplant

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